Descartes-Gymnasium
Neuburg an der Donau
Bericht über das Schuljahr
2002 / 2003


Partnerschaft mit Pater Gerhard Lagleder

Als wir, d.h. mein Mann und ich, in den Sommerferien 1992 im Verlaufe einer Reise durch die Republik Südafrika Pater Gerhard Lagleder, Missionsbenediktiner von St. Ottilien und Bruder unseres Kollegen Johannes Lagleder, in seinem Wirkungsgebiet in Mandeni, etwa 100 km nördlich von Durban am Indischen Ozean, persönlich kennen lernten, überwältigte uns die Notlage der schwarzen Bevölkerung derart, dass wir nach unserer Rückkehr im Kollegen- und Schülerkreis davon erzählten und nach einer Möglichkeit der Hilfeleistung suchten. Bereits zu Ende des voran gegangenen Schuljahres hafte Herr Schefers, Fachbetreuer für Religion, eine erfreulich erfolgreiche Spendenaktion zugunsten Notleidender in Pater Gerhards Wirkungsgebiet durchgeführt. Bei unserem Besuch spürten wir, welch große Freude und Ermutigung für Pater Gerhard und seine einheimischen Mitarbeiter von dieser Unterstützung ausging. Unsere Bitte, diese Hilfe weiterzuführen, fand in der ganzen Schulfamilie und auch in der Stadt offene Ohren und gebende Hände. Dekan Wengert von der Stadtpfarrei St. Peter richtete ein Spendenkonto ein, so dass die Spenden nicht durch die Geldentwertung in Südafrika geschmälert werden und die Spender auch eine Spendenquittung erhalten. Aus diesen Anfängen entstand eine andauernde Partnerschaft des Helfens. Dreimal hat seither Pater Gerhard persönlich in unserer Schule und in der Stadt seine Arbeit vorgestellt. Am 28. Oktober 1992 hat P. Gerhard zusammen mit zwei Ehepaaren, dem Zulu und Arzt Dr. Thabethe mit Gattin und dem weißen Inhaber eines kleinen Geschäftes, Herrn Kalkwarf mit Gattin, die Malteser-Hilfsorganisation "Brotherhood of Blessed Gérard" gegründet.Aus den fünf Mitgliedern sind inzwischen rund eintausend geworden, nicht nur in Südafrika, sondern auch in Deutschland, Österreich, den USA, um nur die wichtigsten zu nennen. Armut verursacht geringe Ausbildung. Sie führt zu Arbeitslosigkeit, Hunger und Krankheit. Ziel der Hilfsorganisation ist es den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Zu diesem Zweck sind in den nur zehn Jahren ungemein notwendige und höchst wirkungsvolle Einrichtungen im Verwaltungsbezirk Mandeni entstanden, einem Gebiet ohne Krankenhaus, ohne Altersheim, ohne irgendeine Pflege- oder Hospizeinrichtung, ohne Kinderheim bei einer Einwohnerzahl von mehr als 120 000 Menschen. Einzige Anlaufstation für Kranke bilden fünf Ärzte, zu denen auch Dr. Thabethe zählt, und eine ambulante Krankenstation, eine sog. "Clinic", die zwei, drei Krankenschwestern betreuen. Ein Arzt steht nur für ein paar Stunden - und das nicht einmal täglich - zur Verfügung. Wegen der hohen Arbeitslosenzahl fehlt es an sozialer Absicherung wie etwa durch eine Krankenkasse. Die meisten in Arbeit Stehenden verdienen nur einen Hungerlohn. Dazu kommt noch die in dieser Gegend besonders schlimm wütende Volksseuche AIDS: mindestens 80 % der Bewohner sind HIV-positiv. Selbst Kinder bleiben nicht verschont. Kurz - die Not des größten Teiles der schwarzen Bevölkerung (90 % der gesamten Einwohner) zeigt viele erschreckende Gesichter. Kranke sind weitestgehend ihrem Elend hilflos ausgesetzt, wenn ihnen nicht durch die Einrichtungen des Pflege- und Hospiz-Zentrums und durch die ambulanten Krankenpflege-Teams der "Brotherhood of Blessed Gérard" Hilfe zuteil wird.

"Hilfe zur Selbsthilfe" bieten Einrichtungen wie die Säuglings-Hungerhilfe der "Brotherhood" in Sundumbili, der nur von Schwarzen bewohnten ehemaligen Township bei Mandeni mit etwa 60 000 Einwohnern und ausgedehnten Elendsvierteln. Ein Kindergarten mit Vorschule in der Landgemeinde Whebede verhilft Kindern armer Eltern, die selbst oft nur eine unzureichende Schulbildung besitzen, zu einem guten Einstieg in eine erfolgreiche schulische Ausbildung. Nähkurse für Frauen und ein Fond für Ausbildungsbeihilfe trachten ebenfalls danach, den "Teufelskreis der Armut" zu durchbrechen. AIDS- Aufklärungsteams bemühen sich, die Seuche einzudämmen.

Das Kinderheim nimmt sich der Hilflosesten an. Im Mai 2000 ins Leben gerufen, im vergangenen Jahr erweitert, bietet es in mannigfacher Weise Hilfe. Unterernährte Kinder werden aufgepäppelt, bis sie wieder zu Kräften gekommenen sind, so dass sie, ggf. mit Unterstützung der Säuglings-Hungerhilfe, von der Familie weiter versorgt werden können. Waisen, zumeist AIDS- Waisen, ohne Angehörige und ausgesetzte Kinder finden ein geborgenes Zuhause. Dem Aids-Tod geweihte Kinder erhalten liebevolle Pflege, so dass sie menschenwürdig sterben dürfen.

Nur schlaglichtartig kann im Rahmen dieses Jahresberichtes die segensreiche Arbeit Pater Gerhards und der "Brotherhood of Blessed Gérard" beleuchtet werden. Angewiesen sind die Helfer auf finanzielle Unterstützung von außen, da nur wenige Menschen in diesem Gebiet dazu in der Lage sind. Viele helfen durch ehrenamtliche Dienste. Auch ortsansässige Firmen leisten hilfreiche Unterstützung. In Anbetracht der ausgedehnten Not braucht es umfangreichere Hilfe. Deshalb gilt es die seit zehn Jahren bestehende "Partnerschaft des Helfens" fortzusetzen. Jeder Cent erreicht Pater Gerhards Hilfsorganisation ungeschmälert über das bereits oben erwähnte Spendenkonto 12021 bei der Sparkasse Neuburg (BLZ 721 520 70).

Allen Spendern und Förderern ein ganz herzliches Vergelt's Gott!

Albertine Sprenzinger-Sporer


Descartes - Gymnasium Neuburg · Bericht über das Schuljahr 2002 / 2003 · Seiten 169-171


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