Der vergessene Tod

Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember

Erinnern Sie sich noch an den 5. Juni 1981? Damals erschien der erste Bericht über das Krankheitsbild AIDS in einem amerikanischen Magazin. Seit 1988 erinnert der Welt-AIDS-Tag einmal im Jahr an die lebensbedrohliche und unheilbare Krankheit. Der gebürtige Regensburger Gerhard Lagleder wird damit täglich konfrontiert. Der bayerische Benediktiner-Pater betreibt im Osten Südafrikas, in Mandeni, ein Care Center für Pflege und Hospiz. Mandeni liegt in der Provinz KwaZulu/Natal. Traurige Berühmtheit erlangt die Region durch die Aids-Statistik: zwei Drittel der Menschen die hier leben sind HIV-infiziert – und täglich werden es mehr. „Die Rate der Infizierten steigt weiter an“, erklärt Pater Gerhard Lagleder. Sein Hospiz ist ein kleiner Schritt für die Menschen auf Hoffnung und ein menschenwürdiges Sterben. Dabei kann nur ein kleiner Teil der Erkrankten und Hilfebedürftigen versorgt werden.

600 Menschen betreut das Hospiz täglich, es könnte ein Vielfaches sein. „Manchmal sterben an einem einzigen Tag fünf Menschen im Hospiz des Care Centers und manchmal belegen wir ein Bett neu, dass noch gar nicht ganz kalt ist“, berichtet Lagleder. 10.000 Menschen leben allein in Mandeni, im Umland sind es 250.000. Für die meisten gibt es keinen Gesundheitsbasisdienst oder ein Krankenhaus. Trotz der Platznot wird im „Blessed Gérard’s Hospiz“ keiner abgewiesen. „Wir weisen keinen ab, weil wir auch Hilfe bei der häuslichen Pflege anbieten“, sagt Lagleder. Besonders oft sind Kinder von der tödlichen Krankheit betroffen. In Afrika unterliegen die Männer dem traditionellen Wunsch nach vielen Kindern. Diese werden oft schon in der Schwangerschaft oder beim Stillen mit dem Virus infiziert. Wenn dann die Mutter an der Krankheit stirbt, bleibt das Kind allein. Deshalb hat Bruder Gerhard ein Kinderheim für die vielen Aidswaisen gegründet. „Wir haben uns um Menschen gekümmert, um die sich sonst keiner gekümmert hat“, beschreibt Lagleder sein Engagement. Als „Meine Kinder“ beschreibt Lagleder die Waisen, die wie eine Familie für den 53-jährigen sind. Um diesen Menschen eine Zukunft zu ermöglichen, plant Lagleder eine Erweiterung des Kinderheimes um eine Wohngruppe. Hier sollen die älteren Kinder wie in kleinen Familien zusammenleben.

Bereits heute umfasst die „Bruderschaft des Seligen Gerhard“, die eine nationale Hilfsorganisation des Malteserordens ist, zwölf Projekte. Neben dem Hospiz und dem Kinderheim sind da zum Beispiel das HIV/Aids-Aufklärungsprogramm, der Krankenfonds, die Nothilfe oder das HAART-Programm. Letzteres bedeutet ‚Hochaktive Antiretrovirale Therapie’ und ermöglicht den erkrankten Menschen das Leben mit dem Virus. „Die antiretroviralen Medikamente töten das Virus nicht, aber die Leute können noch 15, 20 Jahre bei hoher Lebensqualität weiterleben“, hofft Lagleder.

Das Problem: das Medikament kostet Geld. Rund 150 Euro kostet es monatlich einen Aidskranken mit Medikamenten zu versorgen und medizinisch zu betreuen. Dieses Geld organisiert die „Brotherhood of Blesses Gérard“ vornehmlich durch Spenden oder Fördermitglieder. Wenn auch Sie beim Aufbau und Betrieb des Hospizes in Mandeni beitragen wollen, können Sie unter folgender Adresse spenden:

Spendenkonto der Bruderschaft des Seligen Gerhard

Sparkasse Neuburg-Rain

BLZ: 721 520 70

Kto.-Nr.: 12021

Weitere Infos über die Projekte der „Brotherhood of Blessed Gérard“ finden Sie auch unter www.bbg.org.za Interviews mit Pater Lagleder sind möglich: Vermittlung über Peter Volk, Malteser Traunstein, 0861 – 9866051, Peter.Volk@malteser.org


http://www.retter.tv/themen/themen-uebersicht_artikel,-Welt-AIDS-Tag-am-1-Dezember-_arid,271.html


Diese Seite ist Teil der Medienschau der Brotherhood of Blessed Gérard


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