Deutsche Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens

Jahresversammlung 2001

9. Generalversammlung der Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens in Fulda am 30. Juni / 1. Juli 2001


8. Bericht über den Gesamt-Orden

Albrecht Freiherr von Boeselager berichtet:

"... Unter meinen besonders erlebnisreichen Reisen war kurz nach der Generalversammlung eine Reise nach Südafrika. Im Nordosten Südafrikas, in Mandeni im Zulu-Land, nördlich von Durban hat Pater Gerhard, der früher lange im MHD in verschiedenen Funktionen gearbeitet hat, ein großes Care-Centre aufgebaut. Das ist eine Klinik mit 20 Betten, ein Kindergarten, ein Ernährungsprogramm für Säuglinge, ein kleiner Hilfsdienst in dem 1. Hilfe und Katastrophenschutz trainiert wird und noch manches andere mehr. Diese Erfahrungen waren sehr beeindruckend und teilweise schockierend. Das Care-Zentrum war gebaut worden, um Patienten, die sehr frühzeitig aus den Krankenhäusern entlassen werden, noch eine Möglichkeit zu geben, gepflegt zu werden, bis sie wieder ganz gesund sind. Daraus wurde nichts; denn dieses Zentrum ist jetzt zu 100 % mit sterbenden Aids-Kranken belegt; keine alten Menschen, sondern junge Leute im Durchschnittsalter zwischen 18 und 25 Jahre. In Mandeni, dieser mittleren Industriestadt, sind über 80 % der Männer infiziert. Das sind Dimensionen die wir uns nicht vorstellen können. Und schon jetzt ist Pater Gerhard gezwungen, Waisenkinder von den Müttern, die im Zentrum sterben, aufzunehmen. So versucht er noch ein kleines Kinderheim zu bauen, und sammelt dafür gerade das Geld.

Ich erzähle das als Beispiel. Die Situation ist in vielen Gegenden Afrikas überhaupt nicht anders. Aber noch etwas, was mir zum wiederholten Mal aufgefallen ist, möchte ich Ihnen als Botschaft gerne mitgeben. Es wird heute in unseren europäischen Ländern oft sehr kritisch über Mission gesprochen. Hätten wir die Afrikaner doch mit der Mission in Ruhe gelassen, so wie sie glücklich und zufrieden in ihren Krals lebten. Viele der Probleme, die jetzt existieren, hätten diese Länder und Menschen nicht. Sicher sind bei der Mission viele Fehler gemacht worden. Viel Schlimmeres jedoch haben viele Kolonialmächte hinterlassen. Aber wenn man erlebt unter welchen Ängsten und unter welchen Zwängen des Geister- und Ahnenkultes die Menschen, die das Christentum noch nicht gefunden haben, dort leben, beurteilt man die Mission zumindest ganz anders. Wie kommt es, dass in Südafrika gegen Aids nichts unternommen wird; dass der Staatspräsident alle Aidsprogramme seit Jahren verhindert hat. Weil man eben nicht glauben will oder auch kann, dass es sich um eine durch Geschlechtsverkehr übertragene Krankheit handelt, sondern weil man entweder glaubt, dass die bösen Ahnen sie einem geschickt haben oder die bösen Weißen durch eine Mähr in die Traditionen eingreifen wollen, um die Kinderzahl zu beschränken und den Lebensstil zu ändern. Gerard da wird die befreiende Botschaft des Christentums gebraucht. Wir sollten uns von den Angriffen gegen die Mission in Afrika nicht bedrücken lassen. ..."


Diese Seite ist Teil der Medienschau der Brotherhood of Blessed Gérard



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