Fußball-Weltmeisterschaft 2010:
Südafrika braucht Freunde ... auch nach der WM


Ein Interview von Katharina Sichla von der Katholischen Redaktion der Diözese Regensburg mit Pater Gerhard Lagleder OSB am 23. Juni 2010:

Fußball-Weltmeisterschaft:
Lautstarke Vuvuzelas, Tore, Jubel, daran denken wohl die meisten, wenn sie zur Zeit "Südafrika" hören.
Doch es gibt auch ein anderes Südafrika, das Südafrika, in dem Armut und AIDS alltäglich sind.
Über 70% der Bevölkerung im südafrikanischen Mandeni sind mit HIV infiziert.
Der Regensburger Missionsbenediktiner Pater Gerhard Lagleder hat dort vor 16 Jahren gemeinsam mit Südafrikanern die Organisation "Brotherhood of Blessed Gérard" gegründet.
So gibt es dort unter anderem neben einem Kinderheim und einem Seniorenclub auch in Hospiz, das größte in ganz Afrika, sagt Pater Gerhard Lagleder.

Die Leute sterben wie die Fliegen an AIDS und jetzt müssen wir dem Einhalt gebieten und das tut unser Hospiz, weil wir nicht nur für Sterbende da sind und die Sterbenden in ihrem Sterben würdevoll begleiten, sondern weil wir auch AIDS Behandlung durchführen.

Rund 90 Hauptamtliche und über 100 Ehrenamtliche arbeiten an verschiedenen Projekten mit, um die Not der Menschen zu lindern. Dazu gehört auch Aufklärungsarbeit, denn der Irrglaube in Afrika ist noch groß. So glauben viele Infizierte, das sie durch Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau AIDS los werden können.

Es werden immer jüngere Mädchen vergewaltigt, denn der Durchschnitts-Zulu beginnt mit etwa zwölf Jahren, sexuell aktiv zu sein.  Also Jungfrauen über 12 gibt es kaum noch. Jetzt werden also immer jüngere Kinder vergewaltigt. Ich habe selbst in meinen eigenen Händen ein neun Monate altes Baby gehalten, das von ihrem eigenen Vater vorher vergewaltigt worden war.

Außerdem meiden  viele Menschen die AIDS-Kranken weil sie meinen, dass die Krankheit durch böse Geister hervorgerufen ist. Im Hospiz dagegen werden die Kranken fürsorglich betreut, was sie selbst kaum glauben können.

Die Leute kriegen so einen – ich sag gern einen – „Kulturschock der Liebe“ wenn die zu uns kommen. Auf einmal sind sie wichtig, werden sie gefragt: „Brauchen Sie noch was? Kann ich Ihnen noch was tun? Hätten Sie gern ein zweites Stück Toast zu ihrem Frühstück?“ Und der Patient wird also ernst genommen und er wird geliebt, man ist für ihn da, Tag und Nacht.

Die ganze Welt schaut seit gut zwei Wochen wegen der Fußballweltmeisterschaft auf Südafrika. Pater Lagleder sieht darin auch eine Chance, die Menschen auf sein Hilfsprojekt aufmerksam zu machen. Und dafür wird auch viel getan. So haben er und seine Mitarbeiter zum Beispiel im Facebook eine Gruppe gegründet.

Und wir bitten jetzt die Menschen, dass sie uns helfen, dass diese Armen, dass die Verlassenen, dass die Hilfsbedürftigen auch Gewinner dieser WM werden und wir hoffen, dass wir da einiges an Resonanz bekommen.

Die Facebook-Gruppe lautet übrigens „Fußball WM 2010. Südafrika gewinnt Freunde, andere wohl die WM“. Klicken Sie sich doch einfach mal rein. Dort finden Sie viel Information rund um das Hilfsprojekt.

Katharina Sichla, Katholische Redaktion.


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Letzte Aktualisierung am 17-04-2013 22:10:23