Pater Lagleders: Zehn Jahre Sozialarbeit im Zululand

Unterstützung für Südafrika: Unter dem Namen "Brotherhood of Blessed Gérard" leisten auch viele aus dem Raum Neuburg durch Spenden einen Beitrag

Von unserer Mitarbeiterin
Albertine Sprenzinger-Sporer


Neuburg

Hilfe zur Selbsthilfe

Stattlich steht es da, das neue Pflege-, Sozial- und Hospiz-Zentrum in Mandeni/kwaZulu/Natal, eingeweiht Anfang September 1996. Am 15. Dezember, in gut einer Woche also, zieht in den heuer aufgesetzten zweiten Stock mit einem feierlichen Einweihungsakt das seit zwei Jahren bestehende Kinderheim um. Mehr Kinder als bisher können in den zusätzlichen Räumen Aufnahme finden. Zu den umfangreichen sozialen Einrichtungen der Südafrikanischen Malteser unter dem Vorsitz Pater Gerhard Lagleders, der „Brotherhood of Blessed Gérard“, leisten auch viele hilfsbereite Menschen aus dem Neuburger Raum seit zehn Jahren einen bedeutenden Beitrag. In einem Gebiet von 250.000 Einwohnern ohne Krankenhaus, Altersheim, Hospiz, Kinderheim bedeutet das Zentrum eine einzigartige Anlaufstation für notleidende Kranke, Alte und Kinder.

Meist runde Hütten kuscheln sich, in kleine Gruppen zusammengestellt, zwischen Zuckerrohrfeldern in eine liebliche Hügellandschaft: ein malerisches Bild für den auf der Staatsstraße von Swasiland nach Durban im Reisebus sitzenden Besucher Südafrikas. Dabei bleibt die ungeheure, vielfältige Not in den Hütten unsichtbar. Die meisten Zulus leben in ihren spärlich eingerichteten Hütten an der Hungergrenze. Die Arbeit in den Zuckerrohrfeldern wirft wenig Verdienst ab; die begrenzte Zahl von Firmen in Mandeni und dem benachbarten Sitebe kann die vielen Arbeitsuchenden nicht aufnehmen, so dass ausgedehnte Elendsviertel mit Tausenden von Menschen (z.B. Sundumbili, ehemalige Township von Mandeni) das Elend in dem ländlich geprägten Gebiet noch zusätzlich vermehren. Kein Wunder, dass die menschenzerstörende AIDS-Seuche massenhaft um sich greift, wenn Frauen einen sehr niedrigen gesellschaftlichen Stellenwert besitzen und in ihrer Not oft um ein Geringes ihren Körper verkaufen müssen, um sich selbst bzw. ihre Familie notdürftig ernähren zu können. Männer verlassen häufig, um in weit entfernten Großstädten (z.B. Durban oder Johannesburg) Arbeit zu suchen, ihre Familie, so dass diese in auswegloses Elend gerät. Die Ausbildung der meisten Schwarzen ist schlecht; nicht jeder kann wenigstens notdürftig lesen. Wegen der Armut der Familien besuchen die Kinder oft nur zwei, drei Jahre die ärmlich ausgestattete Grundschule, da auch sie Geld kostet.


Pater Gerhard und ein Kind des Kinderheimes mit schweren Wachstumsstörungen – die Mutter ist an AIDS gestorben.

Die Hilfe – vielseitig wie die Not

Vielseitig wie die Not sind die Hilfsmaßnahmen der „Brotherhood“. Ausbildungsbeihilfe für junge Menschen und Nähkurse für Frauen bieten Grundlagen zur Selbsthilfe. Dem gleichen Ziel dient ein Kindergarten in der abgelegenen Landgemeinde Whebede mit seiner Betreuung und Frühförderung der Drei- bis Sechsjährigen, damit sie gut für die Grundschule und ihre weitere Ausbildung gerüstet sind. Kurse in häuslicher Krankenpflege und besonders auf die Krankheit des Angehörigen zugeschnittene Unterweisung befähigen die Menschen, selbst zu Hause Kranke sachgerecht zu versorgen. Aus einer eigenen Pflege-Ausbildung (Pater Gerhard ist auch ausgebildeter Rettungssanitäter) erwachsen ambulante Pflegegruppen und das Pflegepersonal für das Pflege- und Hospiz-Zentrum, darunter eine große Zahl ehrenamtlich helfender Kräfte. Hier finden in Tages- und stationärer Pflege (39 Betten) Kranke unterschiedlicher Pflegebedürftigkeit und Sterbende hingebungsvolle Betreuung entweder bis zur Genesung oder auf dem letzten Abschnitt ihrer irdischen Lebensweges. Hunderte von Menschen erfahren alljährlich dringend benötigte Hilfe. Die „Hungerhilfe für Kleinkinder“ in Sundumbili hilft bei Mangelernährung mit Aufbaukost und gleichzeitiger Mütterberatung körperliche und geistige Schäden von den Kindern abzuwenden. Gegen die Ausbreitung von AIDS kämpfen sorgsam ausgebildete Aufklärungsgruppen. Sie beraten auch HIV-positive Menschen und deren Angehörige. Seit Mai 2000 besteht auch ein Kinderheim. Ab Mitte Dezember können bis zu vierzig Kinder gleichzeitig betreut werden: Waisen, vernachlässigte, misshandelte, sterbende Kinder, häufigste Ursache AIDS. Die Hilfe in dem abseits der Reiseziele gelegenen Gebiet kann nur durch Spenden geschehen, da die einheimische Bevölkerung zwar Arbeitsleistungen erbringen kann, finanzielle aber nicht.

info

Am Sonntag lädt die Pfarrgemeinde Bittenbrunn um 15.00 Uhr zu einer besinnlichen und unterhaltsamen Adventfeier in den Pfarrsaal. Der Eintritt ist frei, aber Spenden zugunsten von P. Gerhards Sozialarbeit sind herzlich willkommen – auf das Spendenkonto der Bruderschaft des Seligen Gerhard e.V., Konto Nr. 12021 bei der Sparkasse Neuburg-Rain (BLZ 721 520 70).


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