2. Szene: Ein Hausbesuch


„Der traditionelle Zulu, der in seinem Ahnenkult und Geisterglauben verhaftet ist, kennt nur drei Gründe für Unheil:

Der erste Grund wäre „Es hat mich jemand verhext. Es hat mich jemand verzaubert und deshalb geht es mir schlecht.“

Die zweite Möglichkeit ist die, dass mir die Ahnengeister gram sind,

dass mir die Ahnengeister böse sind, weil ich ihnen nicht genügend geopfert habe

und die dritte Möglichkeit ist, dass irgendwelche anderen bösen Geister mir in meinem Leben übel mitspielen.

dass ein Mensch, der in diesem Glauben verhaftet ist nichts mit Human Immunodeficiency Viren zu tun hat oder das überhaupt nicht verstehen kann, dass der nicht weiß, was ein Krankheitskeim ist, vor dem er sich schützen soll, ist eigentlich nur allzu verständlich.

Daher ist es für uns eine ganz schwierige Aufgabe und auch eine sehr schwierige Gratwanderung, die wir gehen müssen, die Menschen dort zu begleiten, denn es kommen Patienten rein, die sagen: „Ja, ich bin vergiftet worden, man hat mir Zaubermedizin ins Essen gemischt und darum habe ich jetzt AIDS bekommen“ und ähnliches.

Ich denke, dass ein Großteil der Patienten durchaus wissen, wenn sie ins Hospiz kommen, dass sie hierher kommen, um hier ihre letzten Tage zu verbringen. Aber es gibt auch sehr viele, die erst langsam erfahren, aus der Erfahrung des immer schwächer Werdens, aus der Erfahrung, dass es mit ihnen zwar immer wieder ein wenig aufwärts aber dann unsomehr abwärts geht, dass etwas in ihrem Körper sich vollzieht, das zum Tode führt.



Diese Seite ist ein Teil von "Eine unvergängliche Bruderschaft" - Videofilm über die Brotherhood of Blessed Gérard


Diese Seite wurde zuletzt am 23 August 2011 00:33:02 aktualisiert.

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