Pater Gerhard Lagleder auf Heimaturlaub

Ein Interview der Katholischen Rundfunkredaktion, Diözese Regensburg, mit Pater Gerhard Lagleder OSB.
Aufgezeichnet am 3. Juni 2009, gesendet in Radio Charivari am 28. Juni 2009.

Die ganze Welt blickt ja nächstes Jahr nach Südafrika.
Grund dafür ist die Fußballweltmeisterschaft.
Die bringt dem Land hoffentlich durch das Geld der Fußballfans einen Aufschwung.
Den hat Südafrika auch dringend nötig, wie der Regensburger Pater Gerhard Lagleder nur allzu gut weiß.
Seit über 20 Jahren lebt er in Südafrika und hat dort eine eigene Hilfsorganisation gegründet, die Bruderschaft des Seligen Gerhard, benannt nach dem Ordensgründer der Malteser.

Pater Gerhard Lagleder ist zur Zeit in Deutschland auf so genanntem Heimaturlaub, wobei seine Heimat eigentlich mittlerweile in Mandeni in Südafrika ist.
Hier kümmert er sich um HIV-Infizierte, Aidskranke und AIDS-Waisen.

Was die Situation des Landes betrifft, sind wir immer noch an der aufsteigenden Linie, was die HIV-Infektionen betrifft, und dies ist schlimm.

Besser dagegen ist die Situation seiner eigenen Hilfsorganisation.
Ein Kinderheim konnte angebaut werden, das Hospiz wurde erweitert und es konnte eine neue Klinik gebaut werden, in der HIV-Infizierte mit speziellen Medikamenten behandelt werden.
Das ist wichtig, denn sonst würden diese Menschen sterben.
Sicherlich ist Aids nach wie vor eine zum Tod führende Krankheit.

Aber wenn die Leute dann noch 15-20, vielleicht 25 Jahre bei guter Gesundheit weiterleben können, ihre Kinder aufziehen können, und zur Arbeit gehen können, und damit wieder Geld verdienen und damit unabhängig werden von den Almosen, dann ist ja da unheimlich viel geleistet damit.

Mandeni ist eine Aids-Hochburg.
88 % der AIDS-Tests weisen eine Infektion mit HIV auf.
Die Armut spielt hierbei eine große Rolle.
Frauen verdienen deutlich weniger als Männer bzw. Frauen sind zum großen Teil arbeitslos.
Deshalb schaffen Sie sich laut Pater Gerhard Lagleder so genannte „Sugar daddies“ an.
Ein „Sugar daddy“ ist ein Mann, mit dem eine Frau eine mittelfristige finanzielle und geschlechtliche Beziehung eingeht.

Das heißt er zahlt nicht pro Geschlechtsakt für die Dienste seiner Bettkumpanin, sondern der bezahlt in wöchentlichen oder monatlichen Raten.
Aber einer dieser „Sugar daddies“ reicht nicht.
Jetzt haben die Frauen dann 3, 4, 5 verschiedene, und damit ist die Promiskuität so extrem hoch, und damit haben wir den Weltrekord an AIDS Raten.

Jetzt macht sich auch noch die Wirtschaftskrise bemerkbar.
Viele Fabriken müssen schließen.
Das bringt ein weiteres Problem für Mandeni mit sich.

Die Leute, die eben aus dem Busch rausgekommen sind, um im Industriegebiet zu arbeiten, können aber nicht mehr zurück.
Jetzt bleiben die alle da.
Und jetzt haben wir bei uns in unserem Bereich eine Arbeitslosigkeit von über 50 % der arbeitsfähigen Bevölkerung.
Und dann braucht man sich nicht wundern, dass die Kriminalitätsrate extrem hoch ist.

Pater Gerhard Lagleder lässt sich von alle dem aber nicht unterkriegen.
Er, seine 70 hauptamtlichen und seine 1000 ehrenamtlichen Mitarbeiter stehen den AIDS-Kranken und Aidswaisen weiter helfend zur Seite.
Momentan ist übrigens gerade geplant, ein Haus zu kaufen, um dort die älteren Waisen-Kinder durch Pflege-Eltern auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten.
Doch das ist nur über Spenden möglich.

Claudia Bresky,
Katholische Redaktion

 



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Diese Seite wurde am 19.9.2011 erstellt. Letzte Aktualisierung am 17-04-2013 22:00:28