Interview von Pater Martin Trieb OSB mit Pater Gerhard T. Lagleder OSB

Ist es Hilflosigkeit, dass die Leute ihre schwerkranken AIDS-Patienten zu Euch bringen?

Es gibt sehr viele verschiedene Gründe, warum die Menschen uns bitten, ihre Kranken hier zu versorgen. Der eine Grund ist ganz einfach der, dass viele absolut überfordert sind, dass zu Hause niemand ist, der sich um den Kranken kümmern könnte. Wenn jemand schon mal das Glück hat, einen Beruf zu haben, eine Arbeitsstelle zu haben, dann ist es für ihn schwer zu sagen „Ich gebe jetzt meine Arbeitsstelle auf, weil ich jetzt meine kranke Großmutter, mein krankes Kind, meinen kranken Angehörigen pflegen muss.“ Der zweite Grund ist der, dass die Leute einfach Vertrauen haben zu uns, weil sie häufig gehört haben, dass die Leute bei uns so gut als möglich versorgt werden. Es gibt aber natürlich dann auch Menschen, die eine Kommodität darin sehen, mit anderen Worten, für die es einfach einfacher ist, die ihren Kranken gerne abschieben wollten, dien selber sich die Hände nicht schmutzig machen wollen, ihren Kranken zu pflegen. Und da muss man eben dann gerade wenn man bei dem Patienten den Hausbesuch macht in dem man entscheidet, wie man ihm hilft, diese Situation erkennen und dann entsprechend darauf reagieren. Das heißt wir nehmen nicht fraglos jeden Patienten hier auf, sondern wir nehmen nur die Patienten hier auf, von denen wir merken und wissen, dass sie zu Hause nicht richtig gepflegt werden könnten. Ansonsten unterstützen wir die häusliche Pflege, wo dies eben möglich ist.


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Diese Seite wurde zuletzt am 08 October 2009 17:22:20 aktualisiert.

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