Nothandos Geburt

Eine weitere Premiere in unserem Carezentrum:

Nothando erblickte in unserem Behandlungsraum das Licht der Welt.

Am 26. Juni 2007 hatten wir um 9:30 Uhr eine Notentbindung.

Wir nahmen eine zwanzigjährige Frau auf. Sie wurde von Familienangehörigen mit dem Auto zu uns gebracht. Zunächst versuchten sie sie zur Klink nach Sundumbili zu bringen, dann zur Klinik in Mandini, aber beide male wurden sie abgewiesen, weil ein landesweiter Streik von Krankenschwestern am Laufen war und man verweigerte ihr jegliche Hilfe, ganz egal wie dringend sie diese benötigte. Als sie hier eintraf stand die Geburt unmittelbar bevor. Es war schon immer unser Grundsatz gewesen keinen wegzuschicken, der unsere Hilfe benötigt, solange wir nur irgendwie helfen können. Die Ärztin des Blessed Gérard´s Hospizes, die dienst habende Krankenschwester, die auch Hebamme ist und eine Therapieberaterin und Pflegekraft standen ihr sofort bei.

Um 9:45 Uhr gebar die Mutter ein hübsches Mädchen und sie gab ihr den Namen "Nothando" (Zulu für "die Liebevolle"). Nothando wog 3,4 kg.

Leider haben viele Menschen während dieses Krankenschwestern-Streiks ihr Leben verloren, weil die Schwestern zur Dienstverweigerung gezwungen wurden und die meisten öffentlichen Krankenhäuser ihre Tore schließen mussten. In unserem Kreiskrankenhaus in Stanger verließen die Krankenschwestern das Krankenhaus - überließen hilflose Babys sich selbst im Inkubator - und die Ärzte waren alleingelassen mit den Patienten und mussten diese selber pflegen, füttern und baden - vielleicht war das auch eine ziemlich Augen öffnende Erfahrung von ganzheitlicher Pflege. Als das Krankenhaus in Stanger zur Schließung gezwungen war, riefen uns Ärzte von ihren privaten Handys an - die dienstlichen Telefone waren lahm gelegt - und drängten uns, jene Patienten aufzunehmen, die sie nicht nach Hause entlassen konnten. Obwohl wir anfangs nur gebeten wurden eine kleinere Zahl von Patienten aufzunehmen, kam dann eine weitere Bitte ein paar mehr und noch ein paar mehr usw. aufzunehmen und bald waren unsere Krankenzimmer bis zum letzten Bett mit todkranken Patienten belegt, um die sich außer uns keiner anzunehmen bereit und in der Lage war. Gottlob hat unsere Krankenstation, die als solche die größte stationäre Hospizeinrichtung Südafrikas ist, eine Kapazität von 40 Betten. Wir sind stolz darauf, dass wir aushelfen konnten und viele der Patienten konnten später nach Hause entlassen werden, nachdem sie sich unter unserer Pflege gebessert hatten und nur wenige wurden Wochen später ins Krankenhaus nach Stanger zurückverlegt nachdem der Streik vorüber war.

Das veranschaulicht auf weitere Weise wie wir unseren Slogan "Blessed Gerard's Hospice - We care, no matter what..." in die Tat umsetzen.

Sthembile Masuku und P. Gerhard


Diese Seite ist Teil des Rundbriefs Nr. 27 der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 08-10-2009 16:53:59 aktualisiert.


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