Interview des St. Michaelsbundes
mit Pater Gerhard Lagleder OSB
zum Welt-AIDS-Tag 2003

Heute wird der Welt-AIDS-Tag begangen. Auch wenn in Deutschland die HIV-Infektionen relativ erfolgreich bekämpft werden, in anderen Teilen der Erde fehlen dafür schlicht die Mittel, vor allem in Südafrika. Dort lebt Pater Gerhard Lagleder. Der gebürtige Regensburger unterhält seit siebzehn Jahren mehrere Hilfseinrichtungen für AIDS-Patienten und ist jetzt bei uns am Telefon.

Grüß Gott!

Grüß Gott!

Sie leben im südafrikanischen Zululand, in dem es mit über 70 Prozent HIV-positiv Kranken eine der weltweit höchsten AIDS-Raten gibt. Was hat das für Folgen in dieser Region?

Die Konsequenz dieser Tatsache ist einfach die, dass die Leute sterben, wie man im Dialekt sagen würde, wie die Fliegen, und das große Problem ist, dass dies meistens junge Leute sind und somit sterben also die Brotverdiener weg. Die Fabriken müssen dauernd die Stellen neu besetzen mit ungelernten Leuten, die man wieder anlernen muss und dies eskaliert in ein Ausmaß hinein, das ist unbeschreiblich.

Diese immesen sozialen und menschlichen Folgen versuchen Sie mit ihrer Arbeit etwas zu lindern. Wie helfen Sie?

Zum einen haben wir ein Hospiz, in dem Menschen, die im Sterben liegen, gepflegt werden. Zum anderen haben wir ein Kinderheim, wo jetzt auch immer mehr Kinder kommen zu uns, ausgesetzte Kinder, die selber HIV-positiv sind aber auch vernachlässigt sind, die unterernährt waren. Dann betreiben wir AIDS-Aufklärung. Erstens mal vermeinden andere anzustecken, aber trotzdem ein Leben haben in dem du so lange als möglich gut leben kannst.

Sie werden ab dem kommenden Jahr zu den ersten gehören, die kostenlos Medikamente an die Bervölkerung abgeben, die den Krankheitsverlauf verlangsamen. Ist das ein Hoffnungszeichen?

Dies ist natürlich ein Riesen-Hoffnungszeichen und gerade wenn ich jetzt da an unsere Patienten denke, Mütter mit Kindern, da sind natürlich weitere fünfzehn bis zwanzig Jahre eine unheimliche, großartige Sache, denn in der Zeit kann ich mein Kind großziehen.

Trotzdem wird Südafrika noch über Jahrzehnte von AIDS bestimmt sein. Verzweifeln Sie da nicht manchmal und fragen sich: "Was nützt es denn diesen AIDS-Kranken zu helfen?"

Nein. Wenn man in ihren Augen so ein Lächeln gesehen hat trotz ihrer verzweifelten Situation dann ist das eigentlich eine wunderschöne Sache und ich glaube, dies ist das ganz Zentrale in unserer AIDS-Arbeit, den AIDS-Kranken zu zeigen: "Du, wenn Dich auch jeder wegschmeißt, ich mag Dich trotzdem. Ich bin Dir gut!" Und ich glaube, dies ist das Wichtige, diese Botschaft, dass man die rüberbringt zu unseren Patienten.

Das war Pater Gerhard Lagleder, der in Südafrika verschiedene Hilfsprojekte für AIDS-Kranke leitet. Herzlichen Dank für das Gespräch! Auf Wiederhören!

Auf Wiederhören und alles Gute!


Diese Seite ist Teil der Medienschau der Brotherhood of Blessed Gérard



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Diese Seite wurde am 3.12.2004 erstellt. Letzte Aktualisierung am 24-09-2013 20:12:09