Auf die konzentrierte und enorme Not der südafrikanischen AIDS-Pandemie reagierte die Brotherhood of Blessed Gérard in vielfältiger Weise:

  1. Schon am 23. Mai 1994 begannen sie mit einem HIV/AIDS Aufklärungsprogramm.
    Dabei klären sie die Öffentlichkeit – z.B. in Fabriken, Jugendgruppen, pfarrlichen Veranstaltungen, aber auch über die Medien von Film, Rundfunk und Internet - über AIDS auf und darüber wie man trotz HIV-Infektion positiv leben kann.
     
  2. Am 3. September 1996 eröffnete die Bruderschaft ein neu gebautes Hospiz, das bis heute das größte Hospiz Südafrikas ist.
    Es ist das Ziel des Blessed Gérard's Hospizes, Mandeni, die Versorgungslücke zwischen Krankenhaus und Zuhause des Patienten zu überbrücken. Es bleibt den Krankenhäusern hierzulande wegen ihrer geringen Zahl und des Bettenmangels oft gar nichts anderes übrig, als Patienten (zu) frühzeitig zu entlassen, d.h. noch bevor sie für sich selber sorgen können bzw. gesundet sind.
    Die Familien sind häufig nicht in der Lage, für ihre kranken Angehörigen zu sorgen, weil es ihnen an Selbstvertrauen, Ausbildung oder den pflegerischen Möglichkeiten fehlt, sich um ihre wieder genesenden Angehörigen zu kümmern.
    Die zweite Zielgruppe des Hospizes sind Patienten, die im Krankenhaus nicht genommen werden, weil sie z.B. eine infauste Prognose haben (Krebs/AIDS), aber auch zu Hause nicht hinreichend gepflegt werden können.

    Das Hospiz hat eine vierfache Aufgabe:
     
    1. Die Ausbildung der Öffentlichkeit in Häuslicher Krankenpflege, damit sie ihre eigenen Angehörigen zuhause angemessen betreuen können.
      Kurse für Pflegehilfskräfte geben den aktiven Mitgliedern der Bruderschaft die Kenntnisse und Fertigkeiten als freiwillige Helfer/innen im Hospiz mitarbeiten zu können.
      Daneben lernen sie pflegende Angehörige bei Hausbesuchen an, wie sie sich am besten um ihr Familienmitglied kümmern können.
    2. Eine wesentliche Aufgabe hat das Hospiz in der Häuslichen Krankenpflege, um die Häusliche Pflege durch die Familie zu ergänzen und mit Rat und Tat zu unterstützen durch Ausbildung und weitere Hilfen.
    3. Als weitere Aktivität betreiben sie ein Tagespflege-Zentrum für kranke Menschen, so dass Familienmitglieder die eine Arbeitsstelle haben, diese nicht aufzugeben brauchen, um für die Pflege ihres Angehörigen zur Verfügung zu stehen, sondern ihren Patienten vor Arbeitsbeginn ins Hospiz bringen und nach Arbeitsschluss ihn wieder mit nach Hause nehmen können. Der Patient wird dann auch, je nach seinem Krankheitszustand, an der Beschäftigungstherapie oder Freizeitaktivitäten des Pflegezentrums und Hospizes teilnehmen, damit er sich weder langweilt noch unnütz fühlt.
    4. Schließlich nimmt das Hospiz Kranke auch stationär auf und pflegt sie, wenn die Pflege des Patienten nicht hinreichend durch die Ausbildung seiner Familienangehörigen oder deren Unterstützung durch die Mobilen Hauskrankenpflege-Teams, noch durch die Aufnahme im Tagespflege-Zentrum gewährleistet werden kann. Die stationäre Aufnahme lässt immer noch die Möglichkeit offen, Familienmitglieder an ihrem eigenen Angehörigen im Hospiz zu schulen.
       
  3. Am 9. Juli 2000 hat die Bruderschaft dann ein Kinderheim eingerichtet, um ausgesetzten, vernachlässigten, unterernährten, misshandelten, missbrauchten, kranken, behinderten oder verwaisten Kindern ein Zuhause zu geben, die sonst keine Zukunft hätten. Viele davon sind selber HIV-positiv und manche schon in der AIDS-Phase. Andere wiederum haben einen oder beide Elternteile durch AIDS verloren und wenn es dann wirklich niemanden aus der Familie gibt, der das Kind aufnehmen könnte und keine Pflegeeltern gefunden werden können, dann nimmt das Kinderheim sie gerne auf und bietet ihnen all die Liebe und Sorge, die sie sonst entbehren müssten.
     
  4. Seit September 2003 ist eine ganz neue, umfangreiche und umfassende Aufgabe auf das Hospiz zugekommen, weil es von der Südafrikanischen Bischofskonferenz gebeten wurde, bei einem landesweiten Programm zur antiretroviralen Behandlung von AIDS-Patienten mitzuwirken. Dem Hospiz kam dabei eine Art Pionierrolle zu, weil es die dritte Einrichtung der Katholischen Kirche überhaupt war, die mit dieser enorm verantwortungsvollen und herausfordernden Aufgabe betraut wurde.

Das war der Beginn des


Diese Seite ist Teil des Rundbriefs Nr. 25 der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 17-04-2013 22:16:13 aktualisiert.


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