Interview von Pater Martin Trieb OSB mit Pater Gerhard T. Lagleder OSB

Wie geht ein "assessment" vor sich?

Wenn wir gerufen werden, dass jemand krank ist, dann besuchen wir den Kranken zuerst zu Hause. Ganz egal wo er ist, fahren wir dorthin und untersuchen den Patienten erst. Wir versuchen herauszufinden, was am Patienten alles schon getan wurde, in welchem Krankenhaus er war, bei welchem Arzt er war, wie der Arzt und das Krankenhaus seine Krankheit behandelt haben, natürlich auch was seine Diagnose von vorher ist, so dass wir genau einschätzen können, was jetzt für den Patienten notwendig ist an Behandlung. Zum zweiten versuchen wir dann in so einem Hausbesuch die Familie in die Pflege einzubeziehen. Mit anderen Worten, wir wollen den Patienten so weit und so lang als möglich zu Hause lassen, unterstützen die Familie aber dann in ihren Pflegeverrichtungen sowohl mit Pflegehilfsmitteln als auch mit Rat und Tat, aber die Familie soll die Pflege selber durchführen, sofern dies möglich ist. Erst wenn wir einsehen, dass die familiäre  Pflege nicht ausreicht oder die Familie überfordert ist oder der Krankheitszustand so schlecht ist, dass der Patient zu Hause nicht mehr ausreichend gepflegt werden kann, dann nehmen wir den Patienten herein als Tagespatient oder als Patient in unsere Krankenstation, aber es ist wichtig, dass dabei die Familie nicht ausgeschaltet wird und die Familie auch dann, wenn der Patient hier bei uns im Hospiz ist, - ähm – mit Teil des Pflegeteams bleibt dadurch dass sie regelmäßig den Patienten besuchen und auch in seiner Pflege soweit dies möglich ist, mithelfen, damit der Patient sich nicht ausgeschlossen und ausgestoßen fühlt, sondern dass sich der Patient geborgen weiß sowohl von der Familie als auch von unserer Seite her.


Diese Seite ist ein Teil von "Eine unvergängliche Bruderschaft" - Vorbereitungen für einen Videofilm über die Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 08 October 2009 17:16:46 aktualisiert.

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