Pater Gerhard - ein Missionar auf Heimaturlaub
Er ist Benediktiner-Pater und lebt seit 17 Jahren in Südafrika. AIDS, Armut und Hunger - In Zululand kümmert er sich um die Ärmsten der Armen. Pater Gerhard war zu Gast bei Dieter Bleisteiner in der Mittagspause auf Ramasuri.
Pater Gerhard ist geborener Regensburger und war vor seiner Missionstätigkeit lange Zeit in Weiden beim Malteser-Hilfsdienst aktiv

Jetzt ist er auf Heimaturlaub und stellt den Oberpfälzern seine Arbeit in Südafrika vor.

Wenn Sie Pater Gerhard unterstützen wollen, dann klicken Sie ins Internet auf http://bbg.org.za/

Sie können natürlich auch für die Missionsarbeit spenden:
Sparkasse Neuburg-Rain BLZ: 721 520 70
Konto-Nr.: 12021
28.10.2004

 

Zu Gast bei uns heute in der Ramasuri Mittagspause ist heute ein ganz besonderer Mann, ein waschechter Benediktinerpater und Missionar ist bei uns: Pater Gerhard. Mahlzeit erst einmal

Dankeschön

Wie darf ich Sie denn jetzt eigentlich anreden?

Sie haben des ganz richtig gemacht, Pater Gerhard ist meine normale Anrede

Wunderbar. Aber Sie haben auch einen bürgerlichen Namen einmal gehabt, oder?

Ja, richtig, der ist Clemens Lagleder

Aha, und Sie kommen aus unserem Sendegebiet?

Ich komme aus Regensburg, habe aber in Weiden das Gymnasium und das Abitur gemacht, insofern fühle ich mich hier sehr zu Haus'

Sie sind Missionar; jetzt würde mich mal interessieren, wie würden Sie denn diesen Beruf beschreiben? Was ist ein Missionar, was macht der?

Ein Missionar ist ein Mensch der in den jungen Kirchen der Kirche und den Menschen hilft und das heißt mit anderen Worten, dass wir versuchen, den Menschen in der 3. Welt den Glauben zu verkünden, aber dies nicht nur im Wort zu tun, sondern eben in der Tat zu tun. Das einzige Evangelium, was in unseren heutigen Tagen noch gelesen wird ist ja die Tat der Christen und das ist die Aufgabe der Kirche, dass wir die Liebe Gottes den Menschen weiterschenken in der helfenden Tat

Und Sie sind in Südafrika?

Ich bin im Zululand in Südafrika tätig und das Zululand ist das Gebiet mit der höchsten AIDS Rate auf der Welt und da ist gerade die Kirche in ganz besonderer Weise angesprochen auf ihre Weise zu helfen, dass die Menschen die Hilfe bekommen, die sie brauchen

Wie kommt man jetzt dazu zu sagen, o.k., ich geh´ jetzt vielleicht ins Kloster, ich geh´ zu den Benediktinern, weil ich eben den Glauben habe oder weil ich Gott auf eine ganz besondere Art und Weise dienen möchte, aber jetzt geh´ ich in die Mission; wie komm´ ich da drauf? Was hat Sie da getrieben?

Ja, da muss ich über meine Biographie etwas erzählen, ich bin seit über 35 Jahren bei den Maltesern in Deutschland tätig gewesen und bin auch immer noch dabei. Ich hab´ auch hier in Weiden den Malteser Hilfsdienst aufgebaut und als Malteser ist man natürlich in erster Linie auf kranke Leute fixiert bzw. kümmert sich um kranke Leute und so war für mich dann die Idee ins Kloster zu gehen am Besten verwirklicht in einem Missionsorden, wo ich meine medizinische, aber auch seelsorgerische Aufgabe dann erfüllen kann und so war es dann für mich eigentlich die Berufung, die ich dachte verwirklichen zu sollen.

Wie lange sind Sie da jetzt schon unten?

17 Jahre.

17 Jahre und noch nicht bereut?

Nein, im Gegenteil, ich würde mit keinem Menschen auf der Welt tauschen und ich würde auch nicht, die Leute fragen mich immer: willst du nicht zurück, sag´ ich: nein, ich hab´ Heimweh nach Afrika.

Bei uns im Studio heute Mittag Pater Gerhard, er ist Benediktinerpater und Missionar und gleich reden wir über seine Arbeit in Südafrika.

In dieser Stunde in der Ramasuri Mittagspause am Donnerstag da haben wir einen ganz netten Gast, nämlich den Pater Gerhard. Er ist seit 17 Jahren Missionar in Südafrika, im Zululand genauer gesagt, ja und zur Zeit ist er wieder mal in der Oberpfalz auf Urlaub, oder?

Ja, das nennt man so Urlaub, aber natürlich geht es darum, dass man seine Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorstellt und versucht dann Freunde für diese Arbeit zu finden, im Sinn, dass man Leute findet, die die Arbeit finanziell mittragen.

Gibt es auch Urlaub? Es klingt jetzt für mich ein wenig komisch, wenn man sagt: ein Pater, hat der auch Urlaub, geht doch eigentlich gar nicht so, oder?

Das meint man immer, dass wir Übermenschen sind und dass wir überhaupt nicht schlafen brauchen, dass wir Tag und Nacht beten, das tun wir auch, aber wir brauchen natürlich auch unsere Pausen und so gibt es auch für uns einen Heimaturlaub. Ich war seit 7 Jahren nicht mehr auf Heimaturlaub und ich denk´ da ist es sicher nicht übertrieben, wenn man dann mal wieder in der alten Heimat ist.

Da gehen wir mal wieder zurück in ihr Schaffensgebiet in ihren Kreis, dort wo Sie wirken. Diese Gruppe, der Sie angehören, diese Organisation, das sind ja im Prinzip die Malteser, oder? Heißt aber anders

Es gibt in Deutschland einen Malteser Hilfsdienst, das ist die Hilfsorganisation des Malteserordens in Deutschland und ich habe eine Hilfsorganisation in Südafrika gegründet und weil man mit dem Namen Malteser im Englischsprachigen Bereich nichts anfangen kann, haben wir die Organisation nach dem Gründer des Malteserordens nämlich dem Seligen Gerhard benannt. Sie ist also nicht nach mir benannt, weil ich auch Pater Gerhard heiß´, sondern umgekehrt. Ich bin nach diesem Gründer des Malteserordens auch benannt und diese Bruderschaft des Seligen Gerhard oder wie wir im Zululand sagen die Brotherhood of Blessed Gérard oder auf Zulu inhlangano kaGerard obusisiweyo, die ist eine Hilfsorganisation von Südafrikanern für Südafrikaner um dort den Armen zu helfen.

Wir haben gerade vorhin schon darüber gesprochen, eines der ganz großen Probleme ist AIDS.

Das ist richtig, ja

Und jetzt haben wir auch gehört, der Malteser Hilfsdienst ist auch medizinisch aktiv, neben dem Geistlichen natürlich. Was sind denn jetzt da ihre Aufgaben? Einfach Essen runter schaffen? Medikamente runter schaffen? Oder wie sieht das aus?

Ja, das mit dem runterschaffen das ist immer so die deutsche Idee, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll und von daher von Deutschland aus der Rest der Welt organisiert werden muss und ich wollte gerade diesen Fehler nicht begehen, diesen Kolonialismusgedanken weiterzutragen, sondern ich habe mir überlegt, wir müssen die Südafrikaner dazu bringen den Südafrikanern in Südafrika zu helfen. Mit anderen Worten: Ich habe eine Hilfsorganisation von Südafrikanern gegründet um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, d.h. die Leute helfen sich selber und der einzige Ausländer im Vorstand bin ich. Es ist also eine genuin Südafrikanische Gründung und Organisation, die natürlich im Geist der Malteser ihren Dienst tut um den Glauben zu verteidigen durch die Hilfe an den Nächsten, an den Notleidenden.

Wie schaut denn diese Hilfe konkret aus, wird da was gebaut, ein Kindergarten gebaut, ein Krankenhaus ausgestattet oder was passiert da genau?

Ganz genau was Sie gesagt haben: Wir haben einen Kindergarten gebaut, wir haben ein Hospiz gebaut, wir haben, was wir nennen ein Pflege- Sozial- und Hospiz-Zentrum aufgebaut in dem wir auch ein Kinderheim unterhalten. Wir haben insgesamt 12 karitative Projekte, die wir unterhalten, die ich jetzt im Einzelnen gar nicht aufzuzählen brauch´, aber das Wesentliche ist unser Hospiz und unser Kinderheim in dem wir uns ganz speziell um AIDS Patienten annehmen.

... aber trotz alledem mit einem ganz ganz lieben Gast. Pater Gerhard, er ist nämlich Missionar in Südafrika auf Heimaturlaub und er ist eigentlich Oberpfälzer, deswegen auch Heimaturlaub, aber Urlaub klingt ja jetzt eigentlich ziemlich schön, aber mit Couch liegen und so da ist nix drin, oder?

Ja so ist des. Ich mein´ der Hintergrund so eines Heimaturlaubes ist natürlich die Erholung, aber man erholt sich ja auch, wenn man mal nicht in der Verantwortung steht, aber ich muss die Zeit natürlich auch nützen um Freunde für unsere Arbeit zu gewinnen, dass wir die Arbeit langfristig auch finanziell absichern können uns so geht man eben rum und versucht verschiedene Leute und Gruppen und Pfarreien und ähnliche Gliederungen, wo man eben seine Arbeit vorstellt und um Hilfe für diese Arbeit bittet.

Kommen wir genau zu diesem Thema, da wollte ich jetzt nachfragen. Das Ganze kostet natürlich auch einen Haufen Geld. Für gute Worte alleine wird man auch da unten keinen Stein kaufen können oder keine Wasserleitung bauen oder was auch immer. Woher kommt das Geld?

Das Geld kommt aus Zuschüssen und Spenden. Ein Großteil unserer Spenden kommt von Privatpersonen. Es gibt in Südafrika ein paar wenige Firmen die uns ein klein wenig unter die Arme greifen, aber der Großteil kommt wirklich von Privatpersonen. Wie man es mit biblischen Worten ausdrücken würde: die Pfennige der armen Witwe und dafür sind wir enorm dankbar, dass es so viele Leute gibt, die sagen: Mensch, was ihr da an Arbeit leistet ist großartig und da helfe ich dir dafür.

Jetzt nehmen wir doch vielleicht mal ein oder zwei konkrete Projekte raus, was Sie vielleicht gerade in Arbeit haben unten damit die Leute wissen: Mensch, da was ich da spende das Geld kommt auch wirklich an und ich weiß jetzt auch für was

Wir haben 12 karitative Projekte, die wir unterhalten, da gibt es ein paar ganz große, das Größte ist unser Hospiz, wir sind das größte Hospiz Südafrikas mit 80 Betten, 40 im Kinderheim und 40 für Erwachsene in dem Gebiet mit der höchsten AIDS Rate der Welt, von der Regierung offiziell zugegeben sind in unserem Gebiet 76% der AIDS Tests die positiv ausgefallen sind und da muss man natürlich was tun und wenn Sie mich nach Geld fragen. Wenn wir einen Patienten 365 Tage pflegen, also ein ganzes Jahr, dann kostet uns das umgerechnet 7300 Euro und jetzt rechnen Sie mal 80 Patienten, dann können Sie sich unsere Gesamtkosten ausrechnen.

Jetzt sind Sie auf Urlaub hier in der Oberpfalz und haben einen dichten Terminkalender. Unter anderem natürlich auch bei uns und es gibt Vorträge, z.B. jetzt am Freitag in Herz Jesu um 15 Uhr ein großer Vortrag wo Sie berichten über Ihre Arbeit. Wer jetzt Sie unterstützen möchte und jetzt sagt: Mensch, das ist eine Klasse Geschichte, jetzt kenn´ ich den Herr Pater Gerhard jetzt auch persönlich, zumindest jetzt durch das Radio und dem will ich jetzt was Gutes tun, wie kann er denn das machen?

Das geht ganz einfach. Da geht man auf die Bank und schickt uns eine Überweisung, da gibt es ein Spendenkonto wo man auch eine Spendenquittung bekommt wenn man seine Anschrift angibt, das ist die Kontonummer 12021 bei der Sparkasse Neuburg-Rain, die Bankleitzahl ist 721 520 70

Natürlich geben wir dies alles gleich noch einmal durch. Also wem des jetzt zu schnell gegangen ist, hier einfach noch mal bei uns anrufen oder bei uns im Internet nachschauen www.ramasuri.de, da werden wir das Ganze noch einmal veröffentlichen und es gibt auch eine Internetseite wo man auch ein bisschen stöbern kann und schauen kann, was ihr da so macht

Genau, das wäre die www.bbg.org.za und da ist eine sehr weitgestreute Internetseite, die über all´ unsere Tätigkeiten sehr ausführlich berichtet und herzliche Einladung uns dort wenigstens online zu besuchen

Pater Gerhard, wir bedanken uns ganz herzlich, dass Sie da waren hier bei uns, dass Sie erzählt haben, wie es in Südafrika zugeht und was Sie da machen. Ihnen wünsche ich noch einen schönen Urlaub

Danke schön

Auch ein bisschen durchschnaufen

Ja, das ist sehr lieb und ich bedank´ mich auch bei Ihnen, dass Sie mich eingeladen haben zu Ihnen zu kommen und ich grüße meine Oberpfälzer Freunde ganz herzlich und bedanke mich

Jetzt bräuchten wir ganz zum Schluss noch einen Satz auf Zulu

- ...................ich bedanke mich ganz herzlich, dass ihr mir eine Möglichkeit gegeben habt zu euch zu sprechen und euch zu erzählen wie wir den Menschen im Zululand helfen die in großen Nöten sind. Das habe ich auf Zulu gesagt

Wunderbar. Ich sag´ noch einmal Dankeschön. Pater Gerhard bei uns in der Mittagspause auf Ramasuri. Er ist Benediktinerpater und Missionar in Südafrika und wartet natürlich auf Ihre Spenden. Also raus mit dem Geld!


Pater Gerhard - ein Missionar auf Heimaturlaub ramasuri.de


Diese Seite ist Teil der Medienschau der Brotherhood of Blessed Gérard



Zurück zur Homepage der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 31-03-2013 23:13:33 aktualisiert.