Traurig, aber wahr:

Mandeni ist die AIDS-Hochburg der Welt!

Die Township Sundumbili in Mandeni wurde 1997 in der südafrikanischen Zeitschrift Drum als die “AIDS Hauptstadt von KwaZulu/Natal” bezeichnet. Ein repräsentativer Test unter Fabrikarbeitern der Industriesiedlung iSithebe ergab schon damals eine Rate von 88% HIV-positiven Ergebnissen. 76% der HIV Tests in der Klinik von Sundumbili fallen HIV-positiv aus (Januar 2004)

Damit hat das Gebiet um Mandeni einen traurigen Weltrekord erreicht, auf den keiner stolz ist und den auch keiner zur Aufnahme in das Guinness Buch der Rekorde vorschlagen wird.

Tatsache ist, dass wir mittendrin stehen und dass das öffentliche und private Gesundheitssystem damit absolut überfordert sind. Die Kirche kann und darf da nicht achselzuckend daneben stehen, sondern muss alle zur Verfügung stehenden Kräfte mobilisieren. Die Weltöffentlichkeit und allen voran auch die Kirche haben in den Monaten seit der Tsunami Katastrophe in Ostasien in einer vorher nie da gewesenen Solidarität gezeigt, dass auch heute noch Wunderbares geleistet werden kann, wenn alle zusammenstehen und zusammen helfen und geben, was sie können, wie schon damals die Jünger bei der Brotvermehrung alles gaben, was sie in Händen hatten und Christus dann das Wunder gewirkt hat, dass alle bekamen, was sie brauchten. Die AIDS-Welle hier ist eine noch viel schlimmere Katastrophe, weil sie nicht nur eine einmalige Flut hervorgerufen hat, sondern das ganze Land ist andauernd von AIDS überschwemmt und der Pegel steigt ständig an und lässt uns wenig Hoffnung auf einen Rückgang in der näheren Zukunft.

Gemäß UNAIDS leben in Afrika südlich der Sahara 25 Millionen Menschen mit dem HIV Virus im Körper und annähernd 2,5 Millionen sind im Jahr 2004 infolge von AIDS gestorben.

Im vergangenen Jahr sind 76% der HIV Tests in unserem Einzugsbereich positiv ausgefallen, d.h. allein im Gebiet von Mandeni werden innerhalb weniger Jahre wohl knapp 200000 Menschen an AIDS sterben.

In dieser alles bislang da gewesene übersteigenden Massenkatastrophe können wir nicht untätig sein und zusehen, sondern müssen tun was immer wir können, die Flut zurückzudrängen und den Opfern dieser einzigartigen Tragödie beizustehen. Pro Tag sterben allein in unserem Hospiz bis zu fünf Patienten infolge von AIDS, Tausende haben wir durch ambulante Pflege, Tagespflege und stationäre Pflege betreut und weit über Tausend auf ihrem letzten Erdenweg im Sterben begleitet.

Statistische Übersicht

 

kwaZulu/Natal

Südafrika

Afrika
südlich der Sahara

Deutschland

Welt

 

(2003)

(2003)

(2004)

(2003)

(2003)

HIV infizierte Menschen

 

 

60%*

 

100%

 

5,6 Millionen

25,4 Millionen

43.000

37,8 Millionen

davon Frauen (15-49)

 

3,1 Millionen

13,3 Millionen

9.500

17 Millionen

davon Kinder (0-15)

 

230.000

1,9 Millionen

-

2,1 Millionen

davon Babys

 

26.228

 

-

 

Davon Neuinfizierte

 

 

3,1 Millionen

 

4,8 Millionen

davon HIV infizierte Waisen (0-17)

 

660.000

9,6 Millionen

-

11,5 Millionen

Waisen aufgrund von AIDS (0-17)

 

1,1 Millionen

12,1 Millionen

-

15 Millionen

AIDS-Tote

 

370.000

2,3 Millionen

< 1.000

2,9 Millionen

Anteil der HIV infizierten Personen an der Gesamtbevölkerung

37,5%

27,9%

7,5%

0,1%

1,1%

* d.h. in Afrika südlich der Sahara leben 10% der Weltbevölkerung, aber 60% aller HIV infizierten Menschen.

Quellen: UNAIDS, Südafrikanisches Gesundheitsministerium, SABC, HIVAN, AVERT


Diese Seite ist Teil des Rundbriefs Nr. 25 der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 08-10-2009 16:35:03 aktualisiert.


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