15. April 2006


Missionarin hinterrücks ermordet

Clare Kalkwarf, enge Mitarbeiterin von Pater Gerhard im afrikanischen Hospiz-Zentrum, starb am 6. April


Clare Kalkwarf, Mitbegründerin der Brotherhood of Blessed Gérard, wurde heimtückisch ermordet.

Neuburg (men).

Noch immer können Freunde und Bekannte die schreckliche Tat nicht begreifen. Die 56-jährige Clare Kalkwarf, Mitbegründerin und Vizepräsidentin der Brotherhood of Blessed Gérard und enge Mitarbeiterin von Pater Gerhard T. Lagleder, wurde am 6. April 2006 in Südafrika heimtückisch ermordet. Seit zwölf Jahren pflegt Pater Gerhard Lagleder mit seiner Bruderschaft zahllose Kranke und Sterbende aus Sundumbili und Umgebung (Zululand). Der bayerische Missionsbenediktiner, dessen Bruder Johannes am Descartes-Gymnasium in Neuburg arbeitet, wird auch von hiesigen Bürgern unterstützt.

Im Oktober 1992 rief Pater Gerhard gemeinsam mit Clare Kalkwarf und weiteren drei Südafrikanern die Brotherhood of Blessed Gérard (Begründer des Malteser-Ordens) ins Leben. Mit Spendengeldern wurde ein Pflege-, Sozial- und Hospiz-Zentrum in Mandeni in Südafrika gebaut, in dem Kranke und Sterbende gepflegt werden; fast alle Patienten sind Aids-Kranke. Das Hospiz behandelt als eine der ersten Stellen in Südafrika Aids-Patienten mit antiretroviralen Medikamenten; so bekommen jetzt auch Mittellose diese Therapie, ohne die sie sonst rasch sterben würden.

Ohne das Organisationstalent und aufopferungsvolle Engagement von Clare Kalkwarf wäre die Brotherhood of Blessed Gérard wohl nie zu der Organisation geworden, die sie heute ist. Viele der Projekte wurden zum größten Teil von ihr geleitet. Die 56-jährige kannte auch Neuburg. Erst im Jahr 2000 reiste sie gemeinsam mit Pater Gerhard in die Ottheinrichstadt und besuchte auch das Descartes-Gymnasium, um den Schülern von ihren Hilfsprojekten zu berichten.

Diejenigen, die sich noch an ihre liebenswürdige und offene Art erinnern können, wird der schreckliche Tod der Angehörigen des Malteser-Ordens sicherlich sehr nahe gehen. Clare Kalkwarf hinterlässt ihren Mann, drei Kinder und Enkel. Wie mittlerweile bekannt wurde, kam am 6. April gegen 19 Uhr Clares Ehemann Geoff nach Hause. Beim Aufsperren der Tür sprangen vier bewaffnete Männer aus dem Busch und drangen ins Haus ein. Sie fesselten Geoff und bedeckten ihn mit einem Bettlaken. Dann begannen sie, die Habseligkeiten aus dem Haus auszuräumen. Die Täter warteten anschließend auf seine Frau. Sie stellte ihr Auto gegen 23 Uhr in die Garage, sperrte die Tür auf und fand einen Fremden in der Küche, den sie zur Rede stellte. Einer schrecklichen Vorahnung folgend, lief die 56-jährige aus dem Haus. Dort warteten drei andere Männer, die Clare Kalkwarf festhielten, mit einem Messer am Unterarm schwer verletzten und dann in den Rücken stachen. Die Mörder brachten sie ins Haus zurück und schossen ihr von hinten durch den Brustkorb; sie war sofort tot. Die Männer räumten das Diebesgut in Clares Auto und flüchteten. Wohl weil die Polizeisirenen zu hören waren, hatten sie keine Zeit mehr, auch Geoff zu erschießen und suchten das Weite. Ihm geht es laut Angaben seiner Freunde den Umständen entsprechend.

Mit dieser sinnlos brutalen Tat wurde zwar das Leben von Clare Kalkwarf ausgelöscht, aber ihr Lebenswerk soll erhalten bleiben. Deshalb hat die Brotherhood of Blessed Gérard einen „Clare Kalkwarf Gedächtnis-Fonds“ ins Leben gerufen. Er soll die fortlaufende Finanzierung ihres Lebenswerks, das Blessed Gérard's Care Centre, sicherstellen. Dieser Fonds wurde auf Initiative von Clares Bruder Graham Sprake und mit einstimmiger Zustimmung aller Familienangehörigen eingerichtet. Spenden für diesen Fonds sind steuerabzugsfähig in Deutschland (Absenderangabe mit Straße und PLZ) und werden erbeten auf das Spendenkonto Nr. 12021 bei der Sparkasse Neuburg-Rain, BLZ: 72152070 mit dem Vermerk „in memoriam Clare Kalkwarf“. Weitere Infos finden sich auch im Internet unter http://bbg.org.za/members/Kalkwarf.

„Sie ist eine von diesen unbekannten Heiligen“, waren sich diejenigen sicher, die sie kannten. Diesem Urteil schließt sich auch Pater Gerhard an, der erklärt: „Ich bin stolz darauf, dass ich eine so segensreiche Zeit mit ihr teilen durfte.“

 


Diese Seite wurde am 4. Mai 2006 kreiert und zuletzt am 23-08-2011 00:36:46 aktualisiert.


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