11. Szene: Begleitung Sterbender


 


Ich denke, daß neben der Taufe der Tod der wichtigste Augenblick im Leben eines Menschen ist. Worum es in der Begleitung Sterbender wirklich und im Innersten geht, ist, daß wir den Sterbenden dahin begleiten, daß er in die geöffneten, liebenden Hände Gottes sich überlassen kann, wenn er seine Augen schließt.

Die Begleitung Sterbender hat neben der medizinischen  Betreuung, daß man dem Patienten die Schmerzen nimmt, daß man den Patienten hilft, daß er atmen kann, daß man dem Patienten im medizinisch-pflegerischen Bereich ihm es so bequem als möglich macht.

 Die Pflege Sterbender hat die Aufgabe neben dem, daß wir dem Menschen vermitteln, daß er geborgen ist und ihm damit etwas von der Geborgenheit Gottes, in die er sehr bald hinüber gehen wird, in seinem Tod hier und jetzt schon vermitteln;

 Geborgenheit vermitteln und Nähe Gottes vermitteln, dies aber nicht in einer aufdringlichen Art und Weise zu tun, sondern in einem Angebot, im Dasein, im Spürenlassen mehr als im Predigen.

Wo der Patient dies wünscht, werden wir ihm selbstverständlich die Sakramente der Kirche spenden, aber ein Großteil unserer Patienten sind ja gar keine Katholiken, so daß wir ihnen eben

in einem allgemein religiösen Milieu begegnen mit einem allgemein religiösen Hilfsangebot begegnen des Gebetes, das Daseins, der Beratung und ihm einfach spüren lassen, daß es ein liebender Gott ist, der auf ihn wartet.

 Wichtig ist dabei auch die persönliche Begleitung im Gespräch, daß wir dem Menschen klarmachen, daß er sich nicht fürchten muß,

 daß wir ihm klarzumachen versuchen, daß er in liebende Hände übergeht,

 daß wir ihm klarzumachen versuchen, daß Gott auf ihn wartet mit einer Freude, die er hier in diesem Leben nicht so erleben konnte.



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Diese Seite wurde zuletzt am 22 April 2008 00:38:18 aktualisiert.

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