Brotherhood of Blessed Gérard 

Die Hilfsorganisation des
Malteserordens in Südafrika

So fing alles an

  • Pater Gerhard berichtet: „Ich kam 1990 als Pfarrer in dieses Gebiet und als Missionar ist man natürlich für alles zuständig, speziell dann, wenn die Menschen in großer Not sind.
     
  • Einmal wurde ich zu einer Patientin gerufen, um ihr die Krankenkommunion zu bringen, weil sie im Sterben lag. Als ich zu ihr kam, sah ich, dass sie sehr schlecht beisammen war, dass sie ganz schlimme Bettgeschwüre hatte, und dass sie völlig ausgezehrt und ausgemergelt war. Ich habe ihr natürlich die Krankenkommunion und die Krankensalbung gespendet. Nachher habe ich zu ihr gesagt: „Würden Sie mir doch bitte erlauben, dass ich Sie zu einem guten Arzt bringe, denn ich denke, den brauchen Sie wirklich.“ Und dann sagte sie: „Ja, ich habe doch überhaupt kein Geld, ich kann mir das gar nicht leisten.“ Darauf sagte ich: „Nein, lassen Sie das ruhig mal meine Sorge sein" und daraufhin hat sie zugestimmt. Ich habe sie hinten auf meinen Pick-up auf eine Matratze gelegt und zum Arzt gebracht. Der Arzt war Dr. Thabethe, der in der Township Sundumbili eine Arztpraxis unterhält, und als ich dorthin kam, sagte er: „Um Gottes Willen, die ist ja so schlimm beisammen, die muss unbedingt sofort ins Krankenhaus.” Sie wurde ins Krankenhaus verlegt und starb dort noch in derselben Nacht. Als ich Dr. Thabethe dann wieder getroffen habe, sagte er zu mir: „Mensch, Pater, könnten wir denn gar nichts unternehmen? Es gibt hier so viele Menschen, die einfach an Unterernährung und daran sterben, dass sie vernachlässigt sind und daran sollte man nicht sterben müssen. Und damit hat er natürlich offene Türen bei mir eingerannt.
     
  • Das zweite Erlebnis, das für mich sehr prägend war, war ein ganz anderes: Es gab zwei Familien hier in Mandini, die sich ein Haus geteilt haben. Die Väter hatten die Arbeit verloren und wußten jetzt nicht mehr, wie sie ihre Familien ernähren sollten. Der Vermieter hatte den Familien gedroht, dass er sie aus dem Haus rauswerfen würde. Sie hatten nichts zu essen, sie hatten keine Kleidung, sie wußten überhaupt nicht mehr, was sie tun sollten und waren völlig verzweifelt. Und wie es nun mal so passiert, wenn die Leute verzweifelt sind, auch wenn sie nicht katholisch sind, kommen sie zur katholischen Kirche, und deshalb hat man sich an uns gewandt und uns gebeten: "Könnt ihr nicht helfen?" Ich habe dann in der Kirche eine Verkündigung gemacht und nach der Messe kam Frau Kalkwarf, ein Mitglied unseres Pfarrgemeinderates, zu mir und sagte: „Ach, kein Problem, das kriegen wir schon organisiert. Machen Sie sich keine Sorgen.“ Einen Tag später war bereits die ganze Stadt und die Pfarrei organisiert, die eine Familie brachte zu Essen, die andern Leute brachten Kleidung, die dritten brachten die Kinder zur Schule und die vierten haben dann sogar noch für beide Väter eine neue Arbeit besorgt, und so sind binnen kürzester Zeit die Nöte dieser Familien gelindert worden. Für mich war das ein "Aha-Erlebnis": „Mensch, da sind Leute hier in Südafrika, hier in Mandini, die wissen wie man Hilfe organisiert.“ Und dann hat’s in mir so richtig gezündet.
     
  • Ich war über 30 Jahre vorher in Deutschland bei den Maltesern tätig und von daher war es mir selbstverständlich, Hilfe zu organisieren und so hat es eben in mir gefunkt und ich habe mir gesagt: „Mensch, schauen wir doch, wie wir den Menschen hier im Zululand langfristig helfen können. Es wäre gut, wenn wir eine Organisation von Südafrikanern hier in Südafrika hätten, die sich den Kopf darüber zerbricht, wie man den Leuten in Südafrika am besten helfen kann.” Und so habe ich dann eben eine Organisation gegründet von Südafrikanern, die hier besteht, die hier in Südafrika basiert und mit örtlichen Leuten arbeitet.“

Heutzutage sind wir

  • eine Gruppierung von nahezu 1500 Idealisten, die sich zum Ziel gesetzt hat, Hilfsbedürftige zu befähigen, sich selbst zu helfen, und in dringenden Notfällen direkt und unmittelbar zu helfen.
  • die südafrikanische Hilfsorganisation des Souveränen Malteser-Ritterordens, der vor mehr als 900 Jahren durch den Seligen Gerhard als Bruderschaft zur Krankenpflege gegründet wurde.
  • eine im Glauben fundierte Organisation die in die Tat umsetzt, was unser Motto "tuitio fidei et obsequium pauperum", d.h. "Schutz des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen" aussagt.
  • ein "Privater Verein von Gläubigen" innerhalb der Katholischen Kirche, der offen ist für Mitglieder jeder Konfession.
  • eine in den örtlichen Gemeinden verwurzelte regierungsunabhängige Organisation, die freiwillig und ehrenamtlich arbeitet.
  • eine gemeinnützige Organisation, die nicht profitorientiert ist und sich der Wohlfahrt aller Menschen widmet.
  • eine nicht diskriminierende und für jedermann offene Organisation, die den Bedürftigen ohne Ansehen ihres Glaubens, ihrer Hautfarbe, ihrer Parteizugehörigkeit und ihres sozialen Status hilft.
  • ein caritativer Verband, der im Rahmen seiner Möglichkeiten und der Notsituation der Menschen entsprechend hilft.

Wir bemühen uns um einen hohen professionellen Standard in der Sorge um die uns Anvertrauten.

Pierangelo Cerana, Direktor von WHIRLPOOL, stellte fest:

“Ja, meine Motivation, warum wir die Beziehungen zur Brotherhood of Blessed Gérard verstärken, ist ganz einfach: Ich habe die Vorstellung, dass große Ideen auch große Flügel zum Fliegen brauchen, aber inzwischen brauchen sie auch große Räder zum Landen und ich denke hier herrscht eine gute Kombination: Ein großes Herz und große Tatkraft. So vermählen sich hier Herz und Qualität und das beeindruckt mich am meisten. In diesem Haus sind die Menschen mit viel Liebe, aber auch mit viel Professionalität aufgenommen.”


Diese Seite ist Teil des Rundbriefs Nr. 24 der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 08-10-2009 16:33:28 aktualisiert.


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