Fest des Lebens am Welt AIDS Tag 2010

Am 1. Dezember 2009 lud das Blessed Gérard’s Hospiz HAART Programm wieder zu einem Fest des Lebens zur Feier des Welt AIDS Tages ein.

Pater Gerhard eröffnete die Feier mit einem Gebet. Dann übernahm der Programmdirektor. Zunächst sprach Pater Gerhard zu den Anwesenden und betonte wie wichtig uns die Patienten sind für das Anliegen des Blessed Gérard's Care-Zentrums, und er gab seinem Dank an die Patienten, den Vorstand, die Geschäftsführung und das gesamte HAART Team Ausdruck für alles was jeder dazu beigetragen hat, das Programm zu so einem beispielhaften Erfolg zu führen.

Herr Sven Anderson, der Geschäftsführer, sprach anschließend zu den Versammelten. Auch er dankte den Patienten, dem Vorstand, der Geschäftsführung und dem HAART Team.

Herr Zulu sprach im Namen der Therapieberater, auch im Namen von Herrn Patrick Dube, über den Fortschritt, den die Selbsthilfegruppen gemacht haben. Er ermutigte die Patienten auch für sich selbst zu sorgen.

Mitarbeiter des HAART Teams und andere Angestellte.

Dann war eine der Patientinnen an der Reihe freimütig darüber zu sprechen was sie über das HAART Programm denkt und wie es einem so geht wenn man täglich als HIV positiver Mensch lebt. Ihre Aussagen bewirkten ein hohes Maß an Rührung wie sie positiv mit der HIV Infektion zu lebt.

Ich grüße Euch alle!

Ich heiße Claudette Louw. Ich bin in Mangete aufgewachsen und wohne jetzt in Mandeni. Ich bin 42 Jahre alt. Ich arbeite schon 20 Jahre lang in einem großen Supermarkt in Sundumbili. Im April 2004 wurde ich drei Monate lang krank und ging zu verschiedenen Ärzten ohne dass es mir besser ging. Schließlich wurde ich ins Krankenhaus in Stanger eingewiesen. Ich erbrach wenn ich etwas zu essen versuchte und mir war schon der Geruch von Speisen, ja sogar der Geruch von Parfüm zuwider.

Die Ärzte sagten mir ich habe Magengeschwüre und rieten mir keine Tomaten oder scharfe Speisen usw. mehr zu essen. Nach zwei Tagen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Ich ging zu meiner Tante und sagte ihr dass ich krank sei und nicht wüsste was die Ursache meiner Krankheit sei. Sie vereinbarte einen Termin für mich mit ihrem Arzt in Durban.

Ich ging zum diesem Arzt. Er machte eine Ultraschall-Untersuchung und sagte mir, dass ich Magengeschwüre hätte. Er überwies mich ins McCord Krankenhaus zu einer Röntgenuntersuchung meines Bauchraumes. Ich ging dorthin und der Arzt, der mich untersuchte, fragte mich, welche Beschwerden ich hätte und ich sagte ihm man hätte bei mir Magengeschwüre diagnostiziert. 'Er riet mir zu einem HIV-Test, dann könnte er sich weiter um mich annehmen. Ich hatte ein Beratungsgespräch vor dem Test und die fragten mich warum ich denn einen HIV-Test machen möchte. Ich erklärte ihnen, dass ich schon drei Monate lang krank sei und mich nicht besserte.

Sie machten den Blutest und warteten fünf Minuten. Danach kam das Ergebnis auf einem kleinen Zettel in einem verschlossenen Umschlag zurück. Ich zögerte eine Zeit lang vor ich dann schließlich den Umschlag öffnete. Es stand geschrieben "HIV TEST POSITIV" und der CD4 Wert sei 254. Die Tränen kamen mir in die Augen und ich dachte dass mein Leben nun bald zu Ende gehen würde. Ich bat das Krankenhaus um Erlaubnis meinen Arbeitgeber anzurufen und sie stimmten zu. Ich rief meinen Chef an und konnte nicht sprechen weil ich dem Weinen nahe war. Ich sagte ihr (Frau Taljard), dass ich Selbstmord begehen will und sie fragte mich welches Problem ich denn hätte. Ich sagte ihr, dass ich HIV positiv sei. Sie sprach zu mir in diesen Worten: "Claudette, wir haben Dich gern, denk an Dein Kind!" Zu dieser Zeit war mein Kind 12 Jahre alt. Nachher rief ich meine Tante an mich abzuholen weil ich jetzt fertig sei. Als wir zu Haue ankamen fragte sie mich ob alles beim Doktor gut gegangen sei. Ich sagte ihr unter Tränen dass ich den HIV hätte. Sie weite weil sie dachte, dass ich nun bald sterben würde und ich weinte über den Gedanken, dass ich diese Welt verlassen würde.

Wir fuhren nach Hause zurück und sagten es der ganzen Familie. Die sagte, dass ich nicht die erste und nicht die letzte sei und dass das Leben weiter geht. I vertraue darauf, dass viele Leute wissen, dass die antiretroviralen Medikamente damals nicht kostenlos waren. Ich musste sie für 900 Rand (= 100 Euro) jeden Monat kaufen. Meine Familie half mir während der ersten fünf Monate die antiretroviralen Medikamente zu kaufen. Diese Medizin erregte in mir Übelkeit, aber ich nahm sie weiter. Das war nicht einfach. Ich ging den Menschen aus dem Weg weil ich so viel Gewicht verloren hatte von Kleidergröße 36 zu 30. Im Oktober 2004 hörte ich, dass HIV Leute im Blessed Gérard's Hospiz willkommen seien. Von da an bekam ich die antiretroviralen Medikamente kostenlos und derzeit ist mein CD4 Wert 1128.

Heute möchte ich all den Leuten danken, die mir an meiner Arbeitsstelle halfen, im Blessed Gérard's Hospiz HAART Programm, meiner Familie und meinen Freunden. Deren Hilfe ermöglichte mir mein Leben in Fülle zu leben.

Ich möchte damit schließen, dass ich sage: AIDS tötet nicht - die Verdrängung ist die Todesursache. Noch eine Sache ist, daß antiretrovirale Medikamente nicht mit traditionellen (afrikanischen) Medizinen und Mixturen vereinbar sind.

Ich habe Euch alle gern!

Es gibt viele Menschen, denen wegen mir an meinem Arbeitsplatz geholfen werden konnte. Ich danke Euch!"

Dr. Khaya Nzimande informierte die Patienten über neue Entwicklungen und Verbesserungen in der Behandlung. Schließlich danke er dem Vorstand, der Geschäftsführung, dem HAART Team, und besonders den Therapieberatern für ihre glänzende Arbeit. Schließlich dankte er allen im HAART Programm dafür, dass sie ihn als ihren Arzt so gut akzeptiert haben und dafür, dass sie so kräftig gegen HIV/AIDS kämpfen.

Dank Frau Beaumont und dem Küchenpersonal wurde ein köstliches Mittagessen gereicht, das allen Anwesenden schmeckte. Den Tischsegen gab Pater Gerhard.

Eine der Selbsthilfegruppen überreichten Pater Gerhard einen Dankeschön-Kuchen. Diesen teilte Pater Gerhard dann an alle Anwesenden in der Halle aus. Auch die Mitarbeiter des HAART Teams bekamen von den Selbsthilfegruppen Geschenke.

So wie er ihn eröffnet hatte wurde Pater Gerhard gebeten, den Tag auch mit einem Gebet abzuschließen. Später gingen dann alle mit erneuerter Kraft zum Kampf gegen HIV/AIDS wieder auseinander.

Obwohl es ziemlich schwierig ist die Atmosphäre in der Halle mit Worten zu beschreiben genügt es festzustellen: Wenn es Menschen wie diese (Patienten und Angestellte) gibt, die sich immer noch bemühen, so viel im Bereich von HIV/AIDS zu unternehmen, dann gibt es immer noch Hoffnung für die Menschheit, im Kampf gegen HIV/AIDS siegreich zu sein.


Diese Seite ist Teil des Rundbriefs Nr. 30 der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 17-04-2013 22:31:48 aktualisiert.


Zurück zur Homepage der Brotherhood of Blessed Gérard