Zur Erinnerung an Menzi

von Sr. Sheilagh Schröder

Es war buchstäblich eine Gebetserhörung, dass ich dazu kam, für Blessed Gérard’s Care Centre zu arbeiten. Ich war halbtags in England in der Pflege beschäftigt gewesen und hatte wirklich große Freude an der Arbeit und an den Reisen, die damit verbunden waren, aber dann kam eine Zeit, in der sich meine Schwerpunkte veränderten und ich hatte große Sehnsucht danach, wieder ständig nach Südafrika zurückzukehren, doch in der Gegend in der ich lebe, ist es schwer in der Krankenpflege eine Beschäftigung zu finden. Als ich im vergangenen August für einen Monat zu Hause war, setzte sich eine der Angestellten, Sr. Elizabeth Coetzer mit mir in Verbindung, ob ich nicht Interesse hätte mit ihr dort zu arbeiten. Ich konnte es gar nicht glauben und antwortete mit einem begeisterten Ja ohne jegliches Zögern.

Nun ist es schon fast ein Jahr her, dass ich dort angefangen habe und ich möchte Ihnen von einem kleinen Jungen erzählen, der mir ans Herz gewachsen ist. Die Verwaltung wurde von einer Sozialarbeiterin aus der Gegend von Eshowe wegen eines kleinen unterernährten Jungen, der immer wieder ins Krankenhaus musste, angesprochen. Wie so viele andere war auch er HIV-positiv und hatte eine durch AIDS bedingte Hauterkrankung. Vor Weihnachten 2004 wurde er im Blessed Gérard’s Hospiz stationär aufgenommen. Seine Hautkrankheit zeigte sich dadurch, dass sich ständig ganze Hautschichten ablösten und dabei zeitweise aufbrachen und bluteten. Das machte ihn sehr empfindlich und nichts schätzte er mehr als umarmt und gestreichelt zu werden. Eines Tages als ich dienstfrei hatte, weinte er, und auf die Frage, was er denn wollte, sagte er, er wollte die "Gogo" (Zulu für Großmutter). Keiner wußte, wen er meinte. So fragte man ihn: "Welche Gogo?" Er sagte "die weiße Oma" und meinte mich, die einzige weiße grauhaarige Mitarbeiterin. Das berührte mich sehr. Von da an ist er mir ganz tief ans Herz gewachsen. All die Kinder, um die wir uns annehmen, werden uns lieb und teuer und gottlob haben sie einen Platz gefunden wo sie viel Liebe und Sicherheit bekommen. Wenn sie sterben, so wie Menzi im Juli, ist das sehr traurig und wir trauern wie Eltern um diese kleinen Kerle. Ich habe keinen eigenen Enkel. So habe ich nachdem Menzi verstorben war, diese kleine Leiche in einen Schal eingeschlagen, den meine Mutter für meine Kinder gemacht hatte. Es gibt so viele AIDS Waisen in unserem Gebiet und die Gelder, die gespendet werden, um unser Zentrum am Laufen zu halten, tragen viel dazu bei, es vielen Kindern wie Menzi zu ermöglichen, ihre Erdentage in einer liebevollen und friedlichen Atmosphäre beschließen zu können.


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