Interview von Pater Martin Trieb OSB mit Pater Gerhard T. Lagleder OSB

Wie deutet es der Zulu, wenn er eine Krankheit hat, z.B. AIDS?

Der traditionelle Zulu, der in seinem Ahnenkult und Geisterglauben verhaftet ist, kennt nur drei Gründe für Unheil: Der erste Grund wäre „Es hat mich jemand verhext. Es hat mich jemand verzaubert und deshalb geht es mir schlecht.“ Die zweite Möglichkeit ist die, dass mir die Ahnengeister gram sind, dass mir die Ahnengeister böse sind, weil ich ihnen nicht genügend geopfert habe und die dritte Möglichkeit ist, dass irgendwelche anderen bösen Geister mir in meinem Leben übel mitspielen. Dass ein Mensch, der in diesem Glauben verhaftet ist nichts mit Human Immunodeficiency Viren zu tun hat oder das überhaupt nicht verstehen kann, dass der nicht weiß, was ein Krankheitskeim ist, vor dem er sich schützen soll, ist eigentlich nur allzu verständlich. Daher ist es für uns eine ganz schwierige Aufgabe und auch eine sehr schwierige Gratwanderung, die wir gehen müssen, die Menschen dort zu begleiten, denn es kommen Patienten rein, die sagen: „Ja, ich bin vergiftet worden, man hat mir Zaubermedizin ins Essen gemischt und darum habe ich jetzt AIDS bekommen und ähnliches. Man will dem Patienten nicht weh tun, aber man muss auch die Familie schützen, weil die normale Konsequenz, wenn ich vergiftet worden bin, ist, dass ich mich entsprechend räche und dass die Leute dann die Leute eliminiert werden, die, von denen ich überzeugt bin, dass sie mir diesen Schaden zugefügt haben.


Und so sieht diese Szene im fertiggestellten Videofilm aus:
Eine unvergängliche Bruderschaft - Hausbesuch


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Diese Seite wurde zuletzt am 08 October 2009 17:31:22 aktualisiert.

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