Montag, den 14.09.05


Erschüttert vom Elend aidskranker Kinder

Mit Schwester Edith durch KwaZulu Natal - Kurstädter besichtigen Waisenhaus, Buschklinik und ein Hospiz


Der kleine Thembinkosi starb im Hospiz in Mandeni an AIDS.

Bad Nauheim (ihm). Mit einem Blick, der nicht durch die touristische Brille erfolgte, reisten Berthold Hepp und Ronald Radr im April durch die Provinz KwaZulu Natal in Südafrika. Während eines Besuchs bei Hepps Tante, der 71-jaehrigen Franziskanerin Schwester Edith, lernten die Kurstädter eine Reihe von Hilfsprojekten kennen. Unter dem Eindruck des Gesehenen organisierten die Männer jetzt ein Afrikafest in Hepps Garten in Bad Nauheim. Statt Geschenken brachten die Besucher Spenden für das Aids-Hospiz in Mandeni mit. Knapp 1000 Euro gehen in Kürze an den deutschstämmigen Pater Gerhard Lagleder, der das Hospiz aufbaute.

Schwester Edith lebt seit knapp fünfzig Jahren in Eshowe, einer kleinen Stadt in der Nähe von Durban. Die Nonnen unterhalten ein Findlingsheim in Mbongolwane, in dem auch aidskranke Kinder aufgenommen werden. Ferner betreiben sie eine Schule mit Kindergarten, und auch Menschen in Not können sich an den Orden wenden. Die Schwestern helfen, wenn es den Bedürftigen an Essen und Kleidung fehlt oder eine Beerdigung bezahlt werden muss. Allerdings fällt die Finanzierung des Waisenhauses und die Unterstützung der Armen den Nonnen nicht leicht. “Berthold hatte mir davon erzählt, und ich schlug ihm vor, uns vor Ort ein Bild von der Lage zu machen”, erzählte Radr im Gespräch mit der WZ. Gesagt, getan: Die Freunde flogen nach Südafrika, im Gepäck eine Spende über 2700 Euro für das Kloster.

Während ihres mehrtägigen Aufenthalts reisten die Kurstädter mit Schwester Edith durch die Provinz. Ihr Weg führte sie unter anderem in ein Buschkrankenhaus und zum Hospiz der Brotherhood of Blessed Gérard. Das Elend, das sie dort sahen, berührte die Männer tief. Aufgrund der hohen Aidsrate in KwaZulu Natal kommen täglich zahlreiche Menschen ums Leben. Die Immunschwächekrankheit ist Todesursache Nummer 1. “In das Hospiz von Pater Gerhard gehen die Menschen, um zu sterben. In manchen Wochen sind es hier zwei bis vier Tote, in anderen Wochen stirbt täglich jemand”, berichtete Hepp. Sterbende Mütter hinterlassen Waisen, oft haben sich die Kinder schon bei ihrer Geburt infiziert. Deshalb gehört zu dem Hospiz mittlerweile auch ein Kinderheim.

Das Geld, um die aidskranken Patienten in seiner Klinik zu versorgen, erwirtschaftet Pater Gerhard über Spenden. Für diesen Zweck gründete er eine Bruderschaft. Gern hätten die beiden Bad Nauheimer dem Pater vor Ort mit einer Spende geholfen. Weil sie an jenem Tag jedoch kein Geld dabei hatten, versprachen sie ihm, er höre später von ihnen. Bei ihrem Afrikafest zeigten die Männer Freunden und Bekannten einen Film des Senders Pro 7 über das Hospiz. Im Mittelpunkt steht die erschütternde Geschichte eines dreijährigen Thembinkosi und seiner 18-jaehrigen Mutter. Beide waren an Aids erkrankt, starben nacheinander unter Qualen.

Für die Freunde steht fest: Sie wollen sich weiterhin für die Hilfsprojekte engagieren, die sie sahen. “Bei unserem Aufenthalt hat uns der Optimismus und das Organisationstalent all der Menschen sehr imponiert, die die Kranken und Armen versorgen”, zeigten sie sich beeindruckt. Wer helfen möchte, kann Kontakt unter folgenden Telefonnummern aufnehmen: 06032/35783 (Berthold Hepp) und 06032/2419 (Ronald Radr). Infos über die Brotherhood of Blessed Gérard gibt es im Internet unter www.bbg.org.za/.


Wetterauer Zeitung · Montag, den 14.09.05


Diese Seite ist Teil der Medienschau der Brotherhood of Blessed Gérard



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Diese Seite wurde zuletzt am 08-10-2009 15:58:10 aktualisiert.