Teddybären für ein Kinderheim in Südafrika

Sendung über Blessed Gérard's Kinderheim am 28. Februar 2001:

In Südafrika greift der HIV-Virus immer weiter um sich... und lässt zahlreiche Kinder verwaist zurück!
Zur Unterstützung eines Heimes für diese gibt es eine Teddybär-Spendenaktion.
Ein Gespräch mit Gabriele Rauecker, Mit-Engagierte der Malteser in München.


      Buy a
      Bear for a
      Baby!
Wenn Sie Kinder haben, dann glaube ich – zumindest wenn sie hier in Deutschland und in diesen gut situierten Ländern zuhause sind – dass bestimmt ihr Kind nicht nur Kuscheltiere hat, sondern wahrscheinlich auch einen Teddybär, den Klassiker schlechthin, den man manchmal sogar, so ist es mir gegangen, zur  Geburt bekommt, und der dann mit einem alt wird. Teddybären sind genau so wenig selbstverständlich, wie es selbstverständlich ist, dass Kinder überhaupt diesen Luxus von Kuscheltieren bekommen, beispielsweise in Südafrika und überhaupt in Afrika sieht das natürlich ganz anders aus. „Buy a bear for baby!“ übersetzt „Kaufe einen Teddybären für ein Baby!“ so heißt eine Spendenaktion, die ins Leben gerufen wurde von Pater Lagleder. Pater Lagleder ist Missionsbenediktiner und in Südafrika und gut befreundet mit Gabriele Rauecker, die ebenfalls bei den Maltesern in München beschäftigt ist. Frau Rauecker habe ich jetzt am Telefon. Guten Tag, Frau Rauecker!

Grüß Gott!

Frau Rauecker, die Aktion „Buy a bear for a Baby“ oder salopp übersetzt die Teddybärenspendenaktion, was steckt dahinter?

Es geht dabei um die Unterstützung der Südafrikanischen Malteser, die Pater Gerhard Lagleder gegründet hat, die seit 5 Jahren ein Sozialzentrum dort unten betreiben, das eigentlich gedacht war, um sterbenden Kranken die Versorgung zu ermöglichen, und in das etwa seit einem halben Jahr immer mehr Kinder gebracht werden, und Babys gebracht werden, die entweder selbst sehr schwer krank sind, oder die verwaist sind, weil die Eltern an AIDS oder an anderen Krankheiten gestorben sind, oder sie nicht mehr versorgen können. Und weil dies eben kein guter Zustand ist, Kinder in einem Nebenzimmer des Sozialzentrums da provisorisch unterzubringen, hat man den Entschluss gefasst, ein Kinderheim zu bauen, und um dieses Kinderheim also anzubauen an das bestehende Sozialzentrum, und um dies zu finanzieren, wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen unter den Motto „Buy a bear for a baby“ also „Kauf einem Kind einen Teddybären“, um ja Geld zu kriegen und die Einrichtung überhaupt und den Aufbau zu ermöglichen und den Betrieb zu ermöglichen.

Das heißt von den Spenden werden selbstverständlich nicht eins-zu-eins Teddybären gekauft, weil es viel nötigere Dinge für die Kinder gibt, aber es wird durchaus auch Spielzeug für die Kinder davon angeschafft.

Ja natürlich. Also, Kinder brauchen mehr als nur satt und sauber zu sein. Natürlich wird davon auch Spielzeug gekauft, aber – ich habe es selber gesehen, ich war selber in Südafrika unten – den Kindern fehlt es am Nötigsten und dies ist natürlich die vordringlichste Aufgabe, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu schaffen, die Kinder vernünftig einzukleiden und vernünftig zu ernähren. Es gibt dort ja auch Hungererscheinungen bei den Kindern, und natürlich die Krankheiten zu heilen, die Krankheiten des Körpers und der Seele muss man wirklich sagen, weil auch sehr viele missbrauchte und misshandelte Kinder dabei sind.

In welchem Alter sind die Kinder?

Im Moment sind die Kinder vom Säuglingsalter bis etwa 4, 5 Jahre alt, die also im Zentrum leben. Es sind derzeit acht Kinder, die dort sind.

Was wird mit den Kindern konkret gemacht? Was sind, ja, Aktionen, die vor Ort konkret dann in dem provisorischen Kinderheim, was es ja nun zurzeit gibt, ablaufen?

Also, das ist individuell verschieden. Die Kinder kommen auch in verschiedener Verfassung, es kommen Kinder, denen man eigentlich nur noch die letzten Tage mit Liebe etwas verschönern kann, die also zum Sterben kommen, die selber an AIDS erkrankt sind. Es kommen aber auch Kinder, deren Entwicklung einfach gestört ist, und die versorgt werden müssen, die angezogen werden müssen, und überhaupt mal so etwas wie ein Zuhause erfahren müssen. Da sind die Mitarbeiter sehr engagiert, um denen ja auch so etwas wie eine Familie zu ersetzen, und ihnen das Gefühl zu geben, da zuhause zu sein und geliebt zu sein. Man kann also jetzt nicht sagen, es gibt ein festes Programm, sondern die Kinder werden je nach Bedarf versorgt, natürlich mit dem lebensnotwendigsten und mit dem was gerade ansteht. Man versucht darüber hinaus auch Partnerfamilien zu finden, die Kinder aufnehmen oder adoptieren, um da wirklich die bestmögliche Versorgung für die Kleinen da zu erreichen.

Jetzt ist, wenn die Kinder zu Ihnen kommen, oder gebracht werden im wahrsten Sinne des Wortes leider, ja auch gleichnamiges Kind schon in den Brunnen gefallen. Was gibt’s denn für Möglichkeiten, gerade was Aids angeht, eben präventiv was zu tun?

Also, das Wichtigste, denke ich, ist die Aufklärung der Bevölkerung überhaupt über die Ansteckungswege. Es ging ja auch vor einiger Zeit groß durch die Presse, dass in Afrika immer noch geleugnet wird, dass AIDS eine Infektionskrankheit ist, die man auch mit entsprechenden Vorbeuge-Maßnahmen verhindern kann. Es ist in dem Gebiet sehr weit verbreitet. Also über 80 % der Bevölkerung wird HIV-positiv getestet. Da ist Aufklärung sehr notwendig. Auch das machen die südafrikanischen Malteser, eben Aufklärungen, dass eben die hohe Promiskuität, die es gibt, einfach dem großen Vorschub leistet und da wirklich Böses bewirkt.

Sie waren selber – sie haben es gerade eben kurz erwähnt – in Südafrika, in Mandeni, dort wo das zurzeit provisorische, hoffentlich dann besser eingerichtete Kinderheim ist. Wie ist Ihr persönlicher Eindruck?

Ja, wenn man da aus Europa so hinkommt, dann ist man schon erst mal betroffen von den Verhältnissen, die man dort sieht. Das Umfeld, das man dort erlebt, ist schon ganz anders und es ist wirklich unvorstellbar, wie manche Menschen dort leben müssen. Umso begeisterter war ich vielleicht von dem, was ich dort erleben durfte. Die Hilfe wie sie dort ankam. Das ist nämlich wirklich ein immenser Erfolg, den man da hat, wenn man sieht, wie die Leute aus den Slumgebieten, die dort auch sind, gebracht werden und dann wirklich in einem vernünftigen Krankenbett gepflegt werden können. Da kommt die Hilfe wirklich direkt an. Das ist auch ein Grund, warum ich die Aktion eigentlich unterstütze, vor allem dann auch wenn es um Kinder geht.

Darüber hinaus wird sogar angeboten, dass man nicht nur spenden kann, sondern für eine Spende, die jenseits der zehn Mark – und weiß Gott möglich in unseren Breiten – liegt, dass man da sogar was gewinnen kann. Das wird heute Abend passieren. Da wird tatsächlich etwas ausgelost werden unter allen, die tatsächlich die zehn Mark aufgebracht haben.

Ja, es ist so, dass es gelungen ist, in Südafrika einen Sponsor zu finden, der gesagt hat: „Ich gebe Euch nicht Geld, sondern ich kann Euch einen Flug von mir geben.“ Das ist ein Reisebüro und dieses Reisebüro hat einen Flug Deutschland-Südafrika-Deutschland gespendet und eine Übernachtung in einem …, ja „Shakaland“ ist so ein touristisches Zulu-Dorf. Dies wird unter allen Spendern verlost werden. Für jeweils 10 Mark hat man praktisch ein Los erworben und das wird heute Abend dann die große Verlosung stattfinden, …

Wunderbar!

… die mit Spannung  unter allen Spendern wahrscheinlich erwartet wird.

Das denke ich auch. Die ist heute Abend die Auslosung. Trotzdem lohnt es sich natürlich zu spenden. Wir werden gleich die Kontonummer bekannt geben. Wir, das heißt meine lieben Kollegen in der Redaktion, denn wir werden die Telefonnummer der Domradio-Hotline angeben. Dann ist es leichter, das alles mitzuschreiben, was die Kontoverbindung angeht, um zu spenden für die Erweiterung des Kinderheims in Mandeni in Südafrika. Das war Gabriele Rauecker, Mitarbeiterin der Malteser in München. Vielen Dank!

Ja, vielen Dank auch an Sie!

Tschüss!

Tschüss!


Diese Seite ist Teil der Medienschau der Brotherhood of Blessed Gérard



Zurück zur Homepage der Brotherhood of Blessed Gérard


Letzte Aktualisierung am 31-03-2013 22:56:17