Es begann mit einer Vision

Mrs Yvonne Renaud, ganz frühes Mitglied der Bruderschaft des Seligen Gerhard und Dedicated Member berichtete  mir in diesem Oktober am Tag des Seligen Gerhard: „Ich weiß noch als wäre es gestern,  wie der junge Pater Gerhard dort drüben saß“, und sie deutet aus dem Hospiz heraus auf die kleine Anhöhe zur benachbarten Pfarrkirche, „und er sagte hier  müsste man ein Hospiz- und Pflegezentrum zu bauen, das den Menschen helfen  kann, die sonst in den Elendsviertel armselig sterben müssen.“  Das war  im  Jahre 1992.  Aus dieser Vision ist  bis heute Realität geworden. Eine Realität, die in der heutigen Größe niemand erwartet hätte.  Ein großes Pflege- und Hospiz-Zentrum mit Kinderheim und seit 2003 einer ärztlich geleiteten AIDS-Therapieeinrichtung. Aber bis dahin war es ein langer Weg. Irgendwann kamen Gemeindemitglieder (darunter vor allem Mrs. Clare Kalkwarf und der Allgemeinarzt Dr. Paul Thabethe) zu dem jungen Ordenspriester und Missionar Pater Gerhard und fragten ihn ob man angesichts der vielen Armen und Kranken in  den Elendsvierteln nicht eine Hilfe auf die Beine stellen könnte. Pater Gerhard war früher ehrenamtlicher Helfer im deutschen Malteser Hilfsdienst und hatte daher auch in Südafrika nicht vergessen, wie man Hilfe organisieren kann. Er war ja nicht nur Priester, sondern auch  Rettungssanitäter, Pflegediensthelfer und Ausbilder und hatte bereits früher aus dem nichts heraus Hilfe organisiert. Clare und Paul hatten den richtigen Mann getroffen und für Pater Gerhard war der Leitspruch „Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ schon vorher kein leerer Satz sondern Lebensdevise. So entwickelte sich die Idee,  zusammen eine in Südafrika basierte Hilfsorganisation zu gründen, die den wirklich Ärmsten helfen kann. Die ersten Projekte begannen und die Notwendigkeit der Hilfe wurde  immer größer bis irgendwann an einem sonnigen Tag in Südafrika die Vision eines Pflegezentrums entstand und die Basis geschaffen  wurde,  diese Vision in die Wirklichkeit umzusetzen. Ganz ähnlich so wie der Selige Gérard Tonque vor 900 Jahren in Jerusalem mit Armut und Krankheit konfrontiert war und das Hospital zum Heiligen Johannes gründete. So entschieden  sich Pater Gerhard und die anderen, die Hilfsgemeinschaft in Mandeni in kirchlicher Tradition „Bruderschaft des Seligen Gerhard“ zu nennen. Ein Zufall war es vielleicht nicht, dass der junge Missionsbenediktiner schon Jahre vorher den Namen des Schutzpatrons des Malteserordens zu seinem Ordensnamen gemacht hatte. Und ein Zufall war es vielleicht auch nicht, dass die Mitbegründerin und spätere Managerin der Organisation Frau Clare Kalkwarf genau an jedem Namenstag des historischen  Seligen Gerhard, am 13. Oktober,  Geburtstag hatte.

Aber natürlich: Geld hatte man keines. Also musste man um Spenden betteln und muss das bis heute. Von Beginn an waren alle Projekte ganz durch Spenden finanziert.  Viele Menschen in Südafrika und in der ganzen Welt begannen die Bruderschaft des Seligen Gerhard in Mandeni zu unterstützen und das bald erfundene  Internet ermöglicht es diese Menschen zusammenzuführen und auf die Hilfe dieser Menschen (das sind wir alle)  ist die Bruderschaft des Seligen Gerhard noch heute angewiesen.

Aus der Vision eines jungen Priesters und Missionars ist heute ein beachtliches humanitäres Werk geworden. Das größte Hospiz Südafrikas, ein großes Kinderheim, eine ärztlich geleitete Therapieeinrichtung und viele weitere Projekte.

Und eine Vision, die es in die Tat umzusetzen gilt, hat der jetzt ein paar Jahre ältere Missionar Pater Gerhard wieder. Heute schaut er  wieder von der kleinen  Anhöhe auf das Pflegezentrum und Kinderheim und weiß wie wir alle:  die Hilfe ist noch immer notwendig. Noch immer sterben Menschen elendig in den Hütten der Slums, brauchen Menschen eine Therapieperspektive und noch immer gibt es kleine Kinder, die sonst am Straßenrand  verhungern  würden.

Und so gibt es heute eine neue Vision. Diese  neue Vision  ist,   die Hilfe der Bruderschaft des Seligen Gerhards in die Zukunft des 21. Jahrhunderts zu führen. Die betreuten hilfsbedürftigen Menschen haben nach wie vor keinen südafrikanischen Rand übrig – also ist man weiter auf Spenden angewiesen.  Hier können wir alle helfen und sei die Hilfe noch so klein. Lassen sie uns der Vision Pater Gerhards folgen und die Hilfe weiter führen! 

Im Jahre 2099 wird man  vielleicht einmal den 1000.  Geburtstag des Malteserordens feiern und vielleicht dann im gleichen Jahrzehnt den hundertjährigen  Geburtstag der Bruderschaft des Seligen Gerhard in Mandeni.

Lasst uns diese Vision der Menschlichkeit weiterführen! Für jeden einzelnen Menschen, der in  Würde im Hospiz gepflegt werden kann und  dort in Würde  sterben kann und für jeden einzelnen glücklichen Tag eines Kindes lohnt es sich.

Dr. med. Andreas Heinze

Im Oktober 2010



Diese Seite ist Teil des Rundbriefs Nr. 30 der Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 17-04-2013 22:34:20 aktualisiert.


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