Glaubenskurs:
Zum Welt-Aids-Tag:
Ein Himmel von Pflege inmitten der Aids-Hölle
mit P. Gerhard Lagleder

Interview von Gaby Kuhn mit Pater Gerhard Lagleder OSB am 1. Dezember 2010: 16:30 (Live-Sendung)

 

Grüß Gott, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen! Ganz herzlich willkommen bei uns auf Radio Gloria. Mein Name ist Gaby Kuhn und ich darf Sie wieder durch die Sendung begleiten. Unser heutiger Gast ist der Pater Gerhard Lagleder. Weil aber der Pater Gerhard kein Schweizer Deutsch versteht, werde ich ab jetzt in Schriftdeutsch weitersprechen. Seit 1988 erinnert der Welt-AIDS-Tag alljährlich am 1. Dezember an die lebensbedrohliche Krankheit. Der bayerische Benediktinerpater und Missionar Gerhard Lagleder wird damit täglich konfrontiert. Pater Gerhard Lagleder weiß, was den Menschen in der Region Mandeni, der AIDS-Hölle Afrikas, hilft und was nicht. Seit mehr als 20 Jahren ist er als Missionar tätig und kämpft mit 700 Mitstreitern gegen die todbringende Seuche. Besonders tragisch ist, dass immer mehr Kinder in Südafrika an AIDS erkranken. Pater Gerhard hat dort die Bruderschaft des Seligen Gerhard gegründet, eine Hilfsorganisation des Malteserordens. An dieser Stelle übergebe ich Pater Gerhard das Wort, damit er uns mehr über sein Werk berichten kann. Grüß Gott, Pater Gerhard, und herzlich willkommen bei uns auf Radio Gloria!

Grüezi wohl und herzlich willkommen auch hier bei uns, heute wenigstens über den Äther, hier in Südafrika, im Zululand, das leider als die AIDS Hölle der Welt bekannt geworden ist, weil bei uns die Rate der HIV-infizierten Menschen enorm hoch ist. Ich weiß natürlich nicht wie viele in der Schweiz HIV-positiv sind, aber landesweit gesehen sind das in Südafrika etwa ein Drittel der Bevölkerung, dann in dem Kanton – würden sie's nennen – wir nennen dies eine Provinz, in der Provinz Zululand sind es zwei Drittel der Bevölkerung, die HIV-positiv sind, und dann gibt es endemische Gebiete mit einer sehr hohen Ansteckungsrate. Und das Gebiet um Mandeni, wo wir sind, dort sind drei Viertel der Bevölkerung HIV-positiv. Also ein Inferno an AIDS Infektion! Und da muss die Kirche was tun! Da kann ich nicht nur fromme Worte predigen. Das tue ich natürlich auch, aber wir müssen die Worte Christi in die Tat umsetzen, d.h. das Evangelium, das die Menschen heutzutage lesen, ist das gelebte Evangelium. Und wenn wir die Liebe Gottes in die Tat umsetzen, dann wird es den Leuten spürbar und dies ist auch die moderne Missionsarbeit, dass wir den Menschen den Glauben durch die liebende Tat nahe bringen, so dass sie dann sich selber fragen: „Warum tut denn der das eigentlich?“ Und somit, wenn man Ihnen dann die Antwort gibt, dass man das tut wegen der Liebe Gottes, weil man Ihnen die Liebe Gottes weiter schenken will, dann viel offener sind, dass man Ihnen auch vom Glauben etwas erzählt und Ihnen Gott weiter bringt. Also wir leben in einem Gebiet mit einer enorm hohen Ansteckungsrate und deshalb müssen wir was tun.

Pater Gerhard, können Sie erklären, was Sie dagegen tun? Was Ihr Werk vom Seligen Gerhard da unternimmt?

Was wir in unserem Werk tun, in der AIDS Arbeit, sind ganz verschiedene Dinge:

  1. Das erste, was wir tun, und womit wir schon vor sehr vielen Jahren angefangen haben, das ist die AIDS Aufklärung, die Aufklärung der Bevölkerung über den HIV-Virus und über die AIDS Krankheit. Sie müssen wissen, dass ein Großteil der Bevölkerung hier davon ausgeht, dass Krankheit hervorgerufen ist durch böse Geister, durch Verhexung, Verwünschung, Verzauberung, und wenn man denen von einem Human-Immun-Defizienz-Virus was erzählt, und was der im menschlichen Blut tut, dann verstehen die gar nichts. Also müssen wir in unserer AIDS und HIV Aufklärung wirklich bei ganz einfachen biologischen Grundbegriffen anfangen, und den Menschen erst mal klarmachen, was die HIV Infektion wirklich ist, wie man sich infizieren kann, wie man sich nicht infizieren kann, wie man sich schützen kann, und was, wenn wir uns infiziert hätten, was dann im Körper passiert, und was die Medikamente, die wir den Menschen geben, tun, die dann den HIV-Virus nicht zwar nicht töten können, aber die den HIV-Virus dann an der Vermehrung hindern können. Also zum ersten Mal machen wir die AIDS Aufklärung.

  2. Zweitens, wir betreiben das größte Hospiz Südafrikas, d.h. das größte stationäre Hospiz Südafrikas. Wir haben 40 Betten in unserer Krankenstation und die sind leider immer fast überbelegt, das heißt oft ist das Bett noch gar nicht kalt, wenn einer gestorben ist, und der nächste Patient wird schon reingelegt. Also wir haben eine enorme Anzahl an Patienten und einen enorm großen Bedarf. In diesem Hospiz machen wir auch wieder vier verschiedene Dinge:

    1.  Das eine ist die Ausbildung der Bevölkerung, denn es ist ja wichtig, dass die Familienangehörigen zuhause so viel als möglich für ihren Kranken tun können. Viele Krankenhäuser schicken die AIDS-Kranken einfach nachhause, weil sie sagen: „Wir können Dir ohnehin nicht helfen.“ Und dann muss die Familie damit zurechtkommen. Und deshalb bilden wir die Familien in häuslicher Krankenpflege aus, so dass sie sich um ihre Kranken zuhause kümmern können.

    2. Wo dies nicht ausreicht, dort bieten wir Tagespflege an. Ich denke, in der Schweiz nennt man's auch Tageskliniken, d.h. man kann den Kranken zu uns ins Hospiz bringen. Wir kümmern uns um den tagsüber und wenn die Familienangehörigen dann abends von der Arbeit nachhause gehen, dann können Sie Ihren Kranken mitnehmen und dann bleibt der Patient in der gewohnten häuslichen Umgebung zuhause, ist aber dann tagsüber trotzdem gut versorgt mit allen medizinischen und allen pflegerischen und allen beschäftigungstherapeutischen Dingen, die er eben braucht.

    3. Zum dritten bieten wir an, dass wir die Patienten stationär aufnehmen können. Und ich muss Ihnen leider ehrlich gestehen, dass dies immer mehr der Fall ist, denn das Problem ist, dass die Leute ja in einem oft sehr unwegsamen Gelände leben. Das Zululand ist so ein Bergland – keine so schönen und hohen und verschneiten Berge wie in der Schweiz – aber es ist doch ein sehr hügeliges Land. Und es ist enorm schwierig für viele dieser Familien, dass sie überhaupt für die AIDS-Kranken zuhause sorgen. Stellen Sie sich vor, sie müssen kilometerweise ins Tal gehen, und dort Wasser zu holen. Und jetzt haben Sie einen AIDS Patienten im Endstadium, der dauernd erbricht, der dauernd Durchfälle hat, wo sie die Bettwäsche ein paarmal pro Tag wechseln müssen. Und das können viele Familien einfach nicht leisten. Außerdem sind nicht immer die Leute zuhause. Ein paar haben ja doch Arbeit. Aber es ist auch ein Riesen-Stigma da. Und Stigma heißt, die Leute haben eine Scheu vor dem Kranken, das heißt die weichen dem Kranken aus. Sie erinnern sich, ich hab vorher schon gesagt, die Leute meinen, Krankheit sei hervorgerufen durch böse Geister, Verhexung, Verwünschung, Verzauberung. Und wenn ich als Familienangehöriger mich jetzt um diesen Kranken kümmere, dann mein in die Leute, dass die bösen Geister das nicht wollen. Denn die bösen Geister wollen ja, dass ich krank bin. Also wenn mein Angehöriger mich jetzt pflegt, dann haben die Angst, dass die bösen Geister sich an mir jetzt rächen, weil ich Ihnen sozusagen die Freude an dem, was sie angerichtet haben, nehme. Und so haben die eine große Scheu, überhaupt mit einem Kranken was zu tun zu haben. Und so liegen eben viele dieser AIDS Kranken einfach völlig verwahrlost und ungepflegt zuhause. Und so müssen wir eben sehr häufig die Patienten lieber dann zu uns ins stationäre Hospiz herein nehmen, damit sie ordentlich gepflegt und ordentlich medizinisch behandelt werden.

    4. Und, dann natürlich haben wir im Jahr 2003 bereits mit der AIDS Behandlung angefangen, und zwar mit den so genannten Anti-Retro-Viralen Medikamenten. Und diese antiretrovirale Behandlung ist eine Behandlung, die das Aidsvirus zwar leider nicht im menschlichen Blut töten kann – wir hoffen immer noch, dass es irgendwann mal eine Entwicklung gibt, dass dies medizinisch möglich ist – aber diese antiretroviralen Medikamente können das Aids Virus an der Vermehrung im menschlichen Blut hindern. Ein Patient mit voll ausgebrochenem AIDS produziert ja Milliarden von neuen HIV-Viren jeden Tag. Und an dieser wahnsinnig hohen Vermehrung gehen die Leute kaputt. Das heißt, es werden ein paar Viren beim Geschlechtsverkehr in den Körper reinkommen, aber dann vermehren sich die wie verrückt, und im voll ausgebrochenen AIDS hat der Patient über 1 Million von HIV Viren pro Tropfen Blut, pro Kubikmillimeter. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Wenn der HIV-Virus nicht das kleinste Lebewesen, das bekannt ist, wäre – mit 70/1000 mm Größe, also enorm klein – dann hätten so viele Viren gar nicht in einem Tropfen Blut Platz. Und wir können mit diesen Medikamenten die Virenbelastung von dieser über 1 Million runterfahren auf unter 50, auf unter 50 pro Kubikmillimeter. Und das heißt auf Deutsch, dass der Patient dann eine so genannte unentdeckbare Virenbelastung hat und es ihm damit wieder gut geht. Der Körper kann dann seine normale Verteidigungsfunktion, seine normale Immunfunktion wieder aufbauen. Und die CD4 Helferzellen, das sind die Zellen, die der HIV-Virus verwendet, um sich mit ihnen zu vermehren, die eigentlich Zellen des Körpers sind, die für das Immunsystem des Körpers wichtig sind, und diese CD4 Helferzellen, die verwendet der Virus, wandelt sie um, wenn ich so sagen darf mit einfachen Worten, in eine Virusfabrik, so dass sie also nicht mehr den Körper schützen, sondern den Körper zerstören durch die Produktion dieser HIV Viren. Und genau dies erreichen wir mit dieser AIDS Behandlung. Und diese AIDS Behandlung haben wir bereits im Jahr 2003 begonnen – wer sich auskennt in Südafrika, der weiß, dass zu dieser Zeit unser damaliger Staatspräsident ja leider sich verhalten hat wie ein Vogel Strauß und den Kopf in die Erde gesteckt hat und gesagt: „Das Problem AIDS gibt’s bei uns gar nicht“ und die Gesundheitsministerium ist auf internationale Aidskonferenzen gefahren, und hat dort verbreitet, dass wenn man Knoblauch isst und Rote Beete, wäre dies viel gesünder und diese giftigen Medikamente würden den Körper nur zerstören. Und damit hat man erreicht, dass also sehr viele Patienten gar nicht erst mal sich behandeln lassen wollten, denn wenn der Staatspräsident und die Gesundheitsministerin das sagt, dann wird es schon stimmen. Und so haben sich diese einfachen Leute davon beeinflussen lassen und so sind eben bei uns enorm hohe HIV Raten entstanden, auch durch diese verfehlte Politik. Gott sei Dank, unser neuer Staatspräsident und unser neuer Gesundheitsminister denken hier anders, und so ist jetzt eine gute AIDS-Behandlung auch durch die Regierung möglich, aber wir haben es Jahre vor der Regierung gemacht. Und wir sind eigentlich stolz, dass wir in unseren Gebiet auch den Regierungsstellen geholfen haben mit unserer Erfahrung, dass sie ihre eigenen Aidsbehandlungsprogramme in die Wege leiten konnten. Das heißt wir haben am Anfang deren Leute ausgebildet. Und da sind wir ganz schön stolz darauf, dass wir da diesen Vorsprung an Erfahrung und Ausbildung hatten, und den dann weitergeben konnten. Und so leisten wir also in einem sehr großen Bereich AIDS Hilfe.

  3. Und den letzten Bereich darf ich natürlich nicht vergessen, nämlich dass wir uns auch um AIDS-Waisen kümmern. Der Begriff AIDS-Waise ist ein bisschen ein eigenartiger Begriff, denn man meint damit, dass ein Kind keine Eltern mehr hat, weil die Eltern an HIV und AIDS gestorben sind, und die dann übrig bleiben. Es ist im Zululand so, dass es ein sehr gutes Sozialsystem gibt. Und wenn ich – nehmen wir an ich wäre verheiratet – und wenn ich  verheiratet bin und sterbe, dann müsste mein Bruder meine Frau und meine Kinder übernehmen. Es gibt wir bei uns die Polygamie, die  Mehr-Ehe (Ein Mann kann mehrere Frauen haben). Und der nimmt dann einfach die Frau mit in seinen Haushalt und alle Kinder mit in den Haushalt auf und damit sind die Frauen und die Kinder versorgt, wenn der Mann stirbt. Aber das Problem ist, dass jetzt all diese Brüder und Schwestern auch schon AIDS gestorben sind. Erinnern Sie sich, ich hab gesagt: Bei uns sind drei Viertel der Bevölkerung HIV-positiv. Und jetzt gibt‘s oft keine Brüder und Schwestern mehr. Und dann bleiben die Kinder übrig. Dann ist erst mal die Oma dran, die Großmutter. Und die Großmutter muss sich dann um die Enkelkinder kümmern. Ich hab's einmal erlebt. Ich bin gerufen worden zu einem AIDS Patienten, dem es ganz schlecht ging. Und in dem Moment, als ich ankam, hat er gerade seine letzten Atemzüge gemacht. Und dann hat mich die Mutter des gerade Verstorbenen mit vor die Hüte genommen und hat mir dort die Gräber ihrer anderen Kinder gezeigt. Da sagte sie: „Das war mein Sohn. Das war meine Tochter. Das war mein Sohn. Das war meine andere Tochter.“ Und in der Hütte dieser Oma, dieser Großmutter, sind mindestens 15 Kinder rum gelaufen und rum gehüpft. Und so musste diese Großmutter dann mit 15 Enkelkindern zurechtkommen, die von all ihren verstorbenen Kindern waren. Und so haben wir also jetzt diese von Großmüttern geführten Haushalte. Und wenn jetzt die Oma auch noch stirbt an Altersschwäche, dann gibt es die von Kindern geleiteten Haushalte. Das heißt, dass ein 13-14 jähriger vielleicht, oder fünfzehnjähriger, auf einmal die Vater- oder die Mutterrolle übernehmen muss, für die jüngeren Geschwister sorgen muss, für sie kochen, waschen, putzen muss. Aber jetzt haben die natürlich kein Geld. Woher sollen sie das Geld nehmen, dass sie Nahrungsmittel kaufen? Und so kommt es dann zu einer zweiten AIDS-Welle, dass die älteren Mädchen von diesen Familien dann ihren Körper wieder verkaufen an die Männer um mit dem Geld dann wenigstens für ihre jüngeren Kinder zu sorgen. Und darum haben wir gesagt: „Mensch, so geht's nicht weiter! Was wir tun müssen ist, dass, wenn es solche Kinder gibt, die keine Angehörigen mehr haben, dass wird denen ein neues Zuhause, ein neues Heim anbieten.“ Und somit haben wir vor inzwischen zehn Jahren unser Kinderheim angefangen, nicht nur mit AIDS Waisen, sondern auch: Wir haben ausgesetzte Kinder. Wir haben missbrauchte, misshandelte Kinder, früher unterernährte Kinder. Wir haben körperlich und geistig behinderte Kinder drunter, insgesamt 43 Kinder, aber es sind auch AIDS Waisen drunter. Und so kümmern wir uns eben um diese Kinder, bieten denen ein Zuhause, bieten wir ihnen eine warme Stube, geben ihnen die Ausbildung, sie sie brauchen, aber was die Kinder natürlich noch mehr brauchen als alles andere, ist eine Art elterlicher Liebe. Und so kann ich als Priester ganz laut sogar im Kirchenradio sagen, dass ich Vater von 43 Kindern bin, in dem Sinne, dass ich wie ein Vater diese 43 Kinder gern habe, und dass diese Kinder mich als ihren Vater verstehen, und ich in diese Vaterrolle hinein geschlüpft bin. Und so sind wir eine liebende Familie, die zusammenhält, und die gemeinsam in die Zukunft schaut. Also, es ist ein unendlich großes Gebiet das durch die AIDS Infektion hier bei uns sich auftut, wo die Kirche einfach was tun muss, und wo wir versuchen, das zu tun, was wir tun können, und genau das haben wir hier angefangen.

Da danke ich, Pater Gerhard, dass wir hier eine Pause einlegen, damit unsere Zuhörer ein Lied anhören können. Das ist der Titel „Maria, zeige mir den Weg!“

(Musikeinlage)

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wir haben einen Gast bei uns. Der Gast ist der Pater Gerhard. Der Pater Gerhard ist seit 20 Jahren im Zululand in Mandeni und hat dort das Hilfswerk für die AIDS-Kranken. Pater Gerhard, darf ich Sie bitten, dass Sie uns weiter berichten über ihr Werk?

Die Leute fragen mich manchmal: „Ja, sag mal, wie vielen Leuten helft Ihr eigentlich?“ Wir helfen tausenden von Leuten. Im AIDS Behandlungs-Programm haben wir knapp 500 Patienten. Und die Leute fragen mich dann immer: „Ja, sag mal, es gibt also viele Aidskranke. Könnt Ihr nicht allen AIDS-Kranken helfen?“ Den Leuten gebe ich dann immer die Antwort, die von der Mutter Theresa mal verwendet wurde, wo die Mutter Theresa auch gefragt wurde: „Ja in eurem Heim für Kranke habt ihr Dutzende von Kranken, aber es gibt ja Tausende und zehn tausende von Menschen, die deine Hilfe bräuchten.“ Und da hat die Mutter Theresa geantwortet: „Wir können nicht die ganze Welt retten, aber für jeden einzelnen, den wir retten, bedeutet das jeweils die ganze Welt.“ Also wenn wir uns um den einzelnen wirklich gut kümmern, wenn wir dem helfen, wenn wir dem Christus näher bringen, wenn wir ihm die Liebe Gottes spürbar machen, und wenn wir ihm die Angst nehmen, wenn wir ihm die Furcht vor dem Tod nehmen, und wenn er so einen guten Tod haben kann, wenn er so von diesem Leben in die Hände Gottes übergehen kann, dann ist es eigentlich eine wunderschöne Sache. Und das wollen wir der Hospizarbeit erreichen, dass wir die Menschen einen menschenwürdigen Tod sterben lassen, dass sie behütet und beschützt und mit viel Liebe in die Hände Gottes übergehen. Man muss natürlich wissen wo die Leute herkommen. Das sind oft grässliche Zustände. Ich habe vorhin schon gesagt, dass die Leute oft sehr vernachlässigt sind. Ich habe Leute von ihren Hütten abgeholt, die wochenlang in ihren eigenen Fäkalien gelegen sind, die völlig unterernährt waren. Ich habe – ich mag's fast nicht erzählen, aber – ich hab Leute erlebt, wo die Maden in den Bettgeschwüren drin waren, weil sie so verschmutzt und verdreckt waren. Und wenn solche Leute dann zu uns kommen, dann kriegen die so einen "Kulturschock der Liebe": Auf einmal sind sie wichtig. Auf einmal kümmert man sich um sie. Auf einmal liegen sie in einem sauberen Bett. Auf einmal ist man nett zu ihnen. Sie bekommen alle medizinische Behandlung und Hilfe, die sie brauchen. Aber noch wichtiger als die medizinische Behandlung und Hilfe ist das menschliche Dasein für sie, dass sie wichtig sind, dass man sie fragt: „Brauchen sie noch was? Kann ich Ihnen noch was Gutes tun?“ Und dass da natürlich auch ein Seelsorger da ist. Gottlob wir haben eine Ordensschwester bei uns, die als Seelsorgehelferin – würde mein der Schweiz vielleicht sagen – von Bett zu Bett geht, mit jeden Kranken spricht, ganz egal welche Religion er hat, und einfach für ihn da ist, und versucht, die Menschen Gott näher zu bringen. Ich als Priester bin da. Wir haben auch im eigenen Hausseelsorger noch, nicht nur mich, den Leiter des Hauses, sondern einen eigenen Hausseelsorger, der dann wenn die Leute Nöte und Sorgen haben, wenn sie beichten wollen, die katholisch sind, für sie da ist und als Seelsorger da ist. Wir bieten jeden Tag eine Heilige Messe an für unsere Patienten, so dass sie Gott näher kommen können, und es nehmen auch viele unseren Gottesdiensten teil, selbst wenn sie selber nicht katholisch sind, und weil sie einfach sagen: „Das ist wunderschön. Da kann man einmal wirklich Gott näher kommen. Da kann man ins Gebet kommen. Und in unseren Gottesdiensten ist uns auch immer sehr wichtig der Fürbittenbereich, wo jeder Kranke seine Fürbitte dann in seiner Muttersprache aussprechen kann, und wir alle stimmen dann ins „Herr erbarme dich! Christus erbarme dich! Herr warme dich!“ ein und es geht einem manchmal ein kalter Schauer über den Rücken, wenn die Leute so ihre wirklichen Nöte dann in den Fürbitten zur Sprache bringen und es ist nicht nur spirituell eine gute Sache, sondern es hilft den Leuten auch in ihren emotionellen Bereich weiter, dass sie jetzt wissen, dass sie nicht nur menschlich gut betreut sind, sondern dass sie sich auch dem lieben Gott anvertrauen können, und dass sie von da her rundherum betreut und behütet sind. Und wenn es bei den Menschen dann zum Sterben kommt, dann versuchen wir immer als Priester mit dabei zu sein, wenn's möglich ist, und mit dem Patienten zu beten, und wenn der Patient das nicht will, dass man mit ihm betet, dann tun wir wenigstens für ihn beten leise, und ihm die Hand zu halten, ihm den Schweiß von der Stirne wischen, und ihm einfach zeigen: „Ich bin für Dich da. Du bist mir wichtig. Du bist dem lieben Gott wichtig.“ Und ich erzählte den Leuten dann auch vom lieben Gott. Ich sage denen: „Du brauchst keine Angst haben. Der Liebe Gott wartet auf Dich. So wie der Gekreuzigte seine Hände weit ausbreitet, so steht jetzt Christus an der Himmelspforte und wartet auf Dich. Brauchst keine Angst haben. Du darfst Dich ganz in seine Hände fallen lassen. Er wartet auf dich, wie der barmherzige Vater, der den Sohn umarmt hat, vor der Sohn überhaupt Zeit hatte, sein Schuldbekenntnis dem barmherzigen Vater mitzuteilen.“ Und auf diese Art und Weise können die Menschen dann in einer Art und Weise in die Hände Gottes übergehen, wie wir uns als Christen dies eigentlich wünschen, und eigentlich vorstellen. Aber es geht ja nicht nur und die Begleitung im Sterben, wie ich vorher schon sagte. Bei unserer AIDS Behandlung geht es ja eigentlich darum, dass den Menschen – ja ich darf vielleicht sogar so weit gehen, dass sich sage – ein Art Osterwunder geschenkt wird, dass Ihnen ein neues Leben geschenkt wird, auf jeden Fall eine neue Lebensqualität. Und die Leute können in dieser neuen Lebensqualität wirklich sich neu entfalten und wir haben auch viele Fälle erlebt, wo die Leute dann ins Nachdenken gekommen sind, und sich gesagt haben: „Mensch, also, bislang habe ich ein Leben geführt, wo ich mich nicht so um den lieben Gott gekümmert habe, und jetzt ist es mir gezeigt worden, dass ja doch einer da ist, der mein Leben seiner Hand hält, und der mir dieses neue Leben schenkt, und auch auf diese Art und Weise zum Glauben gefunden haben in der Erfahrung des Heilwerdens, des Geheilt Werdens, dass es ihnen einfach besser geht.

Und so machen wir auch am Welt-Aids-Tag, den wir heute begehen, … Heute haben wir wunderschönes Fest gefeiert. Wir feiern an jedem Welt-Aids-Tag ein Fest des Lebens. Wir laden all unserer AIDS Patienten ein, und diese AIDS Patienten, die in der AIDS Behandlung sind, danken dann dem lieben Gott, und danken einander, und dem Doktor und dem Team im Haus dafür, dass sie noch leben. Und ich sage Ihnen ganz ehrlich: Da läuft es mir oft kalt den Buckel runter, und ich hatte heute eigentlich beinahe Tränen in den Augen, als eine dieser Patientinnen ihre Leidensgeschichte erzählt hat, erzählt hat, wie sie zu uns kam, dass man gedacht hat sie würde also die Nacht nicht überstehen, und jetzt kommt sie zu uns und jetzt ist sie in Behandlung, und jetzt ist sie kräftig und ist lebensfroh, und kann ein Leben führen, als ob ihr sonst überhaupt nichts fehlen würde. Und dies ist also wirklich eine wunderschöne Sache. Und so feiern wir das Leben und – wie schon sagte – wir danken dem lieben Gott, dass er uns das Leben schenkt, und dass er uns ein lebenswertes Leben schenkt. Und dies ist das Wunderbare, dass bei einer ordentlichen AIDS-Behandlung die Patienten wirklich bei guter Lebensqualität weiterleben können, dass die Männer zur Arbeit zurückgehen können, dass die Frauen, wenn sie nicht arbeiten, wenn sie Hausfrauen sind, sich um ihre Kinder wieder kümmern können, und es ist ja auch furchtbar wichtig, dass eben es nicht so viele AIDS-Waisen dann gibt, wenn die Eltern noch leben können, und sich um ihre eigenen Kinder kümmern können. Und insofern es also diese AIDS Behandlung ein ganz wesentlicher, ein wichtiger, ein ganz zentraler Bereich, in dem wir uns hier engagieren.

Es hat mal einer gefragt: „Ja, sag einmal, warum ist denn jetzt gerade in dem Gebiet, wo du bist, in diesem Gebiet von Mandeni, die HIV Rate so wahnsinnig hoch? Warum werdet ihr als die Aidshochburg der Welt bezeichnet? Und diese Frage hat sich mal ein Doktorand der University of Berkley in Kalifornien gestellt. Und der kam nach Mandeni und hat eine zweijährige Studie betrieben, mit enorm vielen Patienten Interviews und Hintergrundforschung, und er kam zu zwei Ergebnissen: Das eine Ergebnis war das, dass er sagte: „Die Ungleichheit der Geschlechter ist mit an der großen Verbreitung von HIV und AIDS schuld, weil es sehr viel mehr Männer gibt, die Arbeit haben, und sehr viel weniger Frauen Arbeit bekommen, also, es gibt sehr viele arbeitslose Frauen. Und die Frauen haben dann natürlich kein Geld in der Tasche. Und zum zweiten kommt die Armut zu. Und die beiden Dinge sind dann diese tödliche Verbindung, dass ich keine Arbeit habe und kein Geld habe und dann viele Frauen meinen, es gäbe einfach keine andere Einkommensmöglichkeit, als ihren Körper feil zu bieten für die Männer. Und was dann passiert, ist nicht so die übliche Prostitution, so mit dem Handtäschchen an der Straßenecke zu stehen und zu warten auf einen Freier, sondern die Leute gehen hier so mittelfristige geschlechtliche Beziehung mit so genannten Freunden ein. Wir nennen diese Freunde hier – in der Fachsprache wenn ich so sagen darf – Sugar Daddys. Und diese Sugar Daddys, die mieten sich auf mittelfristige Zeit, also so für ein paar Monate, mieten sich die so eine Frau an. Und jedes Mal wenn sie die Lust dazu verspüren, muss ihnen die Frau gefügig sein, und dafür geben sie der Frau dann Geld, also nicht für jeden einzelnen Geschlechtsakt, sondern eben so in Monatsraten. Aber einer von diesen Sugar Daddys ist nicht genug, um da überleben zu können, und so haben diese Frauen dann 3-4-5 von diesen Sugar Daddys. Der eine zahlt für die Schulgeld der Kinder, der andere für die Kleidung, der dritte zahlt für die Nahrung, der vierte zahlt die Miete, und so meinen sie nur überleben zu können. Und dies ist eine unheimlich schlimme Sache. Und drum ist eben bei uns diese HIV Ansteckungsrate so astronomisch hoch. Und da muss man einfach was tun. Und das ist genau das, was wir tun. Es gibt dann eine ganz andere Sache. Die ist noch viel schlimmer als die Sugar Daddy Sache, nämlich es gibt bei uns eine ganz schlimme Sache, nämlich es werden auch sehr viele Frauen unfreiwillig zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Statistisch gesehen wird jede Südafrikanerin zweimal in ihrem Leben vergewaltigt. Das ist etwas Unglaubliches! Es wird nicht jede Südafrikanerin zweimal in ihrem Leben vergewaltigt, aber wenn es statistisch gesehen so ist, dann gibt es also viele Frauen, die mehrmals in ihrem Leben vergewaltigt werden, und dies ist ganz schlimm. Also, wenn sich die dann mit HIV infizieren, ist es nicht, weil sie irgendwelche Schuld haben – ich glaub das man von Schuld bei HIV-Infektion ohnehin nicht sprechen sollte – aber es gibt leider auch sehr viele Kinder und warum das? Erstens mal natürlich die Kleinkinder, die sich bei der Geburt mit dem HIV ihrer Mutter anstecken, das ist eine der Sachen … und zum anderen ist es so, dass es hier ein Armenmädchen gibt, und dass dieses Armen Mädchen sagt, dass ein HIV-positiver Mensch durch Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau das Virus los bekommen würde. Und jetzt werden immer jüngere Frauen und Mädchen vergewaltigt. Ich habe in meinen eigenen Händen ein neun Monate altes Baby gehalten, das von ihrem eigenen Vater vergewaltigt wurde, weil der seinen HIV-Virus durch diesen Geschlechtsverkehr mit dieser Jungfrau, einem neun Monate alten Baby, loswerden wollte. Und dann haben wir das Kind ins Krankenhaus gebracht, und das Kind ist leider später verstorben an diesen barbarischen Verletzungen, die so ein kleines Kind bei diesem Geschlechtsakt davon getragen hat.  Der Vater ist auch an AIDS später gestorben. Aber als ich das Kind ins Krankenhaus brachte, sagte die Ärztin zu mir: „Mensch, Pater, das sind doch Bestien, das sind keine Menschen, die so eine Sache machen.“ Und dann sagte ich: „Nein, Frau Doktor, ein Tier tut so was nicht. So was kann nur ein Mensch, der völlig irregeleitet ist.“ Und dann kamen wir auf die Kinderstation, und da sagte mir die Krankenschwester dort: „Sie, Pater, ich verstehe unsere Leute nicht.“ Sage ich: „Wieso, was verstehen Sie nicht?“ Und dann ist sie in dieser Kinderstation, da waren ungefähr 20 Kinderbetten drin, von Bett zu Bett gegangen und sagte mir: „Dieses Kind vergewaltigt, dieses nicht vergewaltigt, dieses vergewaltigt, dieses vergewaltigt, dieses vergewaltigt, dieses nicht vergewaltigt.“ Dann waren über die Hälfte von den Kindern in dieser ganz normalen Kinderstation im Krankenhaus vergewaltigte Kinder. Dass es so etwas gibt, habe schon gehört gehabt, aber dass es so schlimm ist, ist mir damals erst so richtig bewusst geworden, und in dem Moment, wo sich selber dieses Kind in Händen gehalten habe, das dann leider verstorben ist. Und so müssen wir eben unendlich viel tun, und damit habe ich eigentlich unser Gespräch begonnen, dass sich sagte, wir müssen AIDS Aufklärung betreiben! Wir müssen den Leuten wirklich sagen, was der HIV-Virus ist, und dass da mit irgendwelchen Zaubereien, oder selbst eben mit dieser Vergewaltigung, man den HIV-Virus einfach nicht los bekommen kann, sondern dass es natürlich nur viel schlimmer wird. Und das ist also eine unendlich wichtige Aufgabe, die uns hier auch gestellt ist, und der wir uns verschrieben haben. Und so machen wir weiter. So werden wir auch weiterhin versuchen, das Menschenmögliche zu tun.

Und auch wenn unsere Patientenzahl jeden Tag zunimmt, auch wenn immer mehr zu uns kommen, wir versuchen zu tun, was wir tun können, solang wir es finanzieren können tun wir es gerne und so halten wir eben auch unsere Hände auf und sagen: „Mensch, ihr lieben Leute, wir haben die Möglichkeit, wir haben die Leute vor Ort, wir haben die Ärzte, wir haben die Krankenschwestern, wir haben das Gebäude, wir haben all die Einrichtungen, aber es ist natürlich unendlich schwer, dass wir diese Arbeit finanzieren. Denn das muss sich auch ganz offen sagen, unsere Patienten haben ja selber, ich sag salopp oft „keinen Knopf Geld in der Tasche“, die haben nichts, und wir können von unseren Patienten nichts verlangen und die Patienten wissen ja gar nicht, wie man Krankenkasse oder Krankenversicherung schreibt, geschweige denn dass sie eine hätten. Es gibt ja hier keine gesetzliche Krankenkasse und so könnten die Patienten von sich aus einfach nichts beitragen. Es sind wirklich, wie man so schön immer sagt, die ärmsten der Armen, denen wir helfen und so versuchen wir ganz einfach, dies zu tun, aber wir müssen natürlich dann unsere Hände aufhalten und sagen: „Ihr lieben Leute in der ganzen Welt, bitte helft uns, dass wir das leisten können.“ Es wird immer schwieriger, dies zu tun, weil die Ausgaben natürlich immer mehr werden, und deshalb halten wir eben auch unsere Hände auf und sagen: „Wenn uns jemand helfen kann, dann bitte helft uns, und füllt unsere Hände mit dem, was wir nicht haben. Alles andere habe ich, wie gesagt, schon gesagt, dass wir das Personal und die Möglichkeit alles haben, aber das Geld fehlt uns leider. Und so müssen wir eben schauen, dass wir das finanzieren können. Wenn jemand sagt: „Ich will euch helfen“, da gibt’s eine ganz einfache Möglichkeit, nämlich dass man ins Internet geht, und im Internet sich die Internetseite www.bbg.org.za/hilf.htm aufruft, und das ist eine Internetseite, in der alle Möglichkeiten dargestellt werden, wie man uns helfen kann. Wir am leider noch kein Spendenkonto in der Schweiz. (Mittlerweile haben wir ein Schweizer Spendenkonto!) Wir versuchen dies noch zu tun, aber wir haben ein Spendenkonto in Deutschland, auf das man auch von der Schweiz aus ganz einfach mit der IBAN Nummer, mit der internationalen Bank-Nummer überweisen kann, und der Kontoinhaber ist die „Bruderschaft des Seligen Gerhard e.V.“ und die IBAN Nummer ist DE 377215207000 00012021 und wenn man auf dieses Konto Spenden überweist, bekommen wir die im vollen Umfang, ohne irgendwelche Verwaltungskosten, sondern den ganzen Spendenbetrag ungeschmälert weitergeleitet und dies hilft uns, dass wir die Arbeit die wir leisten auch tun können, und so möchte ich auch an dieser Stelle all denen – und wir haben einige Spender in der Schweiz bereits  - möchte ich denen von ganzem Herzen Dankeschön sagen, dass sie uns helfen. Und auch sie, liebe Hörer von Radio Gloria, bitten, uns dort mit zu unterstützen.

Das ist sie gewesen, unsere Sendung mit dem Thema „Welt AIDS-Tag“, wo uns der Pater Gerhard von seinem Werk des Seligen Gerhard erzählt hat. Ich möchte mich bei Ihnen, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, recht herzlich bedanken, dass sie mit mir durch die Sendung gegangen sind. Er würde mich freuen, wenn ich Sie wieder auf Radio Gloria begrüßen dürfte. Am Mikrofon ist gewesen: Gaby Kuhn, und ich wünsche Ihnen Gottes Segen!

 


In der Sendung erwähnt: World AIDS Day


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Letzte Aktualisierung am 17-04-2013 22:01:46