Radio Chiemgau

Malteser Südafrika

Ein Interview mit Pater Gerhard Lagleder vom 8. November 2004

 


“Malteser ist man nicht allein”, so heißt einer der Leitsätze der Malteser.
Fast ein halbes Jahrhundert gibt es die Helfer der Erzdiözese München-Freising nun schon.
Aber statt zu feiern unterstützen sie ihre Kollegen in Südafrika.

Aids ist das große Thema auf dem schwarzen Kontinent, so Peter Volk von den Maltesern Traunstein:

„Es ist so, dass es in Mandeni in der Region in Südafrika die höchste Aidsrate der Welt gibt, d.h. es sterben sehr viele Menschen an Aids.
Es sind sehr viele Aidswaisen da.
Wir wollen zum einen dieses Hospiz unterstützen, in dem aidskranke Menschen würdig gepflegt werden bis zu ihrem Sterben.
Zum anderen aber das Kinderheim unterstützen, in dem Aidswaisen, die ihre Eltern auf Grund von Aids verloren haben, gepflegt, betreut (werden) und ihnen eine Zukunft verschafft wird.“

Fast 500 ehrenamtliche Helfer versuchen in der südafrikanischen Malteserorganisation der Not entgegenzutreten.
Ein Traunsteiner* ist schon seit 12 Jahren in Südafrika: Pater Gerhard Lagleder.
Er hat das Hospiz damals gegründet und war schon seit sieben Jahren nicht mehr zuhause.

„Ich hab es mir nicht leisten können zeitlich, weil ich soviel Arbeit gehabt habe, um diese verschiedenen Projekte aufzubauen.
Es sind ja nicht nur diese beiden Projekte, die jetzt genannt worden sind, sondern es sind zwölf caritative Projekte.
Aber die beiden Wesentlichsten und Wichtigsten sind natürlich unser Kinderheim und unser Hospiz, in dem wir uns um Aidspatienten annehmen.“

Und auf Hilfe ist sein Hospiz unbedingt angewiesen, sagt Pater Gerhard:

„Ja wir versuchen natürlich soweit wir können und soviel wir können Menschen anzusprechen, die uns helfen.
Ich bin sehr stolz zu sagen , dass 30 Prozent unserer Einnahmen aus dem Land selber kommen.
Aber die anderen 70 Prozent , die müssen wir halt irgendwo anders von guten Menschen uns erbetteln.
Das Problem ist, dass wir keine Patientenbeiträge erheben können, denn einem Nackten kann man nichts aus der Tasche ziehen.
Und wenn jemand keinen Knopf Geld hat, dann kann ich nicht erwarten, dass er mir Geld gibt.
Die wenigsten wissen, wie man 'Krankenkasse' buchstabiert und von denen kann man sich nichts erwarten.
Also müssen wir alles durch Spenden finanzieren.“


* Danke für die "Einbürgerung" ;-))
Korrekterweise bin ich nur insofern "Traunsteiner", dass meine Mutter in der Ludwigstraße in Traunstein geboren ist und dass ich in Max und Gabriele Rauecker sehr liebe Freunde in Höfen habe, bei denen ich jedesmal gern zu Gast bin, wenn ich mal nach Deutschland kommen kann.

Pater Gerhard

 



Zurück zur Homepage der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 31-03-2013 23:22:39 aktualisiert.