Radio Horeb

Aktion - Mission in Südafrika und der Kampf gegen das HIV Virus.
Referent: P. Gerhard T. Lagleder OSB

Ein Interview von Sabine Böhler mit Pater Gerhard.
Ausgestrahlt am 29. März 2011 in Radio Horeb

 

Grüß Gott, liebe Zuhörer! Willkommen zu  unserem aktuellen Thema hier in der Lebenshilfe bei Radio Horeb. Ich bin Sabine Böhler. Wir wollen heute unseren Blick wieder weit über die Grenzen unseres Landes, ja sogar unseres Kontinentes richten: Die Menschen in Südafrika, der südwestlichsten Spitze des großen schwarzen Kontinents leiden an einer verheerend wirkenden Krankheit, nämlich AIDS. Mein heutiger Gast: Pater Gerhard Lagleder. Dem ist es ein Anliegen den Menschen im Südosten Afrikas, in Mandeni einen Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle, wie er sagt, zu geben. Ich begrüße ganz herzlich hier im Münchner Radio Horeb Studio den Missionsbenediktiner und Mitglied des Malteserordens, Pater Gerhard Lagleder: „Grüß Gott!“

 
Radio Horeb: 15.11.2004: Ein Interview von Paul Hasel mit Pater Gerhard Lagleder

 
Radio Horeb: 7.8.2008: Ein Interview von Ulrich Schwab mit Pater Gerhard Lagleder

 
Radio Horeb: 28.7.2009: Interview mit Pater Gerhard Lagleder unter dem Titel "Mission in Südafrika".
Grüß Gott, Frau Böhler! Grüß Gott, liebe Hörer von Radio Horeb. Ich freue mich sehr, dass ich die Gelegenheit habe, mit ihnen wieder mal zu reden. Es ist ja schon mehrmals gewesen, dass ich bei Radio Horeb eingeladen war und so danke ich Ihnen von ganzem Herzen für diese Gesprächsmöglichkeit und ich freue mich, dass ich da sein darf.

Pater Gerhard, sie Leben so richtig in Südafrika, und das schon seit 25 Jahren.

Ja.

Wie fühlt man sich dann wieder hier zurück in der Heimat? Oder ist Deutschland nicht mehr ihre Heimat?

Ja, Deutschland ist natürlich meine Heimat, aber zuhause bin ich jetzt in Südafrika. Ich habe das bei der Fußballweltmeisterschaft erlebt, wo ich also mehr gebangt habe für das südafrikanische Team als für das deutsche Team. Die waren ohnehin gut genug, aber die Südafrikaner, denen gehört natürlich mein ganzes Herz, und ich sage immer: „Ich hab ein bayerisches Herz, das in Südafrika für Südafrika schlägt und wenn man knapp 25 Jahre im Land lebt, und in diesem Land eine sehr wichtige Aufgabe hat, ist man natürlich ganz dort daheim. Und daheim, sagt man ja immer, ist man dort wo man eine Aufgabe hat, ist man dort, wo man geliebt wird, und was ich in Südafrika erlebe, ist nicht nur eine Aufgabe zu haben, sondern auch eine Liebe zu erfahren, eine Liebe schenken zu dürfen, den Menschen, die mir anvertraut sind, und insofern fühle ich mich dort wirklich in jeder Hinsicht voll und ganz zuhause.

Ja, bei uns hier in Deutschland sind Sie, Pater Lagleder, heute weil wir uns über Ihre Arbeit, die Arbeit der südafrikanischen Hilfsorganisation des Malteserordens, der Brotherhood of Blessed Gérard, also der Bruderschaft des Seligen Gerhard, unterhalten wollen. Nachdem Sie nämlich fünf Jahre in Südafrika gelebt und gewirkt haben, ist in Ihnen der Entschluss gereift, mit einigen Südafrikanern zusammen die Brotherhood of Blessed Gérard zu gründen. Die Bruderschaft des Seligen Gerhard, das ist eine Hilfsorganisation innerhalb des Malteserordens. Entsendet wurden sie aber vor 25 Jahren nach Südafrika von ihrem Orden, den Missionsbenediktinern von St. Ottilien. Und jetzt erklären Sie uns: Wie kommt es denn zu dieser Verbindung, Pater Gerhard?

Bevor ich ins Kloster gegangen bin, war ich schon seit 1969 im deutschen Malteser Hilfsdienst tätig und als Ersthelfer habe ich begonnen, als Schüler, der neben seiner Schule auch im Sanitätsdienst mit tätig war, und ich bin dann im Malteser Hilfsdienst groß geworden. Ich hab die Krankenpflege gelernt im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg und war dann auch im Pflegedienst mit tätig und bin dann innerhalb des Malteser Hilfsdienstes zum Diözesanreferent für den Pflegedienst, was man damals noch den Diözesanreferenten für die Schwesternhelferinnen genannt hat, avanciert und bin in den Malteser-Bereich hineingewachsen und war also, und bin das heute noch, von ganzem Herzen Malteser. Aber dann habe ich mich entschlossen, in einen religiösen Orden einzutreten, und habe mich in ganz vielen Orden eigentlich umgeschaut, und zwar war es mir damals ein Anliegen, dass ich eben meine medizinischen und pflegerischen Talente, die mir der liebe Gott geschenkt hat, auch einsetzen kann. Und so entstand in mir der Gedanke, in einen Missionsorden einzutreten. Jetzt war natürlich guter Rat teuer. Es gibt ja viele Missionsorden in Deutschland. Wo gehst du hin? Und ich war völlig offen und hab mir dann so dieses Verzeichnis der höheren Ordensoberen für die Orden gesucht, und hab dort die Orden angestrichen, von denen ich dachte dass sie Missionsorden seien, oder wenigstens Missionsarbeit betreiben, und hab dann all diese angeschrieben mit so einem Art Rundschreiben „Sehr geehrter Herr Ordensoberer, nach meiner Priesterweihe im nächsten Jahr würde ich gerne einen Orden eintreten und bitte Sie daher um nähere Mitteilungen über ihre Ordensregel und ihre Missionsarbeit. Mit freundlichen Grüßen, Ihr …“ Gut, und dann habe ich eine Unmenge von Antworten bekommen, Anrufen, Broschüren, Büchern und natürlich auch viele Einladungen. Ich hab all diese Einladungen angenommen, bin also vom Norden Deutschlands bis zum Süden bei verschiedensten Missionsorden zu Gast gewesen und unter anderem auch bei den Missionsbenediktinern von St. Ottilien. Und es war für mich, als ich dorthin kam, war das so – ich kann’s wirklich so ganz offen sagen – wie Liebe auf den ersten Blick. Das war wie wenn man einen Vorhang öffnet, wo dann dahinter die Entdeckung kommt: Das ist genau das, was Du eigentlich gesucht hast. Ich konnte das am Anfang gar nicht so sehen und festlegen oder verbalisieren. Was sich wirklich gesucht habe, war Mönchtum und was ich dort in St. Ottilien gefunden habe, ist eine wunderbare Synthese, dass man auf der einen Seite her voll und ganz Mönch ist, dass also die Kontemplation, dass das geistliche Leben eine ganz enorme zentrale Bedeutung hat, aber dass die Missionsarbeit mit derselben Einstellung und mit demselben Fleiß, mit derselben Hingabe geleistet wurde, und dass nicht (wie) bei dem einem die Missionsarbeit so nebenher lief und das Gebet das wichtigste war, und beim anderen das Gebet so nebenher lief und die Missionsarbeit das wichtigste war, sondern dort fand ich die perfekte Synthese, dass man ganz Missionar war und dass man ganz Ordensmann war und das war eben dann so, dass ich sagte: „Dies ist eine tolle Gemeinschaft!“ Die hatten auch einen unheimlich dynamischen jungen Erzabt damals, der inzwischen der Abtprimas des Benediktinerordens ist, Abtprimas Notker Wolf, und der hat mich damals auch sehr beeindruckt und so habe ich dann aus einem Besuch einen zweiten werden lassen und einen dritten und beim dritten Besuch dort habe ich dann zu dem Erzabt gesagt. „Also, Vater Erzabt,  wenn sie mich nehmen, dann würde ich gerne nächstes Jahr nach meiner Priesterweihe, wie gesagt, bei Ihnen eintreten.“

Wie lange ist das jetzt her, Pater Gerhard?

Dies war, meine Priesterweihe war im Juni 82, also die Entscheidung ins Kloster zu gehen war in den Jahren 80 und 81 getroffen worden und es ist also doch eine sehr lange Zeit jetzt her.

Also, sie sind Missionsbenediktiner von St. Ottilien, sie sind aber auch der Gründer und der Leiter der südafrikanischen Hilfsorganisation des Malteserordens, der Brotherhood of Blessed Gerard. Fünf Jahre waren sie dann in Südafrika, bevor sie die Bruderschaft gegründet haben. Was waren denn die Beweggründe zur Gründung?

Ich war als Missionar im Busch tätig und, als ich dann Pfarrer wurde, in einer sehr armen Gemeinde, bin ich auf die Pfarrei zugegangen, hab die Kranken zuhause besucht, hab die Leute zuhause besucht und bin dort mit einer Armut konfrontiert worden, die mich wirklich völlig vor den Kopf gestoßen hat, die mir ganz tief unter die Haut ging, sollte ich vielleicht besser sagen, und was in mir dann einfach auch meine Berufung wachgerufen hat, dass wir eben als Missionare nicht nur den Glauben in Worten verkündigen und den Gottesdienst in der Liturgie feiern, sondern auch die dritte Wesensaufgabe der Kirche ganz eine zentrale Bedeutung bekam, nämlich dass wir in der Diakonie, dass wir in der karitativen Tätigkeit den Menschen die Liebe Gottes einfach spürbar machen müssen. Wenn ich's mal ganz einfach sage, dann könnte ich sagen: „Ich kann nicht zuschauen, wie mir die Menschen während der Predigt vor Hunger sterben, sondern ich muss was tun, dass den Menschen der Heilswille und die heilende Liebe, und die heiligende Liebe Gottes spürbar gemacht wird. Und deshalb müssen wir den lieben Gott den Menschen spürbar machen und wenn wir den lieben Gott den Menschen spürbar machen, machen wir ihn durch die Liebe, die wir Ihnen schenken, spürbar und d.h. durch die liebende Tat, dass ich mich um den kümmere. Wenn ein Kranker vor mir steht, kann ich dem Kranken nicht mit frommen Sprüchen kommen und sagen: „Ja, tu schön beten und der liebe Gott wird alles richten!“, sondern, wenn ich dann gleichzeitig mich um ihn kümmere, wenn ich ihm das gebe, was er braucht, den liebenden Zuspruch, aber auch die liebende Pflege, und mich also so um den Menschen ganzheitlich kümmere, wie das Christus auch gemacht hat.  Christus hat ja auch nicht nur das Reich Gottes gepredigt, sondern er hat die Kranken geheilt, und er ist auf die Menschen, die in Not waren, ganz persönlich zugegangen, und er hat die Menschen sogar mit seinen eigenen Händen geheilt. Denken wir an den einen, dem er die Stummheit genommen hat, und dessen Zunge er mit Speichel berührt hat, oder an den, dem er die Ohren geöffnet hat. Also er  ist handgreiflich auf den Menschen zugegangen er hat Hand angelegt, er hat seine liebende göttliche Hand den Menschen zugereicht und genau dies müssen wir auch in der Kirche tun. Wir müssen auf die Menschen mit der Liebe Gottes zugehen, Ihnen diese spürbar machen, und deshalb habe ich gesagt, wir müssen unbedingt versuchen, dass den Menschen geholfen wird und zwar nicht so, wie man der Mission das oft vorwirft, dass wir sagen, dass wir als Menschen die aus dem Ausland kommen, jetzt irgendwo ein großes Projekt aufbauen, das dann völlig vom Ausland abhängig ist, und wenn dann die Ausländer weg sind, alles zusammenbricht, wie dies leider auch heute in der Entwicklungshilfe oft falsch gemacht wird, sondern wir haben damals gesagt, im Pfarrgemeinderat dieser Pfarrei, in die ich geschickt wurde im Jahr 1990, in die Pfarrei Mandeni, und im Pfarrgemeinderat haben wir gesagt: „Mensch, wir müssen schauen, dass sie eine Organisation schaffen, in der die Südafrikaner selber den Südafrikanern in Südafrika helfen. Und ich bin heutzutage der einzige Ausländer im Vorstand, aber wie ich vorher schon sagte, ich fühle mich nicht als Ausländer, sondern nach 25 Jahren knapp bin ich also wirklich in meinem Herzen Südafrikaner, bin also einer von ihnen. Also, wir Südafrikaner müssen versuchen, in Südafrika für den Südafrikaner zu sorgen. Freilich freuen wir uns, wenn uns Menschen aus dem Rest der Welt und natürlich auch aus meiner deutschen Heimat helfen, aber das Wesentliche ist, dass die Arbeit vor Ort selber verantwortet wird, geleitet wird, getragen wird von den einheimischen Kräften. Wir sind heute die größte Hilfsorganisation der katholischen Kirche in Südafrika mit über 2500 Mitgliedern. Da können wir uns durchaus sehen lassen, und wir sind sehr froh, dass es damit eben möglich geworden ist, in sehr vielen vielschichtigen Projekten auf die Nöte der Menschen in ihrem Bereich zu antworten. Es war von Anfang an immer so unsere Zielvorstellung, dass wir nicht anderen Leuten Konkurrenz machen, in Projekten, wo sie schon helfen. Also wir haben, wenn wir irgendein Hilfsprojekt aufgebaut haben, immer auf Nöte geantwortet, wo es andere Leute gibt, die nichts tun oder zu wenig tun oder diese Hilfe nicht vollständig leisten können. Also, wir haben immer die Nöte der Menschen erst analysiert, dann unsere eigenen Fähigkeiten, sowohl die finanziellen Möglichkeiten als auch die Fertigkeiten, die in dem Fundus unserer Mitglieder vorhanden waren, abgeschätzt und dann einen Entschluss getroffen, dieses oder jenes Projekt zu eröffnen. Und unsere beiden größten Projekte jetzt, die sowohl von der Arbeitsbelastung her, von der Arbeitsmenge her, als auch von der finanziellen Notwendigkeit her die größten sind, wurde eben unser Hospiz und wurde unser Kinderheim. Und so haben wir also versucht, dass wir vor Ort eine Struktur und eine Organisation schaffen, die den Menschen wirksam helfen kann.

Sie sind von ihren Orden in den Südosten Afrikas nach Mandeni gesandt worden. Mandeni, das liegt im sogenannten Zululand. Sicherlich haben sie auch die Sprache dann dort auch erlernen müssen, um mit den Menschen in Kontakt treten zu können. Wie ist denn jetzt die konkrete Ausgangssituation in ihrer Provinz, rund um den Ort Mandeni, jetzt gerade auch in Bezug auf die HI-Virusinfektion, Pater Lagleder?

Ja, die Ausgangssituation ist die, dass das Zululand eines der am stärksten mit HIV durchseuchten Gebiete in der ganzen Welt ist. Man spricht etwa von einem Drittel Durchseuchung für ganz Südafrika. Man spricht von zwei Drittel Durchseuchung in der Provinz – also, was in Deutschland ein Bundesland wäre – in der Provinz KwaZulu/Natal, in der wir uns befinden. Und dann gibt es so endemische Gebiete mit sehr hoher Ansteckungsrate und da ist eben Mandeni ein Gebiet, in dem zwei verschiedene Zahlen genannt wurden, von zwei verschiedenen Quellen: Das eine waren 76 % und das andere waren 88 % der Bevölkerung, bzw. der getesteten Fabrikarbeiter, die dort HIV-positiv waren und da kann die Kirche einfach nicht schweigen und zuschauen, sondern wi müssen was tun.

Ein Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle, das ist Ihnen und Ihrer Hilfsorganisation ein Anliegen, das möchten sie bieten. In manchen Gebieten des Zululandes sind bis zu 88 % der Gesamtbevölkerung HIV-positiv und die Statistiker wissen nichts über die Dunkelziffer. Wie kommt denn das?

Es ist eine ganz schwierige Frage zu beantworten, warum die Ansteckungszahl so hoch ist. Es ist ganz sicher die Armut der Menschen und es ist die Ungleichheit der Geschlechter, insofern als die Frauen viel, sehr viel weniger Arbeit bekommen, und damit weniger Geld in Ihrer Tasche haben und die Männer das Geld in der Tasche haben, und dann viele Frauen oft einfach keine andere alternative Einkunfts-Möglichkeit sehen, als ihren Körper an die Männer zu verkaufen, und deshalb diese Leute auch nicht einander treu sind, in einer Liebesbeziehung stehen, sondern in einer geschäftlichen Beziehung stehen, und damit ist die Promiskuität sehr hoch und damit ist leider …

Was heißt das, Promiskuität?

Promiskuität heißt, dass eine Person mit verschiedenen wechselnden Geschlechtspartnern in geschlechtliche Verbindung kommt und genau das ist das große Problem bei uns, weil eben die Leute nicht nur von einem Freier sich ernähren können, sondern viele verschiedene solche – wenn man so will – Kunden haben müssen, um davon leben zu können, und das ist das ganz große Problem bei uns.

Und dann auch noch der Glaube an Ahnen-Geister und Zauber, oder?

Die meinen, dass HIV ja überhaupt ein Zauber sei, und dass eine Krankheit hervorgerufen ist durch Verhexung, Verwünschung und Verzauberung, und den Leuten dann von einem Human-Immun-Defizienz-Virus zu erzählen ist also, wie wenn ich Leuten versuche irgendwelche atomaren Fusions-Theorien zu erzählen, also dies ist etwas, was sie überhaupt nicht verstehen können, und deshalb ist es auch so wichtig, dass wir in unserer AIDS-Aufklärung die Leute genau dort abholen, wo sie sind, und mit ihnen in einer Art und Weise sprechen, wie sie dies auch verstehen können, das heißt wir versuchen die Situation, auch was im Körper vorgeht, mit sehr einfachen Vergleichen aus ihrem täglichen Leben rüberzubringen und haben aber auch sehr große Erfolge dabei.

Pater Gerhard, wirtschaftlich ist ja Südafrika das bedeutendste und auch weitest entwickelte Land auf dem afrikanischen Kontinent und dennoch ist die Armut und die Not der Menschen unbeschreiblich groß. Besonders in den Außenbezirken der großen Städte sind die Lebensstandards der hauptsächlich schwarzen Bürger ja sehr niedrig, sie finden schwer Anschluss, haben keine Ausbildung, auch keine Arbeit. Aids ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein Hauptproblem. Sie haben es eben schon angedeutet, Pater Gerhard, wie ist denn die Situation bei Ihnen in Mandeni, also  im Südosten Afrikas? Wie leben die Menschen und wo leben die?

In unserem Bereich befindet sich ein, ja größeres Dorf würde man in Deutschland vielleicht sagen, oder eine Kleinstadt mit etwa 10-15.000 Einwohnern. Das ist, was mit den Ort Mandeni nennen. Um diesen Ort Mandeni herum, nach den alten Apartheidgesetzen durften ja die Schwarzen nicht dort leben wo die Weißen leben, sondern sie mussten außerhalb, in so genannten Townships leben, und die Township, die hat ungefähr 150.000 Einwohner, die in teilweise sehr ärmlichen Häusern in dieser Township, oder Hütten in dieser Township leben und dann und diese Township herum kommt eigentlich das wirkliche Elendsviertel, wo die Menschen leben, die sich nicht mal ein Grundstück in so einer Township leisten können, und so gibt es eben ausgedehnte Elendsviertel, in denen Menschen in Behausungen aus Autowrackteilen, aus Wellblech, aus Pappe und aus sonstigen Abfallmaterialien sich Häuser zusammenbauen. Wenn sie in Deutschland in so einem Ding leben würden, wenn sie ihren Hund in so einem Ding unterbringen, wird sie der Tierschutzverein verklagen und bei uns müssen Menschen in diesen Behausungen leben und die brauchen eben unsere Hilfe, weil sie sich selber überhaupt mit helfen können.

Was können sie uns denn über die Kriminalität und das Gewaltpotenzial sagen bei Ihnen?

Ja, dies ist leider sehr hoch: Meine Stellvertreterin wurde vor fünf Jahren ermordet von Einbrechern die in ihrem Haus nach ihren Kleinodien, die sie nicht hatte, gesucht hatten und die sie dabei ertappt hatte. Und die wurde ermordet. Aber dies ist kein Einzelfall. Es gibt also immer wieder Gewaltakte bei uns die teilweise einfach da her rühren dass die Menschen bei uns sehr verroht sind, dass das Menschenleben häufig von der allgemeinen Bevölkerung nicht als ein Wert gesehen wird, der schützenswert ist, sondern dass man einfach versucht, seine Ideen durchzusetzen, koste es was es wolle. Also es ist schon ein sehr rauhes Klima dort bei sehr vielen Menschen. Man darf natürlich nicht verallgemeinern, aber die Kriminalitätsrate ist doch sehr viel höher als Sie das in Deutschland etwa kennen.

Und dann kann man zu Recht davon einen Teufelskreis sprechen, aus Hunger, Krankheit, Armut, geringer Ausbildung oder auch Bildung, Arbeitslosigkeit, Hunger, Krankheit, Armut usw. wie wirken Sie und Ihre Mitarbeiter der Brotherhood of Blessed Gérard auf diesen Teufelskreis ein?

Wir versuchen, diesen Teufelskreis an jedem einzelnen Glied dieser Kette zu unterbrechen, das heißt wir haben ganz spezifische Programme entwickelt, die an diesen verschiedenen Projekten ansetzen, zum Beispiel wir haben Bildungsprogramme, wir haben einen Stipendienfonds, mit dem wir Menschen die Ausbildung ermöglichen, dass sie Schulbildung bekommen, dass sie sogar Universitätsbildung bekommen, um aus diesem Bildungsnotstand rauszukommen. Was die Krankheit betrifft, haben wir natürlich sehr viele Projekte. Das Hauptprojekt ist unser Hospiz, aber ein zweites Projekt ist auch eine Klinik für unterernährte Kleinkinder und Säuglinge, in der wir uns eben um diese Personengruppe in besonderer Weise annehmen. Wir haben dann auch soziale Beratungsprojekte, in denen wir Menschen, die in soziale Not geraten sind, helfen. Wir haben einen Hilfsfonds für arme Kranke. Wir haben einen Nothilfe-Fonds, in dem wir Menschen helfen, denen die Hütte durch die tropischen Regenfälle zerstört wird, oder subtropischen Regenfälle soll sich vielmehr sagen, zerstört wird, und wir haben Projekte, in denen wir uns um die Menschen annehmen, die von Katastrophen oder von Unfällen heimgesucht sind. Wir versuchen also, diesen Teufelskreis an allen möglichen Stellen zu durchbrechen mit diesen Projekten, die wir leisten.

Und seit 2003 betreibt die Brotherhood of Blessed Gérard, die südafrikanische Hilfsorganisation des Malteserordens, ein Aidstherapieprogramm, das heißt HAART. Was gehört alles zu diesem Aidstherapieprogramm? Und vielleicht erklären Sie ganz kurz den Namen HAART mit AA geschrieben.

Ja, das ist ganz einfach: „Hoch“ ist das erste „H“, „Aktive“ ist das erste „A“, das zweite „A“ ist „Anti-“ das „R“ ist „Retrovirale“ und „T“ ist „Therapie“. Ich wiederhole „Hoch-Aktive Anti-Retrovirale Therapie“ und das ist der medizinische Terminus technicus, bei dem es um gar nichts anderes geht, als das HIV-Virus davon abzuhalten die menschlichen CD4-Helferzellen, was eine von den vielen weißen Blutkörperchen-Arten, die wir in unserem Blut haben, sind, und das Abwehrsystem des menschlichen Körpers ist ja so wie eine Kettenreaktion, d.h. wenn eines der Glieder ausfällt, funktioniert die ganze Kette nicht mehr, der körperlichen Abwehr, und was diese Medikamente wollen, ist das AIDS-Virus daran zu hindern, diese CD4-Helferzellen umzuwandeln von Zellen, die eigentlich dem Körper helfen, die ihn schützen, umzuwandeln in eine, wenn ich’s mal so ganz platt sage, in eine Virusfabrik, wo dann diese CD4-Helferzellen den Körper nicht mehr schützen, sondern dem Körper schaden, dadurch dass sie Millionen von neuen Viren produzieren. Und das können diese Medikamente verhindern. Und damit geht's dem Patienten, der die Medizin einnimmt, nachher wieder wesentlich besser und er kann noch auf Jahrzehnte hin, das kann man heute sogar sagen, bei gutem Wohlbefinden weiterleben.

Vielleicht sprechen wir noch intensiver über

·          das Aids-Therapieprogramm,

·          wie es von den Menschen angenommen wird,

·          wie Sie auch präventiv einwirken, dass sich die Menschen erst gar nicht anstecken,

·          welchen Stellenwert dabei auch die Ausgabe von Kondomen, überhaupt die Kondomfrage, hat,

·          sprechen über die AIDS-Waisen,

·          wie sie AIDS-Waisen unter die Arme greifen, und

·          wie das Wegsterben der jungen Südafrikaner auf die alten Menschen sich auswirkt, weil ja ganze Generationen wegsterben.

Also gleich sprechen wir weiter, hier bei Radio Horeb, mit Pater Gerhard Lagleder. Er ist Missionsbenediktiner von Ottilien, er ist Leiter der südafrikanischen Hilfsorganisation des Malteserordens, der Brotherhood of Blessed Gérard.

(Musikeinlage)

Ja, das sind Gesänge von Kindern aus Südafrika. Mein heutiger Gast ist nämlich Deutscher, aber er sagt, seine neue Heimat, die ist in Südafrika. Er ist Gründer und Leiter der südafrikanischen Hilfsorganisation des Malteserordens, der Brotherhood of Blessed Gérard. Pater Gerhard, Sie sind hier in Deutschland. Sie sind nach Deutschland gereist, weil es nämlich erhebliche Einschnitte in die Hilfe für Aidskranke und ihre Angehörigen gibt, denn die US Regierung hat ihre Aids Hilfe für Afrika drastisch gekürzt, was sich wiederum auch auf das AIDS-Behandlungsprogramm der südafrikanischen Bischofskonferenz, also letztlich auf auch auf Ihre Arbeit auswirken wird. Was ist geplant und was bedeutet das konkret für die Brotherhood of Blessed Gérard und auch für Ihr Aidshilfeprogramm, über das wir gerade gesprochen haben?

Ja, was passiert ist, dass wir völlig aus heiterem Himmel einen Brief der Bischofskonferenz bekommen haben, gegen Ende Januar, und aus dem ging hervor, dass es der Bischofskonferenz unendlich leid tut, dass die Mittel aus Amerika drastisch reduziert wurden, dahingehend, dass man ab Ende Mai unserem AIDS-Behandlungsprogramm keine Finanzhilfe mehr geben könnte. Und somit stehen wir jetzt mit momentan 320 Patienten, die von uns jeden Tag zweimal täglich die Behandlung bekommen, vor einem Rätsel. Und das Rätsel heißt: „Wie können wir diese Menschen daran hindern, dass sie sterben müssen?“ Es geht also hier nicht jetzt darum, dass ein Patient mit einer Grippe seine Grippetabletten nicht bekommt, und trotzdem überleben könnte, sondern es geht hier um lebensnotwendige Medikamente, und wenn der Patient sie nicht zweimal täglich einnimmt, wird er sterben. Und unsere Erfahrung ist, dass die Leute, wenn die mal aufhören, die Medizin zu nehmen, in wenigen Wochen tot sind.  Und dies ist also momentan die riesengroße Herausforderung, vor der wir stehen, und deshalb bin ich auch sofort nach Europa gereist und werde jetzt drei Monate in Europa von gutem Herz zu gutem Herz gehen und an diese guten Herzen klopfen und sagen: „Bitte helft uns, dass wir die Lücke überbrücken können!“ Wir hoffen natürlich, und die Bischofskonferenz ist ja in Verhandlungen, und wir selber sind auch in Verhandlungen mit allen möglichen alternativen Geldgebern, inklusive der südafrikanischen Regierung, aber dies wird alles seine Zeit dauern, bis so große Geldgeber entsprechende Entscheidungen getroffen haben, aber wir brauchen sich Geld sofort. Wir müssen also auch im Juni den Patienten die Medizin noch geben können, die Bluttests machen, wir müssen weitermachen mit unserer Therapiebegleitung, und deshalb ist jetzt einfach Gefahr im Verzug. Wir müssen sofort handeln. Wir müssen einfach versuchen, diese Finanzmittel aufzutreiben, dass wir die Zeit überbrücken können bis alternative Geldgeber gefunden werden. Und darum bin ich also momentan auf einer Bettelreise, wo es einfach darum geht, Leute zu finden, die eine Patenschaft übernehmen für einen AIDS Patienten. Und wir haben es einmal ausgerechnet: Es ist gar nicht so viel: Es sind drei Euro pro Tag, was uns ein Aidspatient kostet, und wenn es Leute geben würde, die eine Möglichkeit finden, als Einzelperson, als Verein, als Gemeinschaft, als Klasse, als Club oder was auch immer, drei Euro pro Tag regelmäßig auf Jahre hin gesehen aufzubringen, wäre uns unendlich geholfen und dies ist unser Vorschlag und unsere Bitte, die wir an alle Menschen haben, inklusive sie alle, die Sie jetzt diese Sendung hören, dass sie uns da bitte helfen.

Das sind also ungefähr 90 bis 100 € im Monat, was ein Aidspatient an Kosten sozusagen verursacht. Sie haben gesagt, es sind 320 Patienten, denen sie unter die Arme greifen, die zu Ihnen kommen momentan, die an ihrem Programm teilnehmen. Was gehört denn noch zum AIDS-Behandlungsprogramm, gerade auch in Bezug auf die Prävention, so dass sich das Aids Virus erst gar nicht übertragen kann, Pater Lagleder?

Ja, Sie haben Recht. Die Rechnung ist korrekt: 21 € pro Woche, oder 92 € pro Monat, kostet uns so ein AIDS Patient. Was ist sonst noch mit der AIDS Behandlung eingeschlossen? Es geht erst mal um AIDS Prävention, das heißt den Leuten zu sagen, wie kannst du's verhindern dich selber anzustecken?  Jetzt müssen wir aber davon ausgehen, wenn zwei Drittel der Bevölkerung bereits HIV-positiv sind, geht es darum, wie sage ich dem HIV- positiven Menschen, mit dem wir es in erster Linie zu tun haben, wie kannst du dich verhalten, dass du dein Virus nicht weitergibst an andere Leute, denn man kann den Menschen ja nicht sagen, dass er die Sexualität ab sofort völlig aus seinem Leben auszuklammern hat, das wäre a) unmenschlich und b) auch von der menschlichen Psychologie her einfach nicht möglich, weil die Leute einfach Menschen sind und bleiben, und die Sexualität zum menschlichen Leben gehört. Es ist ja nicht jeder ein Zölibatär, der ganz bewusst darauf verzichtet, und insofern muss man da Möglichkeiten finden, wie man den Leuten sagt, wie sie's trotzdem verhindern können. Was dann zum zweiten reinkommt, ist die Therapiebegleitung, und die ist fast noch wichtiger als die Behandlung selber, das heißt, es muss einfach beides da sein, und wenn wir von Therapiebegleitung sprechen, dann meinen wir, dass unsere AIDS Patienten Hausbesuche bekommen von einem geschulten Therapieberater, mit dem sie so auf Kumpel-Ebene reden können, ihre Sorgen, ihre Probleme, ihre Nöte ausdrücken können, und der dann auch ein gutes Gespür und Gefühl hat, ob es Schwierigkeiten gibt, um dann rechtzeitig eingreifen zu können, bevor der Patient aus welchen Gründen auch immer aufhört, die Medizin zu nehmen .

Weil das ist nämlich auch eine wichtige Frage: Wie wird denn die medikamentöse Behandlung von den Patienten angenommen, auch von ihrer Mentalität her, weil die Medikamente müssen doch bestimmt immer sehr regelmäßig genommen werden?

Richtig, zweimal täglich. Ich sage den Leuten immer: „Außer dem lieben Gott gibt es in Deinem Leben nichts Wichtigeres mehr, als das zu zweimal täglich deine Medizin einnimmt. Das ist, was dich am Leben erhält, und wenn du das nicht tust, dann wirst du innerhalb weniger Monate tot sein.“ Ich sag den Leuten: „Du bist jetzt wie im Ozean schwimmend und die Haie kommen, wollen dich auffressen. Die AIDS Behandlung ist das Rettungsboot. Und solang du deine Medizin nimmst, bist Du im Rettungsboot, und kann Dir der Hai nichts  anhaben. Wenn Du Deine Medizin nicht mehr nimmst, fällst Du zurück ins Wasser und die Haie fressen Dich.“ Da muss man so bildlich sprechen und auch in einer Art und Weise, was die Leute durchaus verstehen, dass sie auch die Dringlichkeit merken, wo es also wirklich um Leben und Tod geht, und das ist eben so wichtig.

Eine Frage, die bei und gerade in Europa immer wieder sehr stark diskutiert wird, das ist die Frage nach dem Kondom, gerade auch in Bezug auf die Prävention von AIDS. Wie ist das bei ihnen? Ist das eine Frage, mit der sie sich auch auseinandersetzen, Pater Lagleder?

Ja, natürlich müssen wir uns mit der Frage auseinandersetzen. Das Problem ist allerdings, dass der Zulu, und das sind die Afrikaner, mit denen wir es zu tun haben, überhaupt kein Kondom wollen, und dass wir die Leute überreden müssten, ein Kondom zu verwenden. Also für Südafrika als einzige Lösung in der AIDS-Prävention das Kondom zu sehen, ist also sehr kurzsichtig und geht an der Realität vorbei. Man muss erst mal den Menschen überhaupt ein Verantwortungsgefühl beibringen, um den Leuten dann klarzumachen, dass dies auch durchaus notwendig ist. Der Afrikaner will ja viele Kinder haben. Wenn ich als Frau kein Kind habe, dann bin ich ein wertloser Mensch. So verstehen die das. Das ist übrigens auch für das Ordensleben eine sehr große Herausforderung, dass also eine Ordensfrau, die ganz bewusst nicht heiratet, …

Also eine afrikanische Ordensfrau?

Ganz richtig, eine afrikanische Ordensfrau in der Bevölkerung sehr herablassend betrachtet wird, weil die ja keine Kinder hat. Ich sage spaßhaft manchmal, dass man bis zum dritten Kind noch Jungfrau ist, und erst dann im Kreis der Mütter, der Frauen, mitreden kann, wenn man selber Kinder, ein paar Kinder, als Frau geboren hat. Und wenn also jetzt einer sagt, also ich will enthaltsam leben oder ein Kondom verwenden, dann kann er ja keinen Kindersegen haben. Außerdem meinen die Afrikaner, ja, dass es eine Alterssicherung ist, wenn ich viele Kinder hab, denn die vielen Kinder können im Alter mal für mich sorgen. Auf eine Rentenversicherung, das weiß ja der oft  gar nicht, wie man das schreibt und das gibt‘s auch nicht. Es gibt so eine Altersrente, so eine Prokopfrente, die zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben ist, was der Staat auszahlt, aber das reicht hinten und vorne nicht. Also, es ist ein unendlich komplexes Problem, vor dem wir hier stehen, auch was die AIDS-Prävention betrifft.

Und stimmt es auch, dass Kondome in Afrika produziert, auch durchlässig sind für das AIDS-Virus?

Es gibt in Deutschland was man eine „Stiftung Warentest“ nennt, und das Äquivalent wäre das „South African Bureau of Standards“ SABS.  Und die haben mal die am südafrikanischen Markt befindlichen Kondome durchgetestet und sind zu einer Fehlerquote von etwa 10 % auch bei der Empfängnisverhütung gekommen. Jetzt muss man aber wissen, dass ein Sperma wesentlich größer ist als ein HIV-Virus. Also, wenn das Sperma schon durchkommt, was ist dann mit dem HIV-Virus? Und dieses also auch ein ganz großes Problem. Natürlich könnte man das damit regeln, dass man bessere Kondome herbringt, aber das ist auch jetzt ganz kürzlich wieder ein ganz großes Problem geworden, selbst was Aidsmedikamente betrifft, dass nämlich Billigimporte aus – ich will jetzt keine Länder nennen, weil ich niemand weh tun will – dass es Billigimporte von Medikamenten gibt, von antiretroviralen Medikamenten gibt, wo man dann nachher  feststellt, dass nur ein Bruchteil des Wirkstoffes da drin ist, und damit man den Behandlungserfolg eigentlich zunichtemacht und der Patient trotzdem stirbt. Also, es ist ganz wichtig. Und momentan, solang die Amerikaner gezahlt haben, waren wir auch gezwungen in Amerika zugelassene Medikamente zu verwenden, die entsprechende Qualitätstests haben, aber wir wissen nicht, wie es weitergeht und wir hoffen natürlich, dass wir die Gelder haben, dass wir ordentliche Medikamente verwenden können, von denen wir mit Sicherheit davon ausgehen können, dass die wirksam sind.

Gibt es eigentlich auch einen Schwarzmarkt für diese Anti-AIDS-Medikamente?

Da haben sie jetzt ein ganz aktuelles, hochbrisantes Thema angesprochen. Es gibt leider auch eines der Aidsmedikamente, das eine halluzinogene Nebenwirkung hat. Das heißt, wenn die Leute dieses Medikament nehmen, kann es sein, dass sie schöne Träume haben, manchmal auch Angsträume haben, und da  gibt’s die drogenabhängigen Leute, die dann dieses Medikament nehmen, und nicht in den Mund einnehmen, sondern zerreiben in ein Pulver, und das Zeug dann rauchen. Und es hat dann sehr ähnliche Wirkungen wie Haschisch oder sonstige Drogen. Und da gibt's eben jetzt den Schwarzmarkt, dass man entweder Leuten die die Medikamente bekommen, die klaut, die stiehlt und die dann dazu verwendet, oder sonst irgendwie versucht, an die Medikamente heranzukommen, um sie eben, wie Sie sagten, auf dem Schwarzmarkt zu vertreiben. Es gibt dann natürlich auch den Schwarzmarkt, dass jemand nicht zum Doktor gehen will und versucht, jemand anderen vorzuschieben und dessen Medikamente zu nehmen und alle möglichen Dinge, aber Aidsmedikamente sind wie ein Maßanzug, der auf die Lebenssituation des Patienten ganz genau zugeschnitten sein muss, um auch wirklich wirksam zu sein. Also, AIDS-Patient A kann nicht die Medikamente von AIDS-Patient B nehmen, sondern das muss ganz individuell abgestimmt sein.

Und das wissen auch die Patienten?

Ja, wir hoffen schon, was wir in unseren Vorbereitungskursen auf die Behandlung durchaus den Leuten einbläuen und immer wieder neu ins Bewusstsein rufen, aber leider ist es eben so, dass nicht alle, die in der AIDS-Arbeit tätig sind, es so gewissenhaft tun wie wir. Ich will da nicht unsere eigene Trommel schlagen, aber es ist einfach mal so, dass in vielen anderen Programmen eben einfach nur die Tabletten ausgegeben werden, und ob die dann richtig eingenommen werden, das steht auf einem anderen Blatt. Und deshalb sind wir auch sehr froh und dankbar, dass unser Programm einen enorm hohen Wirkungsgrad hat, wenn ich mich recht entsinne, waren es im letzten Jahr 96 % unserer Patienten, bei denen die Behandlung erfolgreich war, und da stehen wir meilenweit vor anderen Programmen von anderen Trägern und sind also gerade daher auch so dahinter, dass wir sagen: Mensch, das muss weitergehen! Wir dürfen nicht aufhören! Wir müssen die Gelder finden, dass wir dieses Programm weiter tragen können.

Auch wenn jetzt erst mal Amerika den Geldhahn abstellen wird, und somit die südafrikanische Bischofskonferenz entschieden hat, auch Sie, ihr Hilfsprogramm,  das heißt das Programm der Brotherhood of Blessed Gérard, die Sie, Pater Gerhard Lagleder, gegründet haben, erst mal dass da kein Geld mehr fließen wird. Bevor wir uns jetzt nochmal drüber unterhalten, welche Folgen das Aids Virus auch hat für die Menschen, vielleicht jetzt nochmal die dringende Frage: Wie kommt es eigentlich zu dem Namen „Seliger Bruder Gerhard“? Hat das was mit ihrem Vornamen zu tun, oder sowohl-als-auch?

Sowohl-als-auch indirekt. Also, der Selige Gerhard ist der Gründer des Malteserordens. Er war höchstwahrscheinlich ein Benediktiner, der ins Heilige Land kam, im Jahr, ja wahrscheinlich 1048, und dort dann im Jahr 1099 den Malteserorden, den Vorgänger des Malteserordens, nämlich die „Bruderschaft des heiligen Johannes zu Jerusalem“ gegründet hat, aus der dann 14 Jahre später der Malteserorden entstand.  Und dieser Selige Gerhard, als Gründer des Malteserordens, ist unser Namenspatron. Und sie haben ja gehört, und ich hab's vorher gesagt, dass ich also von ganzem Herzen ein Malteser bin, der ein Benediktiner geworden ist, aber ein Malteser geblieben ist: Also es schlagen nicht zwei Herzen in meiner Brust, sondern mein Herz, das ist so wie eine Melodie: Es ist immer schöner, wenn zwei Instrumente spielen, als nur eines, also spielt, klingt in meinem Herzen die Melodie der Malteser zusammen mit der Benediktinischen zu einer kleinen Symphonie, um das mal so zu nennen. Und so möchte ich einfach sagen, dass der Selige Gerhard daher für mich auch die erste Wahl war, als es darum ging, als ich Missionsbenediktiner wurde, ins Noviziat kam und einen neuen Namen bekam, da habe ich den meinem Erzabt vorgeschlagen als meinen Ordensnamen. Also, die Organisation ist nicht nach mir benannt, sondern sowohl die Organisation, als auch ich selber, sind nach dem Gründer des Malteserordens, dem Seligen Gerhard benannt.

Dankeschön, bis hierhin. Willkommen hier  in der Lebenshilfe bei Radio Horeb. Liebe Hörerinnen und Hörer, wir sagen heute „Einen Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle“  möchte mein Gast zusammen mit seiner Hilfsorganisation „Brotherhood of Blessed Gérard“ den Menschen in Südafrika bieten. Sie setzen sich ein für AIDS. Ein Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle. Wir sprechen gleich weiter, gerade auch über die Folgen von AIDS im Hinblick auf das Wegsterben von Generationen. Aber hören wir jetzt nochmal Klänge von südafrikanischen Kindern die uns etwas vorsingen werden:

(Musikeinlage)

Ja, jetzt in Zulu gesungen. Sie sprechen diese Sprache, Pater Gerhard Lagleder. Er ist mein Gast heute. Er lebt in Südafrika seit fast 25 Jahren. Ich habe Sie eben schmunzeln sehen, als die wir die Klänge der Kinder gehört haben. Haben sie den Wortlaut verstanden?

Ja, es war ein Regenlied, wo die Kinder lautmalerisch nachgemacht haben, wie eben der Regen auf die Dächer prasselt und dass sie jetzt den lieben Gott bitten, dass er ihnen eben Regen schickt, und das war eben ganz lieb und nett, wie der da „Tack-tack-tack-a-tack“ macht, also der Regen, der da auf das Dach prasselt.

Pater Gerhard, bevor wir weiter sprechen, stelle ich Sie  vielleicht nochmal kurz den Hörern vor: Sie sind gebürtiger Regensburger. Sie haben auch dort studiert. Nach der Priesterweihe, oder im Jahr der Priesterweihe, 1982, sind sie in St. Ottilien eingetreten bei den Missionsbenediktinern, nach fünf Jahren St. Ottilien wurden sie nach Südafrika entsandt. Dort leben und wirken Sie jetzt schon wieder fast 25 Jahre und haben dort die Brotherhood of Blessed Gérard gegründet, und sie sind auch Leiter dieser südafrikanischen Hilfsorganisation des Malteserordens. Und eben haben Sie uns schon erzählt, dass zwei Herzen in ihrer Brust schlagen, nämlich eins, sage ich mal, ein Malteserherz, und ein Missionsbenediktinerherz. Wie sich das vereinen lässt, das weiß nur der liebe Gott, aber wir wissen, dass aufgrund auch Ihrer großen Liebe und Ihres großen Herzens für das Land, in dem sie die Sorgen der Menschen in Südafrika sehen, schon vieles entstanden ist. Viele Gründungen der Hilfsorganisation nun erwachsen sind, verschiedene Zweige. Sagen Sie nochmal kurz, welche das sind, und warum die gerade auch so wichtig sind.

Ja, was die beiden Herzen betrifft, möchte ich vielleicht sogar dahingehend abändern und sagen, dass es in einem Herzen ja auch eine linke Herzhälfte und eine rechte Herzhälfte gibt, und die unabhängig voneinander arbeiten und wunderbar zusammenwirken, um einen schönen Kreislauf der Liebe Gottes hervorzurufen, und darum geht's, und dass der Gründer des Malteserordens, der Selige Gerhard, ein Benediktiner war und den Malteser Orden gegründet hat. Damit stehe ich also in einer sehr guten Tradition der Kirchengeschichte. Um Ihre Frage zu beantworten nach den verschiedenen Projekten und Programmen, die wir betreiben: Das größte Projekt dies unser Hospizprojekt, mit dem AIDS-Behandlungs-Projekt, aber es geht damit nicht nur um AIDS-Behandlung, sondern es geht einfach auch darum, dass man Sterbende begleitet in ihrem Sterben, dass sie einen menschenwürdigen Tod haben. Wir sind ja nicht in einem Großstadtbereich, sondern in einem sehr ländlichen Bereich, mit sehr großen Armutsvierteln, wie ich sagte, und deshalb ist es auch ganz wichtig, dass Menschen in ihrem Sterben in einer Atmosphäre sein können, die frei ist von Gewalt, die frei ist von Armut, die frei ist von dem Elend, in dem sie sich sonst befinden. Schauen Sie, wenn wir die Leute oft abholen von ihren Behausungen, die liegen wochenlang am Boden in ihren eigenen Fäkalien und sind also völlig verwahrlost. Und wenn die dann zu uns kommen, und ein lebenswürdiges Leben und Sterben zu erleben, dann kann man Ihnen also wirklich die Liebe Gottes näher bringen und ihnen zeigen, dass der liebe Gott für Dich da ist, also du lebst oder stirbst, und dass er auf Dich im Himmel wartet, wie wir den Leuten dies dann auch sagen.

Lassen Sie uns nochmal über die Folgen von Aids auch sprechen, Folgen die auf den ersten Blick neben den schlimmen körperlichen Beeinträchtigungen, auch des Hinsiechens, des Sterbens der Betroffenen, gar nicht zu sehen sind für uns Außenstehende. Was bedeutet es zum Beispiel auch für eine Familie in Südafrika, wenn einer oder mehrere Mitglieder mit dem HIV-Virus infiziert sind, und dann gar daran sterben müssen?

Es ist so: Wir sprechen in Südafrika nicht mehr von einer Epidemie, sondern von einer Pandemie, und das heißt, dass jeder irgendwie betroffen ist. Und es gibt also keine Familie, wo ist nicht mehrere AIDS-Tote gibt. Es gibt keine Familie wo es nicht irgendeinen Menschen gibt, der irgendwie primär oder sekundär von HIV betroffen ist, sei es, dass ein Familienangehöriger HIV-positiv ist oder in der AIDS-Phase ist, oder sei es, dass er in seiner Arbeit dadurch Schwierigkeiten bekommt. Und das große Problem ist einfach, dass nicht nur eine Generation, sondern Generationen wegsterben. Und in der Zulu-Gesellschaft ist es eigentlich wunderschön, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, nehmen wir an, ich würde sterben, dann würde mein Bruder sowohl meine Kinder, wenn ich welche hätte, als auch meine Frau übernehmen müssen. Und jetzt ist aber das große Problem, dass so viele von diesen Brüdern und Schwestern schon gestorben sind, dass niemand mehr da ist. Dann gibt's eben die Großmutter. Die Großmutter ist dann zuständig für die ganzen Enkelkinder ihrer verstorbenen Kinder. Ich hab’s einmal erlebt, dass ich gerufen wurde zu einer Frau, und ihr Sohn sei also schwer krank. Als ich ankam ist er gerade gestorben. Dann ist sie nachher mit mir hinausgegangen hinter die Hütte und hat gesagt: „Schau, da ist das Grab von meinem Sohn, von meiner Tochter, von meinem Sohn, von meiner Tochter, und das war jetzt mein letztes Kind, und das ist auch an AIDS gestorben. Und da sind dann 10, 15 kleine Kinder rumgelaufen und sie hat gesagt: Ja, das sind die Kinder meiner Kinder, die gestorben sind. Dann hatte also diese Oma etwa 15, ich hab’s nicht gezählt, von Enkelkindern zu versorgen. Jetzt hat aber die auch nur eine kleine Altersrente, wo ich vorher schon sagte, dass die zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben ist, und dies sind also diese Großmutterfamilien. Und dann stirbt die Oma. Und dann haben wir die von Kindern geführten Haushalte, wo dann 12-, 13-, 14-jährige Kinder auf einmal der Familienvorstand sind. Und jetzt ist es noch schlimmer, dass diese 13-, 14-, 15-jährigen Kinder, die dann für ihre jüngeren Geschwister sorgen müssen, auch keine Einkunftsmöglichkeiten haben, und viele dieser Mädchen dann wieder auf das älteste Gewerbe der Menschheit zurückgreifen, um Geld zu bekommen.

Also in die Prostitution?

Das habe ich damit gemeint, und ihren Körper verkaufen an die Männer, damit sie das Geld bekommen, ihre Geschwister durchzufüttern und das ist also ganz schlimm, diese zweite AIDS-Welle mit der wir jetzt auch konfrontiert sind, und da muss man eben tun, was man kann, und drum haben wir eben aus dem Hospiz heraus dieses Kinderheim auch gegründet, wo auch viele Kinder drin sind, wo einfach beide Eltern an AIDS gestorben sind, oder der Vater unbekannt ist und die Mutter an AIDS gestorben ist, dass diese Kinder nicht für sich allein da stehen, sondern dass man sich um die kümmern kann.

Haben Sie einen ausreichenden Stamm auch an einheimischen Mitarbeitern, die ausgebildet sind, meinetwegen als Sozialarbeiter, die in die Familien gehen. Von wie vielen Mitarbeitern sprechen wir denn, wenn wir über die gesamte Brotherhood of Blessed Gérard sprechen, also die gesamte südafrikanische Hilfsorganisation des Malteserordens?

Wir sprechen momentan von 86 hauptamtlichen Kräften, und diese 86 hauptamtlichen Kräfte, das geht wirklich vom Arzt, der bei uns Vollzeit arbeitet, bis zum Gärtnergehilfen, und da sind also auch sehr sehr viele Fachkräfte dabei. Sie haben von unserer Sozialarbeiterin gesprochen. Wir haben Krankenschwestern, Krankenpflegehelferinnen, Schwesternhelferinnen, angestellt. Wir haben Lehrer angestellt und Kinderpflegerinnen für unser Kinderheim und Erzieherinnen, würde man in Deutschland sagen, für unseren Kindergarten, also alles Fachkräfte, die uns natürlich auch wahnsinnig viel Geld kosten, denn man kann eine Fachkraft nicht mit kleinen Löhnen abfinden und das ist natürlich für uns auch eine große Herausforderung. Aber wenn wir gute Qualität leisten wollen, dann müssen wir auch ausgebildete Kräfte einsetzen. Sie können in Deutschland auch nicht in ein Krankenhaus gehen und sich von einer angelernten Kraft den Blinddarm operieren lassen, sondern es muss auch gut ausgebildeter Arzt sein, und das ist bei uns nicht anders.

Nun ist der Malteser Hilfsdienst in Deutschland, der auch eine Hilfsorganisation des Malteserordens ist, im gesamten bundesdeutschen Raum tätig. Wie ist denn das bei der Brotherhood of Blessed Gérard, die wiederum ja die südafrikanische Hilfsorganisation des Malteserordens ist? Sind sie auch in Gesamt-Südafrika tätig, oder nur in der Provinz, in dem Bereich Mandeni, da wo sie auch zuhause sind?

Ja, jetzt sage ich mit einem Lächeln auf den Stockzähnen „noch nicht“, das heißt, als wir die Organisation gegründet haben, habe ich eigentlich so in meinem Hinterkopf den Wunschtraum gehabt, dass es also irgendwann, wie der Kardinal Frings mal sagte, „Zu jedem Kirchturm gehört eine Malteser-Gruppe“, dass es also irgendwann mal in ganz Südafrika Malteser geben wird, also uns südafrikanischen Malteser, aber es hat sich eigentlich völlig anders entwickelt, nämlich wir sind nicht in die Breite gewachsen, sondern in die Tiefe gewachsen, und sind jetzt eine Organisation die sich auf den Bereich kwaZulu/Natal spezialisiert hat, und dort mit eben den für den diesem Bereich sehr spezifischen Hilfsprojekten sehr in die Tiefe arbeitet. Und unsere Arbeit ist vor Ort immer mehr geworden, so dass wir momentan auch weder die Mittel, noch die der personellen Möglichkeiten haben, unsere Organisation auszubreiten. Ich habe allerdings bereits Anfragen von einem Erzbischof in Tansania und von anderen Bischöfen bekommen, ja kannst Du nicht auch zu uns kommen, und so eine Organisation gründen? Natürlich meinen viele, dass man nicht nur die Organisation gründet, sondern dass man dann auch das Geld bringt, die ganze Arbeit zu leisten, und da sind wir einfach momentan völlig überfordert. Aber von unserem Wunschdenken her, von unserer Bereitschaft her, ist durchaus der Wunsch da, dass wir uns mal auf das ganze Land Südafrika ausbreiten, aber momentan, wie gesagt, sind wir auf diesem Bereich kwaZulu/Natal konzentriert, und wir sagen lieber, es ist besser, dass man eine sehr gute Arbeit an einem Ort leistet, als dass man sich zu sehr in die Breite verstreut und dann die Qualität sinken würde.

Wie groß ist dieser Bezirk ungefähr? Machen Sie’s fest an einen deutschen Regierungsbezirk.

Es ist unheimlich schwer zu sagen, und zwar deshalb, weil unsere Patienten – wir hatten Patienten aus Kapstadt und aus Johannesburg – wir haben gottlob oder …

Und das ist unendlich viele Kilometer von Ihnen weg? Ein paar Hundert, nicht?

Das sind 2000 nach Kapstadt und nach Johannesburg  sind es 660 km, aber wir haben einen sehr guten Ruf. Und jetzt gibt  es eben sehr viele Leute, die sagen „Mensch, also der ist so schlecht beieinander, der muss unbedingt dorthin, weil die so gute Arbeit leisten“, und deshalb haben wir also einen sehr großen Einzugsbereich. Der unmittelbare Einzugsbereich ist etwa 50 km um Mandeni herum, also ein 100 km Umkreis (d.h. Durchmesser) um Mandeni herum, in dem wir uns um die Menschen kümmern. Für den häuslichen Krankenpflegebereich, wo wir täglich die Leute besuchen, ist der Einzugsbereich etwa 25 km. Aber auch für unsere Ausbildungen zum Beispiel kommen die Leute aus ganz Südafrika zu uns. Also wir sind in mehreren Diözesen tätig, außerdem sind wir das einzige Hospiz an der Nordküste des Zululandes mit einer Krankenstation, also das einzige stationäre Hospiz, und alle anderen Hospize an der Nordküste haben keine Krankenstation.

Mit wie viel Betten ungefähr?

Wir sind das größte stationäre Hospiz Südafrikas mit 40 Betten. Ich weiß nicht, das größte deutsche Hospiz, glaube ich, hat 15 oder 20 Betten und, ich will damit mit angeben, aber es ist einfach diese unendlich große Not da und der große Bedarf. Und deshalb ist unser Hospiz auch so groß geworden und deshalb ist es auch sehr wichtig,  dass wir uns dort konzentrieren, dass wir das, was wir tun, gut tun, und wir leisten unsere Hilfe ja auch, was für die Malteser ganz typisch ist, nach sehr sehr hohen Standardmerkmalen, das heißt, dass wir …

Nach westlichen Standardmerkmalen?

Ja natürlich! Wenn Besucher zu uns kommen, dann sind die immer baff erstaunt, dass man unsere Einrichtung durchaus mit einer Privatklinik in Europa vergleichen könnte.

Einen Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle möchte mein Gast, Pater Gerhard Lagleder, den Menschen in Südafrika bieten. Pater Lagleder, nun kommen wir langsam in den Abschluss der Sendung, und eine Frage, die am Ende notwendig ist, nochmal zu stellen, das ist die Frage: Ja wie können wir sie und ihre Arbeit unterstützen?

Das erste, und das werden Sie vermutlich nicht erwarten, ist dass ich Sie um ihr Gebet bitte, und das meine ich wirklich unendlich ernst. Ich bin überzeugt, dass der Liebe Gott Mittel und Wege finden kann, uns zu helfen, und darum bitte ich jeden, der zuhört: Bitte schließen Sie uns in Ihr Gebet ein! Zweitens natürlich, wir brauchen Geld, und da bitten wir wirklich ganz, ganz herzlich darum, dass, wenn es unter Ihnen, den Zuhörern dieser Sendung, Menschen gibt, die sagen: Also, ich kann etwas übrigen, oder wenn sie sich mit anderen Leuten zusammentun, um vielleicht so eine Patenschaft zu übernehmen, wären wir sehr dankbar. Aber es ist natürlich jeder Cent und jeder Euro eine Hilfe für unsere Arbeit. Wir haben einen Förderverein in Deutschland mit einem eigenen Spendenkonto.

Das Spendenkonto, liebe Hörerinnen und Hörer, das können Sie erfragen bzw. die Kontaktdaten zum Förderverein, liebe Hörerinnen und Hörer, die bekommen Sie, wie immer, bei unserm Radio Horeb Hörer Service oder sie gehen ins Internet auf „horeb. org“ und dann können Sie einfach tätig werden, wie immer sich ihr Herz jetzt auch öffnet, denn wir haben eben gehört, und deswegen ist Pater Lagleder auch gerade jetzt zur Zeit in Deutschland, dass die Förderhilfen, die amerikanischen, sehr stark gestrichen werden, und somit auch die Arbeit der Brotherhood of Blessed Gérard, der Hilfsorganisation des Malteserordens in Südafrika, stark beeinträchtigt ist. Wenn ich jetzt nun an die Malteser hier in Deutschland spende und dazu schreibe „Südafrika“, kommt das Geld dann auch bei Ihnen an?

Es gibt verschiedene Gliederungen der Deutschen Malteser, die uns unterstützen, aber ich denke, es wäre besser, man würde uns diese Gelder direkt auf unser eigenes Spendenkonto überweisen. Erstens geht es schneller und zweitens muss man dann nicht andere Leute bemühen, Spenden weiterzuleiten.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Arbeit von Herzen alles Gute, Gottes reichen Segen. Wir bitten Sie jetzt zum Abschuss auch noch um Ihren priesterlichen Segen, Pater Lagleder.

Lasset uns beten, Herr, allmächtiger Gott, wir danken Dir dass Du uns berufen hast vor Dir zu stehen und Dir zu dienen. Wir wissen und vertrauen darauf, dass Du mit Deinem Segen immer bei uns bist, und uns die Kraft schenkst, dass wir unsere Berufung erfüllen, ganz egal wo du jeden von uns hingestellt hast. So bitten wir Dich auch um Deinen ganz besonderen Segen für all die Menschen, die uns in Südafrika anvertraut sind, dass sie die Hoffnung nie aufgeben müssen, sondern dass ihnen die Liebe Gottes erfahrbar gemacht werden kann durch die Hilfe der Menschen. Und so segne sie, und so segne all die Hörer von Radio Horeb der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.  Amen. Gelobt zu Jesus Christus!

In Ewigkeit, Amen.  Ja, herzlichen Dank, dass Sie uns hier besucht haben im Münchner Radio Horeb Studio, Pater Gerhard Lagleder!

Herzlich Vergelt’s Gott für die liebe Einladung!

Ein Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle. Das ist dem Gründer und Leiter der südafrikanischen Hilfsorganisation des Malteserordens, der Brotherhood of Blessed Gérard, ein ganz besonderes Anliegen. Liebe Hörerinnen und Hörer, und wenn diese Sendung jetzt ihr Herz angerührt hat, und Sie sich weiter informieren möchten, dann rufen Sie doch einfach unseren Radio Horeb Hörer Service an. Die Rufnummer das ist die 0 700 75257525 die Rufnummer das ist die 083239675110. Wenn Sie uns außerhalb von Deutschland anrufen möchten, dann wählen Sie die deutsche Vorwahl 0049. Informationen bekommen Sie auch im Internet auf Horeb. Org. Dort können Sie sich auch per Mausklick die Sendung herunter laden oder eine CD bestellen. Sie können natürlich auch die Kollegen von CD-Dienst anrufen. Dazu die Rufnummer 083239675120. All diese Informationen können Sie auf der letzten Seite unseres Programmfaltblattes entnehmen. Danke fürs Zuhören, fürs dabei Sein. Lassen Sie mich noch ein Bibelzitat sagen: „So spricht der Herr, mit ewiger Liebe habe ich Dich geliebt. Darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt.“ Ja, liebe Hörerinnen und Hörer bewahren wir unseren Mitmenschen, den Ärmsten der Armen, die Treue, indem wir wohlwollend an sie denken, für sie beten und so, wie es in unserer Macht steht, auch Ihnen finanziell unter die Arme greifen und helfen den Armen der Armen. Es verabschiedet sich von Ihnen
Ihre Sabine Böhler.


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Diese Seite wurde zuletzt am 17-04-2013 22:08:51 aktualisiert.