Mein Besuch im Blessed Gérard's Pflege-, Sozial- und Hospiz-Zentrum

Bericht der Vizepräsidentin der Britischen Assoziation des Malteserordens Lady Patricia Talbot of Malahide

Die Schönheit des Landes und das herrlich sonnige Wetter grüßten mich bei meinem ersten Besuch in Südafrika. Ich wollte etwas Zeit im Blessed Gérard’s Pflege,- Sozial und Hospiz-Zentrum und im Kinderheim in Mandeni im Herzen des Zululandes verbringen. Sehr herzlich willkommen geheißen wurde ich von Clare Kalkwarf, die zusammen mit Pater Gerhard das Hospiz betreibt. Er war leider nicht da, weil er in Deutschland auf einer Bettelreise für das Hospiz war. Sehr bald konnte ich mit dem Personal, den Patienten und den Kindern zusammensein. Das war für mich eine sehr lohnende und demütigende Erfahrung. Dunkelste Wolken brechen über Afrika und besonders diese Gegend des Zululandes herein durch eine AIDS Epidemie, die eine ganze Generation junger Leute - Dreißigjährige und Jüngere - auszulöschen droht. In den letzten zehn Jahren sind schon Tausende gestorben. In vielen Familien bleiben nur die Großeltern und ihre Enkelkinder übrig. Von denen sind viele selber HIV positiv. Eine Großmutter wurde mit ihren jungen Enkeln und neun Gräbern auf ihrem kleinen Grundstück zurückgelassen. Es ist eine bodenlos traurige Situation, die viele Zulu ihres Heims, ihrer Nahrung und ihres Geldes beraubt. 83% haben keine Arbeit und was noch schlimmer ist, die traditionellen Werte ihrer Kultur innerhalb und außerhalb der Familie werden durch westlichen Einfluß und Promiskuität zerstört. Deshalb gerät diese Epidemie zusehends außer Kontrolle. Das Hospiz, jetzt acht Jahre alt, wird von Pater Gerhard, Clare Kalkwarf und ein paar anderen Leuten mit ganzer Hingabe verwaltet. Es hat drei Stockwerke und schließt eine schöne Kapelle, Büros und Gästezimmer ein. Von Spendern in Amerika bekamen sie ein sehr willkommenes Geschenk von 40 Betten, gerade als das Hospiz fertig war.

Es gibt auch Unterkunft für ca. 40 Kinder im Obergeschoß mit gutem und sicherem Zugang zu den Spielplätzen. Viele der Kinder sind HIV positiv und werden vermutlich höchstens zehn Jahre alt werden. Die Kinder gehen zur Schule und, soweit dies in einem Hospiz möglich ist, führen sie ein ganz normales Leben. Die meisten davon sind Waisen und werden so lange als notwendig dort bleiben. Manche gehen nach Hause, falls sich die Familien um sie annehmen können. Das Hospiz, das bis zu 40 AIDS Patienten aufnehmen kann wird mit voller Hingabe von einem Team betrieben, das Pater Gerhard, Clare, eine Ärztin, Krankenschwestern und Helfer einschließt, viele davon sind Freiwillige. Es gibt auch Menschen aus dem Ausland, die eine gewisse Zeit dort verbringen, um den Patienten zu helfen. Eine davon ist Lillian Molloy aus Newcastle-upon-Tyne, die jedes Jahr einen Monat ihres Urlaubs dafür verwendet, Erste Hilfe zu unterrichten. Sie leistet wertvolle Arbeit. Clare ist eine höchst dynamische Persönlichkeit, die in den vergangenen Jahren ihr Leben für die Pflege der Patienten und Kinder hingegeben hat. Es ist auch ihr Respekt für das Personal und ihre Ermutigung aller Mitarbeiter, die in ihnen ein großes Bewußtsein wecken müssen, wie sinnvoll es ist, was sie für die Kranken und Sterbenden tun. Das Hospiz wird mit allen christlichen Werten und aller notwendigen Liebe betrieben. Jeden Morgen wird die Hl. Messe gefeiert. Personal und Patienten können teilnehmen. Viele davon sind Nichtkatholiken. Während meines Aufenthaltes fuhr ich mit einer Krankenschwester zu zwei Hausbesuchen kilometerweit in eine sehr arme ländliche Gegend. In beiden Fällen kehrten wir mit dem Patienten zurück, der behandlungsbedürftig war. Einer davon war ein etwa sechs Monate altes Mädchen, dessen Mutter im Krankenhaus war und der Vater konnte das Baby nicht füttern, weil er kein Geld hatte. Es war in besorgniserregendem Maß unterernährt, weil es drei Monate lang nur Zuckerwasser bekam. Als ich selbst noch dort war, sprach es bereits auf die Behandlung mit den richtigen Nährstoffen an. Hoffentlich wird es zu seiner Familie zurückkehren können. Unter anderen hat auch die Britische Assoziation des Malteserordens für die Weiterführung der Arbeit der Brotherhood of Blessed Gérard bereits Geld gegeben und weitere Hilfe versprochen, wofür diese äußerst dankbar ist. Sie denken in ihren täglichen Fürbitten an uns alle. Meine abschließenden Gedanken zu diesen denkwürdigen Tagen sind, dass es sich wirklich um eine höchst lebensnotwendige und wichtige Arbeit handelt, die weitergehen muss, um etwas von dem schrecklichen Leiden und dem Schmerz dieser armen Leute, die an AIDS sterben, zu lindern und zu helfen sie zu erziehen, wie das Clare und ihr Team tun, und sie sagt: “Falls die Bruderschaft auch nur ein Leben retten kann, ist das all die großen Mühen wert.” Es ist ein wahres Wunder was diese Leute wunderbar und voller Hingabe für die Zulu tun, die in diesem sehr traurigen Land leben. Bitte denken Sie in all ihren Gebeten an sie.


Diese Seite ist Teil des Rundbriefs Nr. 24 der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 08-10-2009 16:34:09 aktualisiert.


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