Gerhardsvesper

in der Klosterkirche Wennigsen am 13.10.2006

Grußwort

Hochwürdigster Bischof Jaschke, sehr geehrter Kommendator von Elsner, verehrte Ordensdamen, Ritterbrüder und Delegierte der Hilfsorganisationen,

aus mehreren Gründen bin ich besonders dankbar, dass ich als Vizepräsident der deutschen Assoziation des Malteser Ordens am Ende dieses schönen ökumenischen Vesper-Gottesdienstes ein Grußwort sprechen darf:

Zum einen, weil ich heute aus meinem Familienwohnsitz kommend, einem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster in Westfalen, jetzt wieder in einer ähnlichen Klosterkirche, derjenigen von Wennigsen, angelangt bin. Ich fühle mich also hier fast wie zu Hause.

Zum anderen bin ich dankbar, weil ich grundsätzlich mit besonderer Freude an derartigen ökumenischen Zusammenkünften unserer verschwisterten Orden und Hilfsdienste teilnehme, wie z. B. an unseren jährlichen Johanniter/Malteser-Tagungen in Westfalen oder dem Treffen in dieser Subkommende des Johanniter-Ordens, bei dem ich vor zwei Jahren einen Vortrag halten durfte. Dabei erfahren wir immer wieder, wie nahe wir doch einander sind; in unserem karitativen Engagement und auf der Grundlage der gemeinsamen christlichen Basis, die der Selige Gerhard vor vielen Jahrhunderten gelegt hat.

Der Gedenktag unseres Ordensgründers wird in diesen Tagen an vielen Stellen gefeiert. So morgen z. B. in der Malteser Kommende Ehreshoven. Mir persönlich liegt dabei ein weit von hier entfernter Ort heute besonders am Herzen. Ich will Ihnen das kurz erklären und komme damit zum dritten, auf den heutigen Tag bezogenen Grund für meine Dankbarkeit, hier sprechen zu dürfen:

Ich bin seit 1999 assoziiertes Mitglied der „Brotherhood of Blessed Gérard“, die vor 14 Jahren in der Republik Südafrika vom Ehren-Konventual-Kaplan unseres Ordens, Pater Gerhard Lagleder gegründet wurde. Und da diese Gemeinschaft in zwei Tagen, eben zum Fest des Seligen Gerhard, dort in Mandeni in Zulu-Land das zehnjährige Jubiläum der Einweihung eines äußerst beeindruckenden Pflege-, Sozial- u. Hospiz-Zentrums und einer dort ideal integrierten Kirche feiert, erlauben Sie mir, am Ende dieser Gerhards Vesper kurz darauf einzugehen:

Für mich ist dieses „Care-Centre“ in der Region mit der mit Abstand höchsten AIDS-Rate der Welt (fast 90% der Bevölkerung sind verseucht), ein trauriger Rekord; für mich ist also dieses Zentrum ein eindrucksvolles Beispiel nicht nur ökumenischer, sondern auch internationaler Zusammenarbeit, denn seine Förderer kommen aus den verschiedensten christlichen Konfessionen und aus fast allen Kontinenten. Zu den breit gefächerten Aktivitäten der Bruderschaft und des Zentrums habe ich einige Unterlagen mitgebracht, die Interessenten gerne später einsehen können. Das Spektrum erstreckt sich über HIV / AIDS-Aufklärungsprogramme, ambulante und stationäre Pflege im Hospiz, Ausbildung in häuslicher Krankenpflege, Katastrophenschutz, Sanitäts- und Betreuungsdienst, eine Nähschule, einen Stipendien-Fonds, einen Kindergarten und ein Kinderheim für vernachlässigte, misshandelte oder ausgesetzte Kinder bis zu einem Seniorenclub.

Alle diejenigen, die, wie ich vor genau einem Jahr zum Fest des Seligen Gerhard, dieses Zentrum besucht haben, waren tief beeindruckt von der herzlichen, persönlichen Zuwendung, die Sterbende, Behinderte, Kinder und Greise dort durch das Pflegepersonal erhalten. Für mich und alle ihre Freunde und Bekannten war es dann ein fürchterlicher Schock, als wir im April d. J. erfuhren, dass die charismatische Vize-Präsidentin der Bruderschaft vom Seligen Gerhard, Frau Clare Kalkwarf, Magistraldame unseres Ordens, auf dem Rückweg von ihrem Dienst hinterrücks ermordet wurde. Wir haben sie gerade in die Fürbitten für unsere Verstorbenen mit einbezogen, und diese Kerze hier brennt zu ihrem Gedenken.

Ich meine, es ist berechtigt, heute an diesem Gedenktag auf ein so konkretes und wichtiges ökumenisches Ordenswerk hinzuweisen, das den Namen des Seligen Gerhard nicht nur in Südafrika, sondern weltweit bekannt gemacht hat. Pater Gerhard Lagleder hat mir vor wenigen Tagen ausdrücklich ganz herzliche Grüße an die Teilnehmer dieser Gerhards Vesper aufgetragen und bittet Sie alle um Ihr Gebet.

Ich schließe mich diesen Grüßen im Namen der deutschen Genossenschaft des Souveränen Malteser Ordens an, danke noch einmal für Ihre Einladung und wünsche uns allen jetzt ein gutes Beisammensein im Johanniterhaus Kloster Wennigsen.

Dr. P. Frhr. von Fürstenberg


Diese Seite ist Teil des Rundbriefs Nr. 26 der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 08-10-2009 16:46:29 aktualisiert.


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